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E-Commerce-Studie: Ohne Auslandsgeschäft geht Potenzial verloren

Der E-Commerce bereitet dem stationären Handel zunehmend Kopfzerbrechen. (Foto: Shutterstock)

Eine neue Studie zum E-Commerce hält einige Zahlen bereit, die für Shop-Betreiber hilfreich sein können. Klar wird etwa, dass die Filialbindung von vielen Kunden als wichtiger Vorteil gesehen wird.

94 Prozent aller Verbraucher kaufen inzwischen online ein – in Deutschland sind es sogar 98 Prozent. Das geht aus der globalen E-Commerce-Studie vom Technologieanbieter Pitney Bowes hervor. Die Studie analysiert die globale E-Commerce-Landschaft sowohl aus der Unternehmens- als auch aus der Verbraucherperspektive und basiert auf der Befragung von 1.200 Einzelhändlern in acht Ländern sowie 12.000 Konsumenten in zwölf Märkten weltweit.

Dabei kaufen die Verbraucher zunehmend regelmäßig im Internet ein. Mehr als ein Drittel der Konsumenten weltweit bestellen mindestens einmal pro Woche. Immerhin 70 Prozent der Online-Shopper haben auch im Ausland Waren bestellt. Vielfältiger ist auch das Einkaufsverhalten geworden: Für 40 Prozent der Online-Käufer ist Click and Collect, also die Abholung in einer Filiale oder an einem zentralen Ort, eine wichtige Option, wobei Deutschland hier unter allen betrachteten Ländern mit 14 Prozentpunkten den höchsten  Zuwachs verzeichnen konnte.

Kunden entscheiden sich zunehmend für E-Commerce-Plattformen

Interessant auch für die Anbieter von schnellerem Versand gegen Aufpreis: Immerhin drei von vier Verbrauchern entscheiden sich lieber für kostenlosen Versand mit längerer Lieferzeit als extra für die schnellere Zustellung zu zahlen.

Dass Plattformen wie Ebay oder Amazon bei den Kunden aus Service-Gründen beliebt sind, dürften viele Händler vermutet haben. Hier die Zahlen: 67 Prozent aller Online-Shopper nutzen lieber Plattformen wie Amazon, Ebay oder Rakuten, um Produkte zu finden. Suchmaschinen (46 Prozent), Händlerwebsites (40 Prozent), soziale Medien (24 Prozent) und mobile Apps (23 Prozent) folgen auf den weiteren Plätzen. Laut der Studie ordern Online-Shopper 62 Prozent ihrer Auslands-Einkäufe und 59 Prozent ihrer Einkäufe im Inland über Plattformen anstatt auf Händlerwebsites. Dieser Trend ist besonders ausgeprägt in Deutschland (70 Prozent). Die drei wichtigsten Gründe für Verbraucher, Onlineplattformen zu nutzen, sind das breite Sortiment, das bessere Angebote und ein einfacher Bezahlvorgang.

E-Commerce mit dem Ausland lohnt trotz des Mehraufwands

Auch Auslandslieferungen sollten Händler nicht ausschließen, auch wenn diese gerade für kleine Händler meist einiges mehr an Aufwand bedeuten. 62 Prozent der befragten Händler haben heute ein länderübergreifendes E-Commerce-Geschäft – und die große Mehrheit, die noch keines haben, planen es in den nächsten zwölf Monaten einzuführen. Wenn alle diese Unternehmen ihren Geschäftsplan ausführen, werden in einem Jahr 93 Prozent der Händler länderübergreifenden Handel anbieten. Das wäre eine Steigerung um 50 Prozent in nur einem Jahr. Dabei hält immerhin ein Drittel der Händler „internationalen Verkauf“ für einen der wichtigsten Wachstumsfaktoren – das ist der gleiche Wert wie für heimisches E-Commerce-Wachstum.

Der Durchschnittsbestellwert einer Bestellung im Ausland liegt 17 Prozent über dem für Inlandsbestellungen. Das ist allerdings dem preislichen Anspruch der Verbraucher an länderübergreifende Händler geschuldet: 50 Prozent der Konsumenten, die im Ausland bestellen, ordern die Ware wegen des niedrigeren Preises.

Wenig überraschend sind die Ergebnisse der Studie dagegen in Hinblick auf die untersuchten Payment-Methoden. Hier unterscheidet Pitney Bowes  zwischen Kreditkarten wie Visa und Master-Card und „E-Wallets“, also Paypal und Co. Die bevorzugte Bezahlmethode ist abhängig vom Markt: Deutsche (61 Prozent) und australische Shopper (64 Prozent) nutzen etwa bevorzugt E-Wallets während Kreditkarten in Japan (74 Prozent) und Südkorea (65 Prozent) am beliebtesten sind. Mobile Wallets spielen dagegen zumindest in Deutschland noch kaum eine Rolle (2 Prozent).

Angesehen hat sich Pitney Bowes auch die E-Commerce-Aktivitäten zu Weihnachten. Laut dem Handelsverband Deutschland (HDE) sind die Umsätze im Weihnachtsgeschäft von 2015 auf 2016 um 2,1 Milliarden Euro gestiegen, der Anteil vom Online-Handel ist dabei von 13 auf 14 Prozent gestiegen. Die Ergebnisse zeigen allerdings, dass gerade die Onlinehändler noch hart daran arbeiten müssen, die Kundenerwartungen an den Service nach dem Einkauf zu erfüllen. Denn fast die Hälfte der Online-Shopper (47 Prozent) weltweit berichteten von Problemen mit Lieferung und Rückgabe, verlorenen Produkten sowie falsch berechneten Abgaben und Zöllen im Weihnachtsgeschäft 2016. In Deutschland ist der Anteil der unzufriedenen Kunden mit 31 Prozent zwar europaweit am niedrigsten, hat aber nichtsdestotrotz um acht Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr zugenommen.

Die Pitney-Bowes-Global-Ecommerce-Study 2017 ist der neuste Marktreport von Pitney Bowes. In diesem Jahr hat das Unternehmen bereits seinen jährlichen Parcel-Shipping-Index veröffentlicht, der das internationale Wachstum von Paketversandvolumen und den damit zusammenhängenden Kosten verfolgt. Der Index sagte für 2018 ein 20-prozentiges Wachstum des globalen Paketvolumens voraus.

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