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E-LKW statt Güterzug: Siemens baut in Hessen eine Oberleitung über die A5

Sehen so bald alle deutschen Autobahnen aus? (Bild: Siemens)

Weil es nicht immer möglich sei, mehr Güter auf die Schiene zu verlagern, schwärmt Siemens von seinen „E-Highways”: Elektrifizierte Autobahnen, die LKW mit Stromabnehmer nutzen können. Ein Teil der A5 dient jetzt als Versuchsfeld.

Die Elektrifizierung von Autobahnen sei ein gutes Beispiel dafür, wie man sinnvolle Lösungen von der Schiene auf die Straße übertragen könne, twittert Gerhard Kreß, Daten-Experte von Siemens, euphorisch. Und die gute Nachricht ist, dass sich diesbezüglich auch hierzulande endlich etwas tut. So ist der Konzern jetzt vom Land Hessen mit dem Bau einer Oberleitungsanlage für elektrifizierten Straßengüterverkehr auf einer immerhin zehn Kilometer langen Strecke beauftragt worden.

Die Technologie ist einfach erklärt: Eine Oberleitung versorgt den elektrischen Antrieb eines Hybrid-LKW mit Strom. Siemens hatte diesen sogenannten „E-Highway” bereits 2012 erstmals vorgestellt. Jetzt soll das System also auf der Bundesautobahn A5 zwischen den Anschlussstellen Zeppelinheim/Cargo City Süd des Frankfurter Flughafens und Darmstadt/Weiterstadt gebaut werden. Mit diesem Feldversuch werde der „E-Highway” erstmals auf einer öffentlichen Straße in Deutschland erprobt, heißt es vom Konzern. Bisher gab es lediglich Pilotprojekte in Schweden und Kalifornien.

„Nachweis der Integrationsfähigkeit von Oberleitungssystemen”

Siemens übernehme die Planung, den Bau und „optional” auch die Instandhaltung der Anlage, heißt es. Die Umsetzung erfolge im Rahmen des von „Hessen Mobil” geleiteten Verbundprojekts „Elektrifizierter, innovativer Schwerlastverkehr auf Autobahnen” (ELISA), das vom Bundesumweltministerium gefördert wird. Hessen Mobil ist grundsätzlich zuständig für Planung, Bau, Betrieb und das Management des hessischen Verkehrswegenetzes. Mit der Errichtung der Anlage wolle man den praktischen Nachweis der Integrationsfähigkeit von Oberleitungssystemen im Straßenraum erbringen, sagt Gerd Riegelhuth, Abteilungsleiter Verkehr bei Hessen Mobil. Die Anlage solle in reale Transportketten eingebunden und die Machbarkeit der klimaneutralen Güterlieferung im urbanen Raum Frankfurt nachgewiesen werden.

So präsentiert Siemens seinen „E-Highway” (Grafik: Siemens)
So präsentiert Siemens seinen „E-Highway” (Grafik: Siemens)

Roland Edel, Technologiechef der Mobility-Sparte von Siemens, behauptet, mit dem „E-Highway” habe man „erstmals eine wirtschaftlich darstellbare Lösung für einen klimaneutralen Straßengüterverkehr geschaffen”. Die Technologie des Konzerns sei damit „eine heute schon real existierende Alternative zum LKW-Transport mit Verbrennungsmotoren”. Laut Unternehmensangaben ist der „E-Highway” im Vergleich zu Verbrennungsmotoren doppelt so effizient.

Das bedeute nicht nur „eine Halbierung des Energieverbrauchs”, sondern auch „eine Verringerung der lokalen Luftverschmutzung”, heißt es. Laut Siemens sei das Kernelement des Systems ein intelligenter Stromabnehmer in Kombination mit einem Hybridantriebssystem. Entsprechend ausgerüstete Lastwagen versorgen sich während der Fahrt aus der Oberleitung mit elektrischer Energie und fahren dann lokal CO2-emissionsfrei. Auf Straßen, die nicht mit Oberleitungen ausgestattet sind, treibt ein Hybridmotor die Lastwagen an.

Einsatz auf Lastwagen-Pendelstrecken sinnvoll

Grundsätzlich sei es nicht immer möglich, mehr Güter auf die Schiene zu verlagern, sagt Siemens. Dann müsse ein zuverlässiger und möglichst umweltschonender LKW-Transport diese Aufgaben übernehmen. Der „E-Highway” sei auf stark frequentierten Lastwagen-Pendelstrecken ökologisch und ökonomisch „besonders sinnvoll”, wie beispielsweise zwischen Häfen oder Fabrikanlagen und Güterverkehrszentren oder zwischen Gruben oder Minen und zentralen Umladeplätzen.

Im Juni vergangenen Jahres ist der erste „E-Highway” auf einem zwei Kilometer langen öffentlichen Autobahnabschnitt in Schweden in Betrieb genommen worden. Auf ihm sind zwei Diesel-Hybrid-Fahrzeuge von Scania gefahren, die in Zusammenarbeit mit Siemens für den Einsatz unter der Oberleitung angepasst worden waren.

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