E-Commerce

Marktüberblick E-Commerce in Europa: Wachstumsmärkte

E-Commerce in Europa: Ein Marktüberblick (Foto: © Eyematrix/Fotolia.com)

Ihr wollt mit eurem Shop auch über die Landesgrenzen hinaus verkaufen? Dann ist Wissen über eure Zielmärkte angesagt. Heute geht es in unserem Überblick um die E-Commerce-Märkte in Europa, die trotz großen Nachholbedarfs durchaus interessant sind und zum Teil mit großen Wachstumsraten punkten können.


Wir haben euch im ersten Teil unserer Serie „Marktüberblick E-Commerce in Europa“ bereits die wichtigsten Zahlen und Fakten zu den europäischen Vorreiter-Märkten zusammengefasst, im letzten Teil geht es um die Wachstumsmärkte. Die langsamste Entwicklung hat der E-Commerce bislang in Süd- und Osteuropa hingelegt. Dort kommen alle Länder zusammen noch lange nicht an den Online-Umsatz von Vorreiter Großbritannien heran. Unschlagbar sind die dortigen Märkte jedoch in Sachen Wachstum, denn wo noch viel Nachholbedarf ist, versteckt sich auch noch so einiges an Potenzial.

E-Commerce in Europa: Spanien

Als Spitzenreiter im südeuropäischen Markt bringt es Spanien aktuell auf einen jährlichen E-Commerce-Umsatz von 14 Milliarden Euro. Mit einer Internet-Versorgungsrate von 72,7 Prozent kommt der spanische Markt einer E-Commerce-Studie der „Cross-Border Ecommerce Community“ (CBEC) zufolge auf 16,4 Millionen Online-Shopper.

Die Nutzung internetfähiger mobiler Geräte ist in Spanien sehr weit verbreitet: 66 Prozent aller Spanier verfügen über ein Smartphone, immerhin 23,3 Prozent über ein Tablet. Nahezu alle Geräte laufen auf einem Android-Betriebssystem (91 Prozent). In Sachen Tablet liegt Spanien damit nur ganz knapp hinter Deutschland auf Rang drei in Europa. Der Umsatz im mobil erwirtschafteten e-commerce verpasste 2013 knapp die 1 Milliarden-Euro-Grenze.

Kredit- und Debitkarten sind in Spanien die beliebtesten Zahlungsarten im beim Online-Einkauf: Etwa 45 Prozent aller Zahlungen, so eine Studie von Payvision, werden darüber abgewickelt. Platz zwei belegt PayPal mit 18 Prozent.

Über 1 Milliarde Euro erwirtschafteten jeweils die Branchen Kleidung/Schuhe und Lebensmittel, abgeschlagen auf Rang drei folgt mit knapp 800 Millionen Euro Umsatz der Sektor Medien, gefolgt von Unterhaltungselektronik und Spiele-Hardware.

Der Anteil der grenzüberschreitenden Online-Transaktionen ist in Spanien recht hoch, interessanterweise sind allen Sprachgemeinsamkeiten zum Trotz die lateinamerikanischen Länder nicht unter den Top-3-Handelspartnern im E-Commerce.

Übrigens: Die anhaltende Wirtschaftskrise hat Spanien zwar nach wie vor im Griff – der E-Commerce ist aber aktuell der einzige Wachstumssektor des Landes.

E-Commerce in Europa: Italien

Etwa 37,5 Millionen Italiener haben einen Internet-Zugang – das sind gerade mal 61 Prozent. Damit bewegt Italien sich eher auf dem Niveau der durchschnittlich schlechter vernetzten osteuropäischen Länder – in Südeuropa hat nur noch die Türkei eine schlechtere Quote. In Sachen Umsatz hat Italien allerdings wieder die Nase vorn und belegt mit online getätigten Verkäufen im Wert von etwas mehr als elf Milliarden Euro nach Spanien den zweiten Rang in Südeuropa.

Angesichts der mäßigen Internet-Verbreitung ist es kein Wunder, dass der Mobile-Commerce in Italien boomt. Knapp zwei Drittel aller Handy-Besitzer hatten 2013 Zugriff auf ein Smartphone, das entspricht einem Wachstum von 23,5 Prozent. Und die mobil erwirtschafteten Umsätze stiegen sogar um 37 Prozent.

Wenn es ums Bezahlen geht, kommt man in Italien an einer Lokalisierung nicht vorbei: Drei Viertel aller Zahlungen laufen über Kredit-/Debitkarte und ohne die CartaSì geht hier gar nichts.

Und was kaufen die Italiener am liebsten im Netz? Auf Rang eins der Onlinebranchen stehen die Themen Tourismus und Verkehr. Die am häufigsten verkauften Produkte sind, wie so oft, Elektrogeräte und Kleidung.

E-Commerce in Europa: Russland

Russland war 2013 der am stärksten wachsende E-Commerce-Markt Europas: Um satte 50,5 Prozent konnte er Ecommerce Europe zufolge zulegen. Etwa 59 Prozent der erwachsenen Russen hatten zu Beginn des Jahre 2014 einen Internetzugang, 2013 gab es 30 Millionen russische Onlineshopper.

Tablets und Smartphones sind im Vergleich zu anderen europäischen Märkten noch verhältnismäßig wenig verbreitet (14 beziehungsweise 29 Prozent), die Verbreitung steigt aber auch hier. Der mobil erwirtschaftete Umsatz lag 2013 bei 800 Millionen Euro.

In Sachen Payment legt Russland einen Sonderweg vor: Nach dem Motto „Nur Bares ist Wahres.“ zahlen 69 Prozent der Online-Shopper ihre Bestellungen bar. Logistisch kein Problem, da Bestellungen seltener nach Hause, sondern meist an eine Abholstation geliefert werden, in der dann auch die Zahlung erfolgt.

Besonders gerne kaufen die russischen Online-Shopper Consumer Electronics, Spielzeug und Mode im Netz, auch Lebensmittel werden immer häufiger online bestellt.

E-Commerce in Europa: Polen

Unser Nachbarland im Osten gehört ebenfalls zu den am schnellsten wachsenden E-Commerce-Märkten Europas: bei 24 Prozent lag das Wachstum im Jahr 2013. Derzeit liegt der Anteil der Online-Shopper an der Gesamtbevölkerung bei cirka 30 Prozent – das sind mehr als in Spanien oder Italien. Insgesamt kaufen 12,6 Millionen Polen online ein.

Etwa 30 Prozent der polnischen Bevölkerung verfügen über ein Smartphone, ca. 14 Prozent über ein Tablet. Im Mobile Commerce wurden im Jahr 2013 rund 255 Millionen Euro umgesetzt.

Auch in Polen wird Barzahlung bevorzugt: 45 Prozent der Online-Käufe werden über Nachnahme abgewickelt. Zweithäufigste Zahlungsweise ist die Direktüberweisung (35 Prozent). Lediglich 10 Prozent aller Transaktionen laufen über Kreditkartenzahlung.

Das stärkste Wachstum legte in den vergangenen Jahren der Sektor der Haushaltsgeräte hin, gefolgt von Haus und Garten, Kleidung und Medien.

Grenzenlose Chancen für den E-Commerce in Europa . (Foto: pixabay.com)

Grenzenlose Chancen für den E-Commerce in Europa . (Foto: pixabay.com)

E-Commerce in Europa: Grenzenlose Chancen

Jede Menge Potenzial also alleine in Europa, das sich mit der entsprechenden Vorbereitung sicherlich anzugehen lohnt. Über besonders herausfordernde Märkte und über Wachstumstreiber außerhalb Europas erzählen wir euch gerne später mehr, denn die Chancen des Cross-Border-E-Commerce machen an den Grenzen Europas ja keineswegs halt.

Ihr habt Blut geleckt und braucht mehr Infos? Noch mehr Zahlen und Fakten findet ihr zum Beispiel bei Ecommerce Europe, Payvision und The Paypers.

Ansonsten gibt es im Shop-Kompendium noch ein paar hilfreiche Kapitel, worauf es beim Auslandshandel ankommt.

Anmerkung der Redaktion: Die Zahlen des Verbandes „E-Commerce Europe“ beinhalten sämtliche digitalen Umsätze, also Handelswaren ebenso wie Services (Downloads, Ticketing und ähnliches).

Mehr E-Commerce-News auf netzaktiv.de

Von Dr. Katja Flinzner

Ursprünglich publiziert bei netzaktiv.de.

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2 Kommentare
Iris Kombeny

Das sind auf jeden Fall interessante Optionen. Wenn Sie mehr über den Beruf des Kaufmannes im Web-Bereich erfahren möchten, kann ich diesen Artikel empfehlen: https://www.1min30.com/?p=19776.
LG, Iris.

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Andreas Schmitt
Andreas Schmitt

Die Gier als treibende Kraft des Kapitalismus… bis zum Untergang.

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