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Einfach mal raus – Perfekt organisiert ins Sabbatical

So geht Auszeit – perfekt organisiert ins Sabbatical. (Foto: © damedeeso – iStockphoto.com)

Handy aus, Laptop aus und raus in die Welt, Träume verwirklichen. Kaum jemand würde die Möglichkeit, ein Sabbatical einzulegen, ausschlagen. Doch in den Schoß fällt einem eine solche Gelegenheit nicht. Also Ärmel hoch und selbst organisieren! Wir geben euch acht Tipps mit auf den Weg, um eure berufliche Auszeit optimal vorzubereiten.

Jeden Tag der gleiche Trott, jeden Tag der selbe Bildschirm. Nicht wenige sehnen sich nach einer Pause vom alltäglichen Einerlei und vom ewigen Online-Dasein. Zudem lockt die Aussicht, endlich eigene Projekte verwirklichen zu können – die Promotion schreiben, eine Weltreise antreten oder ehrenamtlich seine Fähigkeiten für den guten Zweck einsetzen. Wie aber kann man das dem Arbeitgeber schmackhaft machen? Und woher das nötige Kleingeld nehmen?

Auch während einer Berufspause will schließlich gegessen werden, und die Miete kann man auch nicht einfach aussetzen. Auf dem Weg zum Sabbatical begegnen einem viele kleine und größere Hindernisse; geht man die Planung aber detailliert und sorgfältig an, lassen sich die meisten Probleme beheben. Das fällt natürlich besonders dort leicht, wo Unternehmen ihre Mitarbeiter beim Sabbatical unterstützen.

Wer seine Rückkehr sorgfältig plant, den erwartet nach seinem Sabbatical business as usual
Wer seinen Schreibtisch nicht mehr sehen kann, sollte über ein Sabbatical nachdenken

1. Gibt es Sabbatical-Programme in eurem Unternehmen?

Firmeneigene Sabbatical-Programme sind längst noch nicht die Regel. Einige Unternehmen tun sich auf diesem Gebiet aber als Vorreiter hervor – darunter zum Beispiel der Softwarehersteller SAP. Gehört ihr zu den Glücklichen, die von einem solchen Programm profitieren können, wird euch ein Großteil der Organisation abgenommen. Dafür seid ihr dann andererseits aber auch eingeschränkt, wenn es etwa darum geht zu entscheiden, wozu ihr euer Sabbatical nutzen wollt.

Das Programm von SAP beispielsweise konzentriert sich auf Social Sabbaticals, auf Einsätze, bei denen Know-how und Technik an junge ausländische Unternehmen weitergegeben werden. So unterstützt SAP unter anderem ein sozial engagiertes Mode-Start-up in Shanhai – dessen Angestellte Waisen, Obdachlose und Menschen mit Behinderung sind – beim Einstieg in den Online-Handel. Wer aber etwas anderes machen möchte, als das Sabbatical-Programm seines Unternehmens umfasst, muss wie alle anderen selbst aktiv werden.

2. Es gibt immer was zu tun. Was ist euer Projekt?

Gute Planung ist alles. Im besten Fall wird ein Sabbatical von langer Hand vorbereitet. Ganz grundlegend ist dabei die Frage, was genau ihr in eurem Sabbatical tun möchtet. Ist es die Fernreise oder der Hausbau? Soziales Engagement in Afrika, Asien oder Südamerika? Möchtet ihr euch beruflich weiterbilden oder ein privates Projekt umsetzen? Erst wenn man sich darüber im Klaren ist, kann man kalkulieren, wie viel Zeit für das persönliche Vorhaben überhaupt benötigt wird. Und erst dann sollte man das Gespräch mit seinen Vorgesetzten suchen.

3.  Wo liegen die Vorteile für euer Unternehmen?

Einer, der auszog und sich eine Weile Zeit nahm, ist Daniel Rettig, Redakteur bei der WirtschaftsWoche. In seinem Artikel „Wie man ein Sabbatical macht betont er zu allererst die Notwendigkeit, Ziele festzulegen und sich vor Augen zu führen, was man erreichen will. Ein konkreter Plan verhindert zum einen, dass man in ein Loch fällt, sobald das Sabbatical beginnt, und ermöglicht im Vorfeld auch eine solides Auftreten dem Arbeitgeber gegenüber. Denn einen gesetzlichen Anspruch auf eine Auszeit gibt es nicht – es gilt also, den Chef von eurem Vorhaben zu überzeugen.

Argumente hierfür gibt es viele. Angefangen bei der Prävention von Überbelastungserscheinungen wie dem Burn-out über die Vorteile privater Weiterbildung bis hin zu den interkulturellen Skills, die während eines Sabbaticals geschliffen werden können. Wenn ihr selbst genau benennen könnt, warum die berufliche Pause sinnvoll ist, könnt ihr auch euren Chef schneller auf eure Seite ziehen. Besonders günstig ist es da, wenn ihr klar machen könnt, was das Unternehmen von eurem Sabbatical hat, wer in der Zwischenzeit eure Arbeit erledigen kann und auch schon sagen könnt, ob ihr völlig unerreichbar sein werdet oder ab und an für Rücksprachen zur Verfügung steht.

4. Bedenkt: Ist jetzt der richtige Zeitpunkt?

sabbatical
Ein Sabbatical will gut geplant sein. (Foto: © damedeeso – iStockphoto.com)

Bevor ihr mit eurem Arbeitgeber sprecht, solltet ihr euch fragen, ob ihr euch in einer günstigen Lage befindet, um eine Auszeit zu erbitten. Handfeste Richtlinien gibt es hierfür natürlich nicht, aber der gesunde Menschenverstand ermöglicht doch die ein oder andere akkurate Einschätzung. Wer zum Beispiel erst seit einem Jahr in einem Unternehmen ist, hat keine besonders starke Verhandlungsposition. Gleiches gilt für Angestellte, die regelmäßig wegen ihrer Arbeit oder ihrer Einstellung kritisiert werden.

Hat man auf der anderen Seite aber das Gefühl, in der Firma geschätzt zu werden, sind die Aussichten auf Erfolg deutlich besser. Die – immer noch weitverbreitete – Befürchtung, allein die Frage nach einem Sabbatical könnte schon Karrierechancen verbauen, ist dann ungerechtfertigt.

5. Entscheidet euch für ein Sabbatical-Modell

Um auch während des Sabbatical finanziell abgesichert zu sein, gibt es verschiedene Modelle. Eine Möglichkeit besteht beispielsweise darin, im Vorfeld auf einen Teil des Gehalts zu verzichten und das Angesparte später – in Abwesenheit – als gekürzten Lohn weiterhin  zu beziehen. Eine andere Variante ist es, Überstunden und Urlaubstage zu sammeln und dann am Stück in Anspruch zu nehmen. Bei finanzieller Unabhängigkeit ist es darüber hinaus auch möglich, unbezahlten Urlaub zu nehmen.

Welches Modell im konkreten Fall in Frage kommt, muss mit dem Chef verhandelt werden und hängt auch von den Bedürfnissen des Unternehmens ab. Die Länge des geplanten Sabbaticals spielt dabei natürlich auch eine nicht zu vernachlässigende Rolle – wer fünf Wochen frei haben will, muss sich um finanzielle Engpässe weit weniger Sorgen machen als jemand, der ein ganzes Jahr unterwegs ist.

6. Kümmert euch um euren Versicherungsschutz

Besonders dann, wenn das Modell des unbezahlten Urlaubs gewählt wird, gilt es, den eigenen Versicherungen erhöhte Aufmerksamkeit zu schenken. Während in den andern beiden Fällen Kranken-, Arbeitslosen-, Renten- und Unfallversicherung weiterhin gelten, müssen diejenigen, die eine Weile kein Gehalt beziehen, den Versicherungsschutz selbst in die Hand nehmen.

7. Stellt sicher, dass nichts liegen bleibt, wenn ihr weg seid

Wer alles stehen und liegen lässt, sobald er die Tür hinter sich zuzieht, kann mit keiner besonders wohlwollenden Begrüßung rechnen, wenn er aus seinem Sabbatical zurückkehrt. Diejenigen, die auf der anderen Seite für den reibungslosen Ablauf in ihrer Abwesenheit Verantwortung übernehmen, beweisen, dass ihnen das Wohl des Unternehmens nicht völlig egal ist – selbst wenn sie persönlich gar nicht da sind.

Es empfiehlt sich daher, rechtzeitig eine Vertretung in die eigenen Aufgaben einzuarbeiten. Dann bereut auch der Chef nicht so schnell, dass er euch eine Auszeit genehmigt hat. Im besten Fall informiert ihr auch eure wichtigsten Kunden über eure temporäre Abwesenheit und stellt im gleichen Zug auch die neue Vertretung vor.

8. Plant auch eure Rückkehr sorgfältig

Zu einer sorgfältigen Planung gehört auch, die Rückkehr an den Arbeitsplatz schon im Vorfeld zu regeln. Um sicherzustellen, dass ihr nach der Auszeit wieder zurück an euren angestammten Platz könnt, ist es ratsam, die Abmachungen mit eurem Chef in einem Sabbatical-Vertrag festzuhalten. Er regelt neben den Rückkehrmodalitäten auch sämtliche Rahmenbedingungen für eure Auszeit.

Wer von Euch hat schon ein Sabbatical hinter sich und kann seine Erfahrungen mit uns teilen? Wer plant in nächster Zeit eine Auszeit?

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