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Analyse

Ebay: So wurde Allmedia in Dinslaken zum Umsatzmillionär

(Bild: Allmedia)

Kürzlich veröffentlichte Ebay, dass es mehr als 1000 Händler im Club der Umsatzmillionäre gibt. Einige von ihnen stellt Mark Steier in einem Händlerportrait vor. Heute: Allmedia in Dinslaken.

Mit seinem Fotogeschäft hat Norbert Lehnhoff schon viel miterlebt, denn kaum eine andere Branche hat sich im Laufe der letzten Jahre so stark verändert:

„Als ich im Jahr 1992 mein Ladengeschäft in Dinslaken eröffnete, machte man sein Geld noch mit analoger Fotografie. Familien kamen nach ihrem Urlaub, um Filme zum Entwickeln abzugeben, die Bilder später abzuholen und mindestens noch weitere Filme sowie Fotoalben oder Bilderrahmen mitzunehmen. Mit der Digitalisierung war das vorbei. Kaum hatte man sich auf Digitalkameras eingestellt, wurden diese von den Smartphones abgelöst. Heute lassen nur noch die wenigsten Menschen ihre Fotos entwickeln. Ich musste in den letzten 25 Jahren also häufig umdenken und mein Geschäft umbauen. Da blieb auch der Gang ins Internet nicht aus.“

Als im Jahr 2002 der Umsatz ein Tief erreichte, entdeckte er durch Zufall das Potenzial von Ebay. Eine Freundin seiner Frau unterbrach ihren Besuch in seinem Haus, um bei Ebay an einer Auktion teilzunehmen. Norbert Lehnhoff war sofort begeistert und nahm sich vor, mit dem Verkauf bei Ebay probeweise zu beginnen.

Bis zu 400 Sendungen täglich

(Foto: Allmedia)

Der erste Artikel, den er verkaufte, war eine Pentax-Kamera, die bereits seit zwei Jahren das Ladengeschäft hütete. Bei Ebay stellte der gelernte Fotokaufmann die Kamera zur Auktion ab 1 Euro ein und verkaufte sie fast zum vollen Preis. So fing es an. Die ersten Pakete wurden noch während des normalen Ladenbetriebs hinter der Theke verpackt. Heute kümmern sich sechs Angestellte um den Versand von täglich 200 bis 400 Paketen. Norbert Lehnhoff erinnert sich:

„In der Anfangszeit hätte ich niemals gedacht, dass ich einmal Ebay-Umsatzmillionär sein würde. Als wir diese Marke vor fünf Jahren zum ersten Mal knackten, wusste ich, dass wir den richtigen Weg eingeschlagen haben.“

Um in der sich schnell wandelnden Branche stetig auf Erfolgskurs zu bleiben, ist es Norbert Lehnhoff wichtig, sich mit seinem Geschäft von der Konkurrenz durch kundenfreundliches Auftreten und ein Angebot, das mit der Zeit geht, absetzen zu können:

„Die meisten Online-Fotoshops sind reine Versender. Wir dagegen haben viel Erfahrung im stationären Handel gesammelt und zeigen Gesicht und Herzblut. Bei uns gibt es keine zwischengeschaltete Service-Hotline, sondern kompetente Mitarbeiter, die dem Kunden jederzeit weiterhelfen. Zusätzlich sind wir immer auf der Suche nach Innovationen, durch die wir unser Angebot stetig an den Bedarf unserer Kunden anpassen können.“ Mit dieser Strategie ist es Norbert Lehnhoff gelungen, kontinuierlich zu wachsen. Für die Zukunft gilt: Es geht so weiter wie bisher: Keine hohen Ziele stecken, sondern langsam auf Wachstumskurs bleiben.

Quick-Check: Allmedia in Dinslaken

Die 100-prozentige Kundenzufriedenheit sticht sofort ins Auge. Bei allen detaillierten Verkäuferbewertungen 5.0 von 5.0 und das Bewertungsprofil zeigt 100 Prozent. Und: Bei 85.182 erhaltenen Bewertungen wurden lediglich 20 (!) im Nachhinein von den Käufern bearbeitet. Großartige Leistung!

Shop-Design

Das Design ist zwar nett, aber nicht responsiv und leider auch nicht 2017-ready. Gerade bei hochwertigen Produkten sollten Konsumenten eine zeitgemäße Präsentation erwarten können. Mobil sind seine Artikel nicht lesbar. Da hat Norbert noch ein paar Hausaufgaben zu erledigen.

Artikelmerkmale

Unfassbar, auch hier hat Allmedia nur das Nötigste dargestellt. Freundlich ausgedrückt. Weder Lieferumfang noch die technischen Daten, also die Artikelmerkmale, pflegt er. Die von Ebay zur Verfügung gestellten Katalogdaten bzw. die „Detaillierte Informationen zum Artikel“ sucht man vergeblich. Sie werden einfach nicht genutzt. So fehlen dann auch die Produktvideos.

Follower, Ratgeber und Kollektionen

1 Kollektion, 0 Ratgeber aber 812 Follower. Daraus ließe sich etwas machen.

Zusammenfassung

Der Account Allmedia von Norbert Lehnhoff hat viel Potenzial links liegen lassen. Das ist schade, denn mit gerade einmal 630 Angeboten halten sich die Kosten für eine Optimierung stark in Grenzen. Zumal Ratgeber, Kollektionen und auch das Befüllen der Artikelmerkmale im Unternehmen selbst erledigt werden können. Dringend wird dieses Jahr für ihn die mobile Sichtbarkeit. Viel Zeit hat er nicht mehr. Dieser Account zeigt einmal mehr, wie überfordert die Händler doch mit den großartigen Möglichkeiten sind, die Ebay ihnen bietet.

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7 Reaktionen
Jürges

Ich möchte mal wissen wie der EBAY-Name des Shops lautet; ich habe das Fotogeschäft unter
"allmedia" nicht gefunden.
:-( ?

Martin

Der Artikel bzw. der Quick-Check lässt den Einzelhändler irgendwie in einem recht schlechten Licht darstehen? Obwohl er doch genau alles richtig gemacht hat. Finde den Quick-Check recht mau... "höfflich" ausgedrückt ;-)

Der Einzelhändler hat gemacht:
Kein Fokus auf Design und anderen Blödsinn. Klarer Fokus darauf, dass Kunden zufrieden sind. 100% Kundenorientierung und alles andere ist komplett nebensächlich. Bedeutet macht man, wenn man zuviel Zeit/Geld hat aber nicht vorher.

Das was im Quick-Check empfohlen wird ist zwar schön und gut... Aber es ist ein Einzelhändler(!) Knall harte Margen, kein Budget für Blödsinn was Nichts bringt. Kleine Schritte und genau das ausbauen was läuft... So ticken Einzelhändler(!) und auch nur so können die Erfolg haben. Kein Einzelhändler kann es sich leisten Geld zu versenken.

Welcher Profifotograf braucht dazu ausführliche Produktbeschreibungen? Die wissen doch genau was die suchen. Und wenn es Beratung bedarf dann ab zum Telefon. Und dort hat er ja scheinbar nur kompetente Mitarbeiter. Also alles super.

Produktvideos????:D Die kosten sch*** viel Geld in der Erstellung und lohnen sich für seine Zielgruppe schlicht nicht. Entwender Einbindung von Hersteller-Videos, die es tausendmal gab und somit null Mehrwert haben... Eigene Videos? für einen Einzelhändler viel zu teuer...

Das sind doch genau solche Art von Beratungen die keinem weiterhelfen. Etwas drastisch ausgedrück... Komplett aus dem Elfenbeinturm ohne sich wirklich mit den Sorgen und Anforderungen von Einzelhändler zu beschäftigen...

Hätte allmedia nun riesen Budget genommen und das für Blödsinn aus dem Fenster geballert wäre doch der Stand nun niemals möglich gewesen(!) Daher lieber einige tausende Euros bzw. hunderte Stunden Arbeit gespart und da reingesteckt wo es mehr bringt.

Klein Anfangen, schauen was die eigenen Kunden benötigen und in kleinen Schritten ausbauen. Dabei immer die Kunden im Fokus. Genau so und nur so geht ein erfolgreiche Digitalisierung bei normalen Budgets.

Eigentlich sehr interessanter Artikel, der toll zeigt wie man es richtig macht und nicht auf Marketing Agenturen und Co reinfällt... aber den Quick-Check hätte man wohl mal besser löschen sollen....

Grüße

Mark Steier

Ok, warum der ganze Spaß also:

-> Artikelmerkmale auffüllen ist notwendig, damit Konsumenten Filter setzen können und damit Cassini (die Eaby Suche) dein Angebot findet. Ohne Merkmale verlierst du an Sichtbarkeit. Bei 630 Artikel ist das kein Hexenwerk. Kann jeder selbst machen. Auch er, denn die Merkmale hat er und schreibt sie in seine Artikelbeschreibung. fazit: Copy & Paste ins richtige Feld

-> Videos und Produktkatalogdetails werden von eBay gestellt. Diese anzeigen zu lassen ist 1 Hacken im Verkaufsformular. Und: kostet nix!

-> nix Elfenbeinturm, aber eigene Verkäufererfahrung :-)

-> Budget? Wofür? Du hast noch nie etwas auf eBay professionell verkauft?

-> Gute responsive Templates gibt es ab 50€ und sind damit garantiert günstiger als das jetzige apanado-Template. Dieses dürfte ab 800-1.200€ gekostet haben.

Keine Ahnung mit welcher Brille du auf den Account schaust, aber Ahnung vom Handeln auf eBay scheinst du nicht zu haben. Alle von mir vorgeschlagenen Maßnahmen kann der Händler selbst umsetzen. Bei 630 Artikeln reden wir hier von 1 Mann-Woche (wenn er alles manuell erledigen muss),

Martin

Hallo Mark,

Danke für die Infos und Rückmeldungen. Mir kam der Bereich Quick Check mit der Kritik zu mächtig rüber. Weil würde auch nur ein Bruchteil der Einzelhändler sich so für eBay interessieren und einsetzen wäre bereits einiges erreicht. Hatte innerlich schlicht mehr "Lob" erwartet was der Einzelhändler bisher erreicht hat ;)

Aber kann auch nun gut nachvollziehen, dass Dinge die man so einfach beheb kann auch gut hätte behoben werden können bzw. sein müssen. Vorallem wenn Videos und Co nur ein paar Klicks sind. Dann ist es durchaus "schade", wenn man Potenziale so verpuffen lässt.

Grüße
Martin

Tobi

Schon wieder ein Umsatzmillionär.

Was bleibt denn am Ende übrig? Lohnt es sich denn abzüglich der ganzen Gebühren überhaupt?

Umsatzmillionär zu werden ist ja nicht schwer.

Mark Steier

Kurz und knapp: Ja, es lohnt sich. Die Marktplatzkosten, bei eBay ca 13% sind ja recht günstig!"

CPC o.ä ist meist teurer und schwer kalkulierbarer. Das Gebühren-Modell der Marktplätze ist einfach: Verkaufst du nix, hast du keine Kosten, verkaufst du, fallen ein paar % an.

Ideal also für alle KMU.

Bedenke: 49% des e-commerce Umsatzes findet über Marktplätze statt. (Quelle bevh 2016)

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