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Kommentar

In diesem Jahr wird sich Ebays Zukunft entscheiden

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Tschüss Listing, wir werden dich nicht vermissen

Auch der wütendste Händler wird sich insgeheim beim Einkaufen auf Amazon und auf der alten Ebay-Plattform eingestanden haben, dass das Einkaufserlebnis bei Ebay eine Katastrophe ist. Und wir reden hier nicht von rethorisch-esoterischen Glücksgefühlen durch irgendwelches Feature-Chichi, sondern davon, sich genervt durch zehntausend mehr oder weniger identische iPhone-Angebote zu wühlen. Durch einen verstopften, unübersichtlichen Schrott-Katalog.

Stattdessen gibt es zukünftig eine einzige Produktdetailseite und laut der Berichterstattung bei Ecommercebytes dazu vier Kaufoptionen. 10.000 Listings werden also auf vier eingedampft und in eine einzige Produktdetailseite integriert. Vergleichbar mit der Buybox bei Amazon. Zukünftig werden Kunden nur noch auf diese Weise einkaufen können. Ebay-CEO Wenig sprach auf der Wall-Street-Konferenz davon, dass dieses Jahr eine riesige Anzahl von Kategorien umgestellt werde.

Das Chaos, das aus der alten Struktur mit den Angebots-Listings einherging, wird kein Kunde vermissen, nicht ein einziger. Und dass die alte Struktur als Status quo unhaltbar war, liegt auf der Hand. Verliert Ebay damit seine Einzigartigkeit? Vielleicht, das spielt aber keine Rolle.

Ebay: Manchmal ist Nachahmung die einzig mögliche Antwort

Die Summe aller Veränderungen, die Ebay in den letzten Jahren vorgenommen hat, könnte auf den Beobachter wirken wie der Versuch, Amazon zu imitieren. Auf eine gewisse Weise ist das korrekt. Amazon gibt durch seine Integration in den Alltag der meisten Durchschnittskunden indirekt Standards vor. Ebays Marktplatz ist im Laufe der Jahre ins Hintertreffen geraten, ein einheitlicher Produktkatalog ist heute Standard, und davon war Ebay lange Zeit weit entfernt.

Oberflächlich betrachtet mag es wie ein „Metoo“-Manöver wirken, Produktdetailseiten, Produktkatalog, Produktbewertungen und Servicefeatures wie das Lieferversprechen und die automatischen Retouren nach dem Vorbild von Amazon zu formen. Tatsächlich orientiert sich Ebay damit aber an der Erwartungshaltung des Kunden. Und mit einer Erwartungshaltung diskutiert man nicht, die wird erfüllt.

Hat Ebay seine Privatkunden verloren? Ja, das lässt sich so feststellen. An viele andere kleine Marktplätze und an das hauseigene Pendant Kleinanzeigen. Devin Wenig sprach zwar auch davon, den Consumer2Consumer-Bereich stark zu vereinfachen, das wird aber keine große Rolle mehr spielen. Und große Erträge und Umsätze würde Ebay damit sowieso nicht erzielen – jedenfalls nicht in den Größenordnungen, die sich durch die Fokussierung auf gewerbliche Händler ergeben.

Der Tod des Listings macht Ebay zu einem schwierigen Pflaster für manche Händler, aber das ist eine unausweichliche Entwicklung, um Ebays Zukunft zu sichern. Diese Zukunft wird nicht alleine durch den Tod des Listings gesichert; das anzunehmen, wäre blauäugig. So hat Wenig auch angekündigt, das Guaranteed-Delivery-Programm, eine Art Lieferversprechen, global und konzentriert auszurollen. Und wie früher schon von Ebay angekündigt, wird wohl auch bei Ebay-Plus, der Prime-Alternative, noch einiges geschehen.

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