Du hast deinen AdBlocker an?

Es wäre ein Traum, wenn du ihn für t3n.de deaktivierst. Wir zeigen dir gerne, wie das geht. Und natürlich erklären wir dir auch, warum uns das so wichtig ist. Digitales High-five, deine t3n-Redaktion

E-Commerce

E-Commerce: Blogs als Marketing-Instrument nutzen

(Foto: Maik Meid / flickr.com, Lizenz: CC-BY-SA)

Im Social-Media-Zeitalter könnten Blogs als Marketing-Instrument fast in Vergessenheit geraten. Das wäre schade, denn Blogs sind ein erfolgversprechender und unverfälschter Kommunikationskanal für Online-Händler – wenn die richtigen Inhalte bei den passenden Zielgruppen landen.

Facebook, Google+ und Twitter – das sind die Begriffe, die beim Gespräch zum Thema „Direkter Kontakt zum Online-Kunden“ unmittelbar als erstes fallen. Das Social-Media-Management ist in aller Munde, viele Unternehmen verlegen einen großen Teil Ihrer Online-Marketing-Aktivitäten in die sozialen Netzwerke. Daran ist grundsätzlich nichts auszusetzen, nur manchmal beschleicht einen das Gefühl, dass es ja auch noch etwas anderes geben muss neben Facebook & Co. Das Beispiel Domian in den letzten Tagen hat einmal mehr gezeigt, dass niemand „Eigentümer“ seines Facebook-Accounts ist, Inhalte können vom Plattform-Betreiber beanstandet und gelöscht werden. Möchte man die volle Kontrolle über seine eigenen Inhalte, sollte man diese auf einer eigenen Plattform veröffentlichen: in einem eigenen Blog. Ein Blog kann ein effektvolles Marketinginstrument für ein Unternehmen darstellen, wenn es richtig genutzt wird.

Mögliche Ziele für ein E-Commerce-Blog

Mit einem gut geführten Blog verändert man die Welt – zumindest die Shopping-Welt des Kunden. Diese Weltveränderung sollte ein grundlegendes Ziel für einen Blog als Ergänzung zum Online-Shop sein. Die – pardon – primitive Absatzsteigerung ist ein grundsätzliches Ziel einer Marketing-Maßnahme, wer sich davon aber zu einem „Werbe-Blog“ verleiten lässt und einfach nur in klassischer Marketing-Sprache erzählen will, dass die eigenen Produkte die besten sind und der Kunde jetzt bitteschön einfach mehr davon kaufen soll, wird Schiffbruch erleiden. Eine natürliche und unverfälschte Ansprache ist gefragt. Nüchtern betrachtet können mit einem E-Commerce-Blog folgende Ziele angestrebt werden:

  • Kundenkontakt intensivieren
  • Kundenbindung verstärken
  • Suchmaschinen-Optimierung
  • Public Relations, Öffentlichkeitsarbeit verbessern
Eigene Ideen-Sammlungen bringen eventuell noch weitere Gründe für einen Blog hervor. (Foto: owenwbrown / flickr.com, Lizenz: CC-BY) (Titelbild: Maik Meid  / flickr.com, Lizenz: CC-BY-SA )

Verändere die Shopping-Welt deines Kunden

Aber wie verändert man die Shopping-Welt eines Kunden, was braucht man dazu und wie setzt man das um? Die Welt wird bestimmt durch die Sicht, die man auf sie hat. Möchte man die Welt des einzelnen verändern, muss man die Sicht des Einzelnen auf die Welt verändern. So zumindest die Verhaltensforschung. Möchte man also die Shopping-Welt des Kunden verändern, dann ändert man die Sicht des Kunden auf „seine“ Welt. Und die Antwort auf die Frage, wie man die Sicht des Kunden verändert, liegt in den Inhalten begraben:

  • Authentische Einblicke in das Unternehmen und den Arbeitsalltag verleihen einem vormals „gesichtslosen“ Unternehmen ein Gesicht, eine Persönlichkeit.
  • Mitarbeiter, ganz besonders die „Frontkämpfer“, die im direkten Kundenkontakt stehen, mit Bild und persönlichen Informationen porträtieren. Diese Mitarbeiter mit bloggen lassen.
  • Mehrwert ist das Wichtigste. Wer Erdbeeren verkauft, sollte Rezepte für Erdbeeren anbieten, Tipps zur Verarbeitung, Hintergrund-Informationen zu den einzelnen Erdbeersorten, eine Reportage über eine Erdbeere-Plantage und die Anbaumethoden. Zwischendurch kann auch mal ein Sonderangebot angepriesen werden, solange der Hauptinhalt weiterhin Mehrwert aufweist.
  • Neuigkeiten aus dem Umfeld der eigenen Branche können auch interessant sein. Neu gezüchtete Erdbeersorten, neue Düngemittel und was sonst noch so dazugehört.
  • Probleme und Qualitätsmanagement. „Keine Angst vor dem Kunden.“ Wer hier offen und ehrlich kommuniziert, erntet Anerkennung. Statt Probleme abzuwiegeln oder darauf zu warten, das etwas durch mediale Aufmerksamkeit gar in die Öffentlichkeit gerückt wird, direkt aktiv werden und Probleme ansprechen. „Zermatschte Erdbeeren in Lieferungen des letzten Monats.“ Gleich klären, wie das passieren konnte und wie man es wieder gut machen möchte – Shitstorm ade!

Wie man schreibt und wer das Blog führen sollte

Ein natürliche und unverschnörkelte Ausdrucksweise ist gefragt, keine gedrechselten Marketing-Phrasen. Der Kunde soll das berechtigte Gefühl haben, dass hier Menschen Ihr Wissen vermitteln oder Einblicke in den eigenen Alltag gewähren möchten. Schreiben kann jeder, der Lehrling, der Pförtner, der Verpackungsgehilfe, die Call-Center-Agents aus der Kundenbetreuung, am besten alle miteinander und abwechselnd. Das verleiht Authentizität. Nur bitte einen von der Tastatur fern halten: den Marketing-Manager. Was er zu sagen hat, möchte hier niemand hören. Nun gut, Letzteres ist sicher nicht immer zu bewerkstelligen und ist an dieser Stelle auch nicht ganz ernst gemeint. Fachliche Inhalte brauchen gegebenenfalls eine Aufbereitung, und die sollte der für das Blog zuständige Mitarbeiter übernehmen. Oder notfalls der (vielleicht im Einzelfall zu unrecht) geschmähte Marketing-Manager. Um eine gleichbleibende Qualität zu erreichen, ist es sinnvoll, einem Mitarbeiter die Verantwortung und die Planung für das Blog zu übertragen.

Bloggen sollten im Idealfall alle Mitarbeiter. (Bildmaterial: Mozilla)

Organisatorische Grundregeln

Um Besucher zum regelmäßigen Lesen zu animieren, müssen die Inhalte auch regelmäßig und kontinuierlich veröffentlicht werden. Beachtet man ein paar organisatorische Grundregeln, ist die halbe Miete schon in der Tasche:

  • Einen verantwortlichen Mitarbeiter bestimmen. Wenn sich niemand zuständig fühlt, passiert nichts.
  • Regelmäßige Veröffentlichung: am besten wöchentlich schreiben.
  • Gleichbleibende Menge: zum Beispiel drei Artikel wöchentlich.
  • Zeitnahe Antworten auf Kommentare.
  • Konkrete Beschwerden vom Kundenservice konkret im Blog beantworten lassen. Niemals „Bitte wenden Sie sich an unseren Kundenservice“, das liest sich wie ein Code für „Dein Problem ist für mich uninteressant und außerdem will ich nicht offen darüber reden“.

Das Blog promoten

Unverständlicherweise verstecken manche Unternehmen Ihr Blog, eine Platzierung auf der Startseite oder eine Integration in die Hauptnavigation darf aber durchaus gewagt werden. Die Inhalte, die in einem Blog publiziert werden, führen bei entsprechender Qualität auch zu einem guten Suchmaschinen-Ranking und bringen neue Interessenten, die später einmal zu Kunden werden können. Die sonstigen Kanäle sollten bei neuen Einträgen in das Blog zusätzlich gefüttert werden:

  • Social-Media-Meldungen auf Facebook, Google+ und Twitter.
  • Newsletter-Versand.
  • Beilagen in Warensendungen.
  • Für Medien relevante Posts zusätzlich in Presseverteiler und an die üblichen Pressedienste.
Ein Blog wird auch von Journalisten zur Recherche genutzt.

Wunder kann man von einem Blog nicht erwarten, etwas Geduld sollte man ebenfalls mitbringen, es kann eine Weile dauern, bis eine spürbar große Leserschaft entsteht. Werden jedoch regelmäßig für den Leser –also den potentiellen oder tatsächlichen Kunden – interessante und nützliche Informationen geliefert, dann kommt die Quittung in Form von steigenden Verkaufszahlen und einer wachsenden Kundenzahl. Allerdings ist auch ein Zugewinn in einem „softeren“ und schwerer zu messenden Bereich zu erwarten: In der emotionalen Beziehung zwischen Kunden und Unternehmen. Vorausgesetzt, die Kommunikation erfolgte wirklich ehrlich und authentisch, gewürzt mit dem echten Interesse, dem Kunden einen Mehrwert zu liefern. Fades Marketing-Gewäsch und Selbstbeweihräucherung straft der mündige Kunde sonst mit Ignoranz. Und das zu Recht.

Weiterführende Links

Bitte beachte unsere Community-Richtlinien

4 Reaktionen
Rike

Das "Marketing-Blogs" eher ungeeignet ist als Name für die durchaus positive Marketing-Instrument kann ich auch so annehmen. Trotzdem ist es ein sehr guter und informativer Artikel zu diesem Thema. Danke dafür.

Antworten
Andreas

Den Artikel an sich kann ich, ähnlich wie meine "Vorredner" nur empfehlen. Ähnlich wie Markus impliziert der Titel "Marketing-Blogs" einen falschen oder missverständlichen Eindruck. Unternehmens-Blog, Firmen BLog oder Corporate Blog trefft es denke ich eher. Das Blogs eine sinnvolle Erweiterung darstellen, steht außer Frage (http://bit.ly/YCXM6k).

Antworten
Benno Sawitzki

Drei Artikel pro Woche sind aber durchaus sportlich!

Antworten
web209

Danke für den interessanten Artikel.

Antworten

Melde dich mit deinem t3n-Account an oder fülle die unteren Felder aus.

Abbrechen

Finde einen Job, den du liebst