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E-Scooter von Ninebot sollen bald autonom zur Ladestation fahren

Ninebot launcht neue Palette elektrischer Produkte. (Screenshot: Ninebot / t3n)

Ninebot-Segway, Marktführer unter den Scooter-Herstellern, kündigt für das Frühjahr 2020 einen Scooter an, der autonom zur Ladestation fahren kann.

Das chinesische Unternehmen Ninebot-Segway hat am heutigen Freitag einen Scooter vorgestellt, der in der Lage ist, autonom zu einer Ladestation oder einen anderen vorprogrammierten Ort zu fahren. Die Entwicklung ist eine maßgeschneiderte Lösung für Scooter-Verleiher. Deren Problem besteht im Wesentlichen darin, die Leih-Scooter händisch im Einsatzgebiet einsammeln und zu den Ladestationen transportieren zu müssen. Lyft und Uber werden dementsprechend zu den ersten Käufern des neuen Produkts, das unter dem Namen Kickscooter T60 vertrieben wird, gehören.

Niedrigere Betriebskosten durch autonome Rückkehr der Scooter zum Ladepunkt

In einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters bestätigte Ninebot-Chef Gao Lufeng, dass es bei der Neuentwicklung besonders darum gegangen sei, die Kostensituation für Scooter-Sharingdienste attraktiver zu gestalten. Das Instandhalten der Scooter-Flotten erfordert derzeit einen erheblichen manuellen und damit auch finanziellen Aufwand. Insbesondere das Einsammeln der Geräte im Einsatzgebiet und der Transport zu den Lade- und Wartungsstationen drückt die Wirtschaftlichkeit der Betreiber.

Die neuen halbautonomen Scooter hingegen müssten nicht mehr eingesammelt werden. Vielmehr würden sie über die Cloud ferngesteuert zu Ladestationen oder anderen Zielorten gefahren werden können.

Selbstfahrende Scooter kommen im Jahr 2020 auf die Straße

Die neue Unabhängigkeit spiegelt sich im Preis wider. Bislang verkauft Ninebot seine Scooter für Beträge zwischen 100 und 300 US-Dollar an Verleiher. Das neue Produkt hingegen wird rund 1.400 Dollar kosten.

Ninebot-Präsident Wang Ye stellt einen selbstfahrenden Scooter vor. (Foto: Reuters/Florence Lo)

Im Herbst sollen umfangreiche Tests die Praxistauglichkeit des Produkts sicherstellen. Für das erste Quartal 2020 ist der Beginn der Serienfertigung geplant. Erste halbautonome Scooter sollten dann ab Mitte nächsten Jahres im Straßenbild zu sehen sein.

Das ist Ninebot-Segway

Ninebot-Segway sitzt im chinesischen Peking und ist Weltmarktführer unter den Scooter-Herstellern. Übereinstimmenden Schätzungen zum US-Markt zufolge stammen vier von fünf Scootern der großen Sharing-Dienste aus einer Ninebot-Fabrik.

Den Zusatz Segway führt Ninebot seit 2015, als es dem Unternehmen nach mehrjährigem Konkurrenzkampf und Patentrechtsstretigkeiten gelang, den Wettbewerber Segway zu übernehmen. Die bekannten Segway-Roller werden auch weiterhin bei Ninebot produziert. Der Schwerpunkt der Palette liegt allerdings inzwischen deutlich auf klassischen Scooter-Modellen.

Der Scooter-Boom kommt bei Ninebot ungebremst an. So konnte im Jahr 2017 der Umsatz versechsfacht werden. In 2018 verkaufte Ninebot 1,6 Millionen Scooter.

Ninebot ist erst gut sechs Jahre alt, wird aber bereits mit über 1,5 Milliarden Dollar bewertet. Das Unternehmen strebt ein Listing am Star-Market an, auch als Chinas Nasdaq bezeichnet.

t3n meint:

Schon gelenkte Scooter führen zu Problemen in vielen Städten, in denen der Einsatz gestattet ist. Immer mehr Gemeinwesen reagieren auf negative Vorfälle mit Einschränkungen und Verboten. Ein ferngesteuerter Scooter dürfte die Probleme nicht eben verringern, sondern bietet ein noch größeres Potenzial für unerwünschte Effekte. Gut möglich, dass Scooter-Sharing den gleichen Weg geht, den viele Bike-Sharer schon gegangen sind.

Dieter Petereit

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Ein Kommentar
Hel
Hel

Heut muss wohl schon wieder der 1. April sein…
Autonomes Autofahren steckt noch in der Embryonalentwicklung, und da wolle die tatsächlich autonome Miniroboter auf die Allgemeinheit loslassen?
2020?

Die „Meldung“ ist nichtmal den Lachkrampf wert, den ich dabei bekommen hab!

Antworten

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