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Ein Jahr nach der DSGVO: Deutschlands Top-Websites übersät mit Linkfehlern

(Foto: dpa)

Seit einem Jahr gilt die Datenschutzgrundverordnung. Trotzdem sind die 50 reichweitenstärksten Websites in Deutschland mit Linkfehlern übersät, wie ein Hamburger Startup jetzt herausfand. 

Ein Jahr nach Inkrafttreten der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) strotzen die 50 reichweitenstärksten Websites in Deutschland vor Fehlern. So enthalten die Datenschutzbestimmungen von knapp zwei Dritteln (64 Prozent) aller untersuchten Websites im IVW-Ranking mindestens einen toten Link, bei 16 Prozent sind es bis zu fünf, und bei 20 Prozent der Seiten führen sogar mehr als fünf Links ins Leere. Die Ergebnisse hat das Hamburger Monitoring-Startup Leankoala für t3n ermittelt.

„Zum Stichtag der DSGVO-Umsetzung wurde unter großen Anstrengungen der Garten einmal sauber und vorzeigbar angelegt und in den letzten zwölf Monaten haben es einige Seiten ganz schön wuchern lassen“, erklärt Stefanie Langner, Geschäftsführerin bei Leankoala. „Dass gerade mal ein Drittel der reichweitenstärksten Websites in Deutschland keine toten Links auf ihren Datenschutzseiten aufweist, hat uns dann doch überrascht.“ Ursache für die fehlerhaften Links sind meistens Tippfehler, Seitenausfälle bei Partnern oder an andere Orte verlegte AGB.

„Im Bereich des Bußgeldrisikos“

Für Seitenbetreiber kann das unangenehme Folgen haben. „Wenn AGB oder Cookie-Richtlinien nicht verfügbar sind, kann das zumindest zu Spitzfindigkeiten besonderer Nutzer oder Wettbewerber führen“, erklärt Langner. Doch damit nicht genug: Denn auch datenschutzrechtlich können tote Links durchaus zum Problem werden. 

Nämlich immer dann, wenn in den eigenen Datenschutzbestimmungen nur grob auf die Verarbeitungstätigkeiten von Drittpartnern verlinkt wird. „Wenn ich als Website-Betreiber für die Datenverarbeitung verantwortlich bin, muss ich auch darüber informieren“, sagt IT-Rechtsanwalt Adrian Schneider von der Kölner Kanzlei Osborne Clarke. „Den Besucher sich die Informationen einfach nur selbst zusammensuchen zu lassen, indem ich ihm einige Links präsentiere, ist da schon grenzwertig. Wenn dann auch noch ein Link nicht funktioniert, komme ich meiner Informationspflicht schlicht gar nicht mehr nach und begehe einen Datenschutzverstoß – und bin auch im Bereich des Bußgeldrisikos.“

Tipps für Seitenbetreiber

Die Schlussfolgerung: Je häufiger Seitenbetreiber in ihren Datenschutzbestimmungen auf externe Seiten verlinken, desto größer ist auch das Risiko für problematische Linkfehler. „Eine gute Datenschutzerklärung sollte daher selbst wiedergeben, was bei welchem externen Dienstleister im Wesentlichen passiert und auf welcher Rechtsgrundlage er verwendet wird“, sagt Schneider. Die Datenschutzerklärung des Dienstleisters könne dann gegebenenfalls für weitere Details verlinkt werden. „Wenn dann alle wesentlichen Informationen schon in der eigenen Datenschutzerklärung stehen, ist ein toter Link ärgerlich, aber kein Compliance-Risiko mehr.“

Um die eigene Datenschutzseite auf Linkfehler zu überprüfen, können Seitenbetreiber diverse Tools nutzen. Neben Leankoala aus Hamburg bieten sich zum Beispiel auch Columbo.io und Dr. Link Check an. Leankoala-Gründerin Stefanie Langner empfiehlt allerdings, die Tests regelmäßig durchzuführen. Denn: „Die Herausforderung besteht unserer Überzeugung nach nicht darin, nur fehlerfreie Websites online zu haben, sondern Fehler schnell und kostengünstig zu finden und zu beheben.“

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Ein Kommentar
Merkura d´Silva
Merkura d´Silva

Websites sind geduldig wie Papier. Wer sind denn die 50 reichweitenstärksten Websites? Bei der Überschrift hatte ich mir mehr Informtion erhofft, als ein Weiterleitungslink für ein Linkprüfer Plugin.

Antworten

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