Startups

Von Berlin ins Valley: Gidsy-Gründer Edial Dekker heuert bei Eventbrite an

Edial Dekker. (Foto: NEXT Berlin – via flickr, Lizenz – CC BY 2.0).

„Der Hype ist weg“: Eines der bekanntesten Gesichter der Berliner Startup-Szene, Edial Dekker, heuert im Silicon Valley an.

Edial Dekker hat mehr als fünf Jahre in der deutschen Startup-Hauptstadt gelebt. 2010 gründet der Holländer zusammen mit seinem Bruder Floris und Philipp Wassibauer Gidsy, eine Plattform für die private Vermittlung von Stadtführungen und Outdoor-Aktivitäten.

Spätestens mit dem Investment des Hollywood-Stars Ashton Kutcher Anfang 2012 wird Gidsy zum neuen Stern am Berliner Startup-Himmel: Edial Dekker ist eines der Gesichter des Berlin-Hypes, Medienliebling und regelmäßiger Gast auf Szene- und Networking Events. Keine anderthalb Jahre später folgt die Übernahme durch die rivalisierende Buchungsplattform Getyourguide.

Gidsy: Zu schnell zu viel

Kehrt Berlin den Rücken: Gidsy-Gründer Edial Dekker (Foto: NEXT Berlin –  – via flickr, Lizenz  – CC BY 2.0).

Kehrt Berlin den Rücken: Gidsy-Gründer Edial Dekker (Foto: NEXT Berlin – via flickr, Lizenz CC BY 2.0).

Warum konnte Gidsy sich nicht durchsetzen? In einem Interview mit der Berliner Morgenpost hat Dekker eingeräumt, Fehler gemacht zu haben:

„Unser Modell war sehr schwierig. Wir haben versucht, zu schnell zu wachsen (…) und unsere Kosten sind uns davongelaufen.“

Nach der Übernahme durch Getyourguide im Mai 2013 hat Dekker mehrere Monate lang die Übergangsphase begleitet. Nun ist es also Zeit für Neues. Der Ticketing-Service Eventbrite sei Gidsy von der Grundidee her sehr ähnlich: Beiden gehe es darum, Menschen aufgrund gemeinsamer Interessen, speziell rund um Events, zusammen zu bringen. Eventbrite tue dies eben nur in weitaus größerem Rahmen.

Edial Dekker: „Die Berliner Startup-Szene ist erwachsen geworden“

So sieht Dekker in San Francisco mehr Möglichkeiten für sich, etwas zu bewegen und Spuren zu hinterlassen. Zudem könne er im Valley noch eine Menge lernen. Denn es gebe einfach mehr Firmen, mehr Bewegung: „Dort drüben passiert alles in größerem Maßstab.“ Während man in Berlin zwar viel über Produktstrategie und internationalen Fokus lernen könne, gebe es hier einfach noch keine Vorbilder für die erfolgreiche Skalierung eines Startups, sagte Dekker dem Journalisten David Knight von Silicon Allee.

„Der Hype ist vorbei.“

Edial Dekker sagt klar, dass er in San Franciso, speziell bei Eventbrite, mehr bewegen kann als in Berlin. Dennoch sieht er die hiesige Startup-Szene auf einem guten Weg: Berlin sei voller ambitionierter, aufgeschlossener Unternehmer, es herrsche ein tolles Klima. Zwar sei der Hype nun vorbei, dies sei aber vorteilhaft, da man sich nun besser auf das Wesentliche konzentrieren könne. Dekker geht davon aus, dass Berlin in zwei bis drei Jahren auch große, solide Startup-Schwergewichte hervorgebracht haben wird.

Berlin: Der Hype ist vorbei – ran ans Geschäft

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Für Berliner Startups beginnt das Zeitalter des Geschäftemachens. © sborisov – Fotolia.com

„Berlin wird starke Unternehmen hervorbringen.“

Dass Dekker den Berlin-Hype für beendet erklärt, passt zur Wahrnehmung vieler Beobachter der deutschen Startup-Szene. Spätestens mit dem Ende des Berliner Szenedarlings Amen hat sich gezeigt, dass eine schicke Online-Plattform allein zum Überleben nicht ausreicht. Ein Produkt oder eine Dienstleistung mit tatsächlichem Mehrwert, für idealerweise zahlende Kundschaft, hat da schon bessere Erfolgschancen.

So ruft auch der Startup-Dienst Venture Village 2014 zum Jahr der vermeintlich „langweiligen“, B2B-fokussierten Startups aus, die sich statt auf PR und Marketing auf ein solides Geschäftsmodell konzentriert haben.

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Ein Kommentar
pixagentur

In der Vergangenheit mit mehreren Starups zu tun gehabt und seit dem können wir den Begriff Sartup nicht mehr hören.
Manche sind unzuverlässig, beratungsresistent und völlig chaotisch. Man könnte den Eindruck gewinnen, dass manche dieser Startups nur versuchen den Status Quo zu erhalten und sich kaum vorwärts bewegen. Ist ja auch viel hipper für ein Startup zu arbeiten, als für ein Unternehmen, das Geld mit dem was es tut auch verdient.

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