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Ebay unter 20 Euro: Wie der Marktplatz (noch) ein bisschen mehr wie Amazon wird

Wohin steuert Ebay? Der Online-Marktplatz startet heute seine Rubrik "Ebay unter 20". (Foto: IB Photography / Shutterstock.com)

Ebay hat eine neue Kategorie namens „Ebay unter 20 Euro“ vorgestellt, die Kunden zum schnellen Zwischendurch-Einkauf animieren soll. Doch die Strategie wirft die Frage nach dem Alleinstellungsmerkmal des ehemaligen Auktionshauses auf.

Die Landingpage ebay.de/unter-20 geht heute weltweit an den Start. Die Rubrik, die als neue zentrale Anlaufstelle für niedrigpreisige Artikel aller Art gedacht ist und die ohne Versandkosten kommt, soll die Kunden zum „Shoppen ohne schlechtes Gewissen“ anregen. Auf den ersten Blick wirkt sie aber eher wie ein Sammelsurium für all jene, die in Kauflaune sind, aber nicht zu viel Schaden auf dem eigenen Konto anrichten wollen.

Ebay unter 20 Euro wirkt wie die Boutique im Möbelhaus

Es ist offenkundig, dass Ebay auf diese Weise die Kunden möglichst oft und eben nicht nur zu größeren Anschaffungen auf die Seite holen will. „Kategorieübergreifend können Online-Shopper Trendprodukte nach dem Preis sortiert suchen, von Männer- und Frauenbekleidung über Fitnessartikel bis zu Einrichtungsgegenständen und vielem mehr“, heißt es in der offiziellen Mitteilung. Modeschmuck, Uhren und Sonnenbrillen, Handyhüllen und mobile Lautsprecher, Dekokissen, Küchenutensilien, Kabel und Adapter – das Ganze erinnert eher an die Boutique eines Möbelhauses oder an einen Angebots-Shop in der Fußgängerzone. Also all jene Abteilungen oder Geschäfte, die dem Kunden, auch wenn er heute nichts Großes kaufen will oder gerade nicht das Geld hat, das Gefühl geben, dass er beim Konsum dennoch dabei ist.

Sammelsurium oder Konzept? Die Produkte unter 20 Euro sollen Ebay mehr Umsatz bringen. (Screenshot: Ebay)

Deutlich wird damit aber auch: Ebay schwimmt immer mehr auf der Welle von Amazon und merkt offenbar auch deutlich, wie erfolgreich der Amazon Marketplace mit den niedrigpreisigen Artikeln ist, die zu einem nicht geringen Prozentsatz von asiatischen Händlern importiert werden. Verständlich, dass sich Online-Marktplatz Ebay da auch einen Teil des Kuchens sichern will. Dass dieses Kopieren des De-facto-Marktführers nicht unbedingt von Schaden für die Kunden sein muss, ist offenkundig. Klar ist aber auch, dass Ebay, um in Zukunft mehr als einer unter vielen Marktplätzen zu sein, eigene Wege und einen eigenen Unique Selling Point finden muss.

Immerhin hat Ebay mit den Funktionen „Find it on Ebay“ und „Image Search“ zwei neue Produktsuchen am Start. Kunden können dabei mit online gefundenen Bildern oder den eigenen Smartphone-Fotos bei Ebay nach entsprechenden Produkten suchen, um unter den 1,1 Milliarden Angeboten genau das zu finden, was zu ihnen passt. Allerdings ist das Ergebnis noch nicht immer überzeugend.

Von Ebay unter 20 Euro werden einige Gruppen profitieren

Insgesamt entwickelt sich Ebay immer mehr weg von der ursprünglichen Listing-Darstellung und dem Auktionsformat – hin zu einem großen Schaufenster für Artikel aller Art. Profitieren werden von diesem Trend auch die Logistikunternehmen: Denn selbst wenn die Waren für den Kunden versandkostenfrei geliefert werden, muss einer die Zeche zahlen – und das wird der Händler sein, der die Kosten natürlich auf Umwegen dennoch an den Kunden weitergibt. Profitieren können davon aber die Paketdienstleister, wenn immer mehr niedrigpreisige Artikel als einzelnes Paket durch die Republik geschickt werden. Ob das Ganze unter ökologischen Gesichtspunkten sinnvoll ist, steht dabei auf einem anderen Blatt. Andererseits war es auch nie wirklich vernünftig, für einen einzelnen niedrigpreisigen Artikel in die Stadt zu fahren.

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