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E-Scooter-Studie: GfK attestiert Startschwierigkeiten

So sieht es heute in vielen Städten aus, dabei sollen sich einer Studie zufolge anfangs nur wenige für E-Scooter interessiert haben (Foto: Shutterstock).

E-Scooter sind seit Juni offiziell erlaubt und mittlerweile in vielen Städten omnipräsent. Laut einer GfK-Studie sollen sie jedoch anfangs nur mäßig angenommen worden sein.

Wer derzeit in größeren Städten unterwegs ist, kommt nur schwer an E-Scootern von Tier, Circ, Lime und Co. und selbst gekauften E-Scootern vorbei. Dabei entsteht schnell der Eindruck, dass E-Scooter trotz Kritik, zum Beispiel wegen der geringen Umweltfreundlichkeit, mittlerweile sehr gut angenommen wurden. Doch wie wurden die E-Scooter unmittelbar nach ihrer offiziellen Zulassung im Juni angenommen? Wurden sie als vielversprechender Auftakt für die Verkehrswende betrachtet? Oder als nicht ernst zu nehmendes Vehikel für Geeks und Nerds? Solchen Fragestellungen hat sich die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) angenommen. Sie hat Anfang Juli in einer Studie die Nutzung von E-Scootern durch in Deutschland lebende Personen ab 18 Jahren untersucht, unmittelbar nachdem die neuen Verkehrsmittel offiziell zugelassen wurden.

Startschwierigkeiten der E-Scooter

Nach der offiziellen Zulassung der E-Scooter sollen sich 70 Prozent der Befragten überhaupt nicht für sie interessiert haben. Erste Erfahrungen mit ihnen sollen Anfang Juli zudem lediglich fünf Prozent der Befragten gemacht haben. Ebenso sei die Anschaffung eines eigenen E-Scooters nur für zwei Prozent in Frage gekommen und ein Prozent soll bereits im Besitz eines E-Scooters gewesen sein. Hersteller oder Sharing-Anbieter wie Tier, Circ oder Lime sollen 18 Prozent der Befragten gekannt und beim Namen genannt haben können.

Immerhin 25 Prozent sollen angegeben haben, dass sie gerne einmal einen E-Scooter ausprobieren würden, während 13 Prozent zumindest über eine Anschaffung nachgedacht haben sollen. Demnach wurden die E-Scooter anfangs entgegen ihrer heutigen Omnipräsenz nur mäßig angenommen.

Größte Nutzungsmotive: Spaß und Umweltbewusstsein

Über 70 Prozent der Befragten, die E-Scooter Anfang Juli per se für gut befunden haben sollen, sollen in ihnen vordergründig Spaß gesehen haben. Weitere 71 Prozent sollen das Gefühl gehabt haben, sie würden mit der Nutzung der E-Scooter etwas Gutes für die Umwelt tun. Für 65 Prozent der Befragten sollen die E-Scooter hingegen für Freizeitzwecke interessant gewesen sein, während 33 Prozent sich vorgestellt haben können sollen, sie auch als Transportmittel zur Arbeit zu nutzen. Laut Ines Melzer, GfK-Expertin im Bereich Mobility, sei die Wahrscheinlichkeit, E-Scooter für diesen Zweck zu nutzen größer, wenn es sich dabei um selbst gekaufte E-Scooter handle.

Wie E-Scooter heute angenommen werden, geht aus der Studie nicht hervor. Es ist jedoch wahrscheinlich, dass das Interesse aufgrund der Omnipräsenz der E-Scooter in Städten und in den Medien deutlich höher ausfallen dürfte, als es zum Zeitpunkt der Studie der Fall gewesen ist. Gleichermaßen dürfte sich beispielsweise durch Studien zur Umweltfreundlichkeit das Image der E-Scooter gewandelt haben.

Interesse an E-Scootern bei trendaffinen Zielgruppen

Vorreiter in der Nutzung sollen der Studie zufolge Menschen aus den Lifestyle-Segmenten der „Trend-Surfer“, „Alphas“ und „Idealists“ gewesen sein, die auch die Kernzielgruppe der Hersteller und Händler gebildet hätten und würden. So seien Trend-Surfer jung, aufgeschlossen für neues und sehr technikaffin. Die Gruppe der Alphas sei zahlungskräftiger, statusorientierter, würde ebenfalls Wert auf den Spaßfaktor legen und sei ebenfalls aufgeschlossen für neue Technik. Idealists seien laut der GfK zwar auch erlebnisorientiert, jedoch vor allem von einem starken Umweltbewusstsein getrieben.

„Das Interesse bei trendaffinen Zielgruppen ist da und erklärt sich dadurch, dass hier die beiden Megatrends Erlebnisorientierung und Umweltbewusstsein in einem Produkt aufeinandertreffen“, erklärt Melzer. Damit E-Scooter einen Beitrag zur Mikromobilität leisten können, müsse laut Melzer die Nutzung bei alltäglichen Wegen zunehmen, was Nutzungsdaten der Sharing-Anbieter zum Zeitpunkt der Studie aber nicht gezeigt hätten.

Methodik der Studie

Für die Studie „Get the E-Scooter rolling“ wurden im Zeitraum 4. bis 7. Juli 2019 1.006 in Deutschland lebende Personen ab 18 Jahren zur Nutzung von E-Scootern befragt. Die GfK verknüpft Daten mit wissenschaftlichen Methoden, um Antworten auf Geschäftsfragen rund um Verbraucher, Märkte, Marken und Medien zu finden. Den meisten Personen dürfte ihr Name aus der Fernsehforschung ein Begriff sein. So ermittelt Sie gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft für Fernsehforschung (AGF) Zuschauerreichweiten von Fernsehprogrammen und Sendern.

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4 Kommentare
Titus von Unhold
Titus von Unhold

Warum fängt die Redaktion schon wieder an popelige Umfragen als Studie zu bezeichnen? Leute…

Antworten
Dieter Petereit

Kann nicht erkennen, wo das falsch sein sollte. Eine Studie beinhaltet klassischerweise eine oder mehrere Umfragen oder basiert vollständig darauf. In diesem Falle ist das synonym zu verwenden.

Antworten
Titus von Unhold
Titus von Unhold

Eine Studie dient dem wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn und genügt nachvollziehbaren qualitativen Ansprüchen, inklusive der Publikation gemäß den entsprechenden Maßstäben. Eine Umfrage ist nichts dergleichen und dient nur der Erwähnung des eigenen Namens in den Medien. Leider ist ein Großteil der Rezipienten nicht mit der entsprechenden Medienkompetenz ausgestattet das immer zu erkennen. Man schaue sich nur die Reaktionen an wenn ein Wissenschaftler als „Experte“ bezeichnet wird.

Dennis
Dennis

Was mich an dem Beitrag stört, ist das viele „sollen“. Klingt für mich so, als ob der Autor der Auswertung der Umfrage nicht traut. Wenn in einer Umfrage 5 von 10 was gesagt haben, dann ist das ein Fakt und keine Vermutung.

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