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Analyse

Ebay wird schneller und zuverlässiger: Fulfilment-Programm für Händler im Anmarsch

DHL übernimmt aktuell in einem Pilotprojekt die Logistik und das Lager für einige Ebay-Händler. (Foto: DHL)

Ebay bringt ein eigenes Logistik-Programm und kennzeichnet dann Artikel, die direkt von Ebay versandt werden. Das bringt Kunden Vertrauen und Händlern mehr Umsatz, analysiert t3n-Redakteur Jochen G. Fuchs.

Der Marktplatz Ebay arbeitet an einem Fulfilment-Programm, vergleichbar mit Amazons „FBA“-Programm. Der US-Konzern möchte seinen Händlern die Möglichkeit bieten, Waren in einem Logistikzentrum einlagern und von dort aus direkt versenden zu lassen. Ein weiterer Schritt hin zu einem attraktiveren Marktplatz für Ebay-Kunden. In Deutschland läuft bereits ein Pilotprojekt. Die Auswirkungen können weitreichend und positiv sein, sowohl für Kunden wie auch für Händler.

Ebay arbeitet an einer Fulfilment-Lösung

Das Blog Ecommercebytes hat eine Händler-Umfrage von Ebay veröffentlicht, die klar mitteilt, dass Ebay an einem Fulfilment-Dienst für Händler arbeitet. „Ebay arbeitet daran, neue Fulfilment-Optionen zu schaffen, die für Käufer erschwinglicher und verlässlicher sind. Diese Umfrage hilft uns dabei, ihre Wünsche an eine Drittanbieter-Fulfilment-Lösung zu erfahren“, soll es in der Umfrage heißen.

Die Reaktionen der US-Händler unter dem Blog-Beitrag schwanken von skeptisch hin zu panisch und hysterisch. In deutschen Händlerforen herrscht leichte Skepsis bis hin zu vorsichtigem Optimismus.

Ebay Fulfilment, das Pilotprojekt in Deutschland

Ganz nebenbei stellte Plentymarkets-CEO Jan Griesel während des eigenen Hausevents das Pilotprojekt schon Anfang des Jahres vor, wie Marktplatz-Experte Mark Steier bei Wortfilter.de schreibt. Seit diesem Zeitpunkt ist bereits bekannt, dass Ebay auch in Deutschland an einer Fulfilment-Lösung arbeitet. Ein Pilotprojekt läuft dazu also schon seit Monaten.

Wie das Fulfilment mit Ebay abläuft

Plentymarkets, ein E-Commerce-ERP, das auf die Verwaltung besonders vieler unterschiedlicher Verkaufskanäle spezialisiert ist, stellt die Schnittstellen zu Ebay, DHL und anderen nachgelagerten Systemen der Händler zur Verfügung. Die Abwicklung und die Lagerung der Artikel übernimmt DHL, die Vermarktung des Angebotes liegt bei Ebay.

Händler liefern also ihre Ware bei einem Logistikzentrum von DHL ein, binden ihre Warenwirtschaft über Plentymarkets an DHL und an Ebay an – und können dann loslegen. Preise und nähere Details sind bisher noch nicht bekannt, eine entsprechende Anfrage bei Ebay haben wir gestellt.

Ebay Fulfilment ist unverzichtbar und kommt viel zu spät

Ebay beschädigt sich durch zögerliche Maßnahmen und mangelnde Weitsicht selbst. Das neue Fulfilment-Programm kommt hoffentlich nicht zu spät. (Logo: Ebay, Foto: Gts / Shutterstock, Montage: t3n)

Dem Vernehmen nach soll Ebay die Logistik-Lösung nutzen, um Ebay Plus aufzuwerten, das noch recht junge Kundenbindungsprogramm aus dem Jahr 2015. Ebay Plus bietet Ebay-Kunden schnellen Versand, gratis Rückversand und zusätzliche Sonderangebote, zum Beispiel in den Ebay-Plus-Wow-Wochenenden mit 15 Prozent Rabatt, außerdem Gratis-WLAN in aktuell 22 Großstädten. Weiterer Mehrwert fehlt bisher.

Der Marktplatz Ebay hat bei vielen Kunden nicht den zuverlässigsten Ruf als Einkaufsquelle: Bestellungen, die dringend benötigt werden, landen eher bei Amazon als bei Ebay. Der Grund ist ebenso einfach wie niederschmetternd: Viele „schwarze Schafe“ unter den Händlern haben hier über die Jahre hinweg den Ruf des Marktplatzes nachhaltig beschädigt, indem sie Waren verkauft haben, die sie gar nicht auf Lager haben – oder extrem spät versandt haben.

Ebay kennt dieses Problem seit langer Zeit und ist konsequent dagegen vorgegangen, Händler, die nicht pünktlich liefern, werden in einer Mängelquote abgestraft. Außerdem wird branchenweit das Programm Ebay-Plus als konkrete Gegenmaßnahme von Ebay betrachtet. Es scheint aber nicht auszureichen, der Erfolg des Programms ist ungewiss, der Marktplatz schweigt sich zu konkreten Nutzerzahlen aus. Laut der Wirtschaftswoche sollten es bis Ende 2016 200.000 Nutzer werden.

Jetzt bringt Ebay das Programm endlich auf den Punkt und eine eigene Logistik an den Start, die das gleiche Vertrauen beim Kunden erzeugen soll, wie es das Amazon-Prime-Label bei Kunden bewirkt. Leider extrem spät, wenn nicht schon zu spät.

Im Jahr 2014 haben wir den Plan von Ebay Enterprise, ein Logistikzentrum zu eröffnen, sehr enthusiastisch kommentiert. Dann wurde Ebay Enterprise verkauft und das Projekt verschwand. Die Kurzsichtigkeit von Ebay beim Verkauf von Ebay Enterprise und Afterbuy, einem Plentymarkets-Konkurrenten, hat dem Unternehmen schwer geschadet.

Heute, knapp drei Jahre später, steht der Marktplatz vor der Herausforderung, das bereits gelaunchte Ebay-Plus-Programm mit dem neuen Dienst nicht nur zu verknüpfen, sondern diese große Aufwertung des Dienstes auch dem Kunden zu verkaufen. Es wäre besser gewesen, das gleich zum Start des Programms zu tun.

Für Händler ist eine Teilnahme an diesem Projekt testweise auf jeden Fall zu empfehlen. Es ist aus strategischer Sicht für jeden Ebay-Händler wünschenswert, dass der Marktplatz aufgewertet wird. Das sichert mehr Umsätze und stärkt Ebays Position gegenüber dem Wettbewerb. Hoffen wir, dass es nicht zu spät ist.

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Eine Reaktion
Wagner

Ohne konkrete Kostenzahlen kann man sich keine seriöse Meinung bilden.

Klar ist, daß die Verkäufer der Anfangsjahre offenbar unerwünscht sind, denn second-hand-Artikel oder Sammelobjekte passen vermutlich nicht in das neue System.

Schau´n mer mal ............

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