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Ein Recht auf befristete Teilzeit für die Arbeitnehmer: Was heißt das?

Arbeitnehmer erhalten Recht auf befristete Teilzeit. (Foto: Shutterstock- Stephen Coburn)

Arbeitnehmer erhalten ab kommendem Jahr das Recht auf befristete Teilzeit. Das soll vor allem Eltern unterstützen. Doch was bedeutet das genau?

Arbeitnehmer haben künftig das Recht, für einen befristeten Zeitraum von maximal fünf Jahren in Teilzeit zu arbeiten und danach wieder in Vollzeit zu gehen. Das hat der Bundestag am gestrigen Donnerstag mit dem Gesetz zur Einführung der sogenannten Brückenteilzeit beschlossen. Mit der neuen Regelung hat die SPD ein politisches Anliegen durchgesetzt, für das die Partei seit Jahren streitet. Die Regelung gilt für nach dem 1. Januar 2019 vereinbarte Teilzeit.

Bundestag beschließt Recht auf befristete Teilzeit

Befristete Teilzeit: Das Gesetz zur Brückenteilzeit wurde im Bundestag beschlossen. (Foto: Shutterstock-Shirmanov aleksey)

Derzeit profitieren vor allem Mütter davon. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, gehen mehr als zwei Drittel der erwerbstätigen Frauen mit Kindern unter 18 Jahren einem Teilzeitjob nach. Hingegen betrifft das aktuell nur sechs Prozent der Väter. Nach der Geburt eines Kindes wird die Arbeitszeit oft reduziert, konnte jedoch nach bisherigem Recht nicht ohne weiteres wieder aufgestockt werden. Jetzt greifen Ausnahmen, die Eltern unterstützen sollen.

Das Gesetz zur Brückenteilzeit im Überblick:

  • Das Recht gilt für Betriebe mit mehr als 45 Arbeitnehmern. Beschäftigte erhalten einen Anspruch auf eine befristete Teilzeitphase. Die kann zwischen einem und fünf Jahre dauern.
  • Unternehmen, die zwischen 46 und 200 Arbeitnehmer zählen, erhalten eine besondere Zumutbarkeitsgrenze: Pro 15 Mitarbeiter haben sie das Recht, nur einem den Anspruch auf Brückenteilzeit zu gewähren. Weitere Anträge können abgelehnt werden.
  • Antragsteller können nur Mitarbeiter sein, die länger als sechs Monate im Unternehmen beschäftigt sind. Es bedarf keine Angabe von Gründen für die Teilzeit-Reduzierung.
  • Will der Arbeitgeber die Aufstockung der Arbeitszeit später verweigern, muss er darlegen, dass es keine entsprechende freie Stelle mehr für den Teilzeitbeschäftigten gibt.

Das Gesetz geht vielen Arbeitsrechtlern nicht weit genug. Kritiker monieren, dass die Regelung zur Brückenteilzeit im Laufe der Verhandlungen zu sehr beschnitten wurde. Gewerkschaften und Sozialverbände bringen vor, dass durch die Einschränkungen nur ein Teil der betroffenen Frauen durch das neue Gesetz aus der Teilzeitfalle herauskommen. Von den 37 Millionen Arbeitnehmern in Deutschland arbeiten zudem knapp 15 Millionen in kleineren Betrieben unter 45 Mitarbeiter. Für sie greift die Regelung gar nicht.

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