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Von einflussreich bis furzig: Die Google-Updates seit 2000

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Google-Updates aus dem Jahr 2015

Im Februar 2015 berichteten Seitenbetreiber von teilweise starken Traffic-Schwankungen. Betroffen schienen vor allem E-Commerce-Seiten. Da sich Google zu diesem Update jedoch nicht äußerte, blieben Einzelheiten unklar.

„Mobilegeddon“ versetzte die SEO-Branche im April 2015 in Aufruhr. Das erste Update, das Google bereits im Vorfeld ankündigte, machte die Mobilfreundlichkeit von Seiten zum Rankingfaktor – ein erster Hinweis auf den späteren Mobile-First-Index.

Zunächst als Phantom 2 bezeichnet, nahm Google mit den Quality-Update im Mai 2015 weitere Änderungen am Kernalgorithmus vor, die mehr Wert auf Qualitätssignale legten. Obwohl das Update weitreichende Folgen hatte und viele Seitenbetreiber über Ranking-Verluste klagten, gab Google keine weiteren Details zum Inhalt bekannt. In den nächsten Jahren folgten weitere Anpassungen dieses Updates.

Im Oktober 2015 gab Google bekannt, dass bereits seit Monaten das KI-System Rankbrain bei der Interpretation von Suchanfragen eingesetzt wird. Damit sollen vor allem solche Suchanfragen besser bedient werden, die so zuvor noch nie gestellt wurden. Laut Google treffe das auf 15 Prozent aller Suchanfragen zu.

Google-Updates aus dem Jahr 2016

Im Februar 2016 führte Google eine große Änderung bei Adwords durch. Die bezahlten Anzeigen verschwanden aus der rechten Spalte und wurden dafür in einem Block von drei bis vier Anzeigen oberhalb der organischen Suche angezeigt. Obwohl dieses Update nur Adwords betraft, zeigten sich auch Änderungen in der Click-through-Rate der organischen Suchergebnisse.

Ein Jahr nach Mobilegeddon verschaffte Google im Mai 2016 mit dem Mobile-Friendly-Update 2 mobiloptimierten Seiten einen weiteren Ranking-Boost.

Dass Tiernamen (meist inoffiziell vergeben) bei Google-Updates sehr beliebt sind, zeigte sich einmal mehr im September 2016. Possum betraf die lokale Suche und sorgte unter anderem dafür, dass sich das Ranking von Unternehmen außerhalb der Stadtgrenze verbesserte und der Standort der Nutzer bedeutender wurde.

Google-Updates aus dem Jahr 2017

Im Januar 2017 richtete sich Google mit einem weiteren Update gegen aggressive Werbung. Seiten mit Interstitials, also Werbung, die vor dem Aufbau der eigentlichen Seite angezeigt wird, und Popups, die den eigentlichen Inhalt verdecken und so die mobile Nutzung erschweren, wurden abgestraft.

Das Fred-Update im März 2017 wurde von Google nicht offiziell bestätigt und erhielt seinen Namen scherzhaft von Google-Mitarbeiter Gary Illyes. Besonders betroffen waren Seiten mit viel Werbung und wenig nutzwertigem Content, die massive Ranking-Verluste einstecken mussten. Weitere Details des Updates wurden aber nicht bekannt.

Google-Updates aus dem Jahr 2018

Im März 2018 testete Google die Zero-Results-SERP, also den Verzicht auf die Anzeige von Suchergebnisse. Stattdessen wurden zu manchen Suchanfragen lediglich die Karten des Knowledge-Graph und ein „More Results“-Button angezeigt. Die eigentlichen organischen Suchergebnisse erhielten User nur mit einem Klick auf den Button. Der Test wurde nach einer Woche wieder eingestellt, gibt aber einen Ausblick darauf, wohin sich die Google-Suche künftig entwickeln könnte – vor allem im Hinblick auf die Zunahme sprachbasierter Suchen.

Ebenfalls im März 2018 begann Google mit dem Rollout des Mobile-First-Index. Künftig nutzt Google also die mobile Version einer Seite, um passende Suchergebnisse zu einer Anfrage zusammenzustellen.

Nach einer vorherigen Ankündigung rollte Google im Juli 2018 das Mobile-Speed-Update aus. Die Ladegeschwindigkeit einer Seite ist seither ein Rankingfaktor für die mobile Suche.

Das Medic-Core-Update im August 2018 erhielt seinen Namen auf Grund der Tatsache, dass es vor allem Seiten aus dem Gesundheitsbereich betraf – auch wenn diese Auswirkung laut Google nicht das explizite Ziel des Updates war. SEO-Experten vermuten, dass die Vertrauenswürdigkeit einer Seite (die naturgegeben bei Gesundheits- und Finanzthemen besonders wichtig ist) Inhalt des Updates war.

Google-Updates aus dem Jahr 2019

Im März 2019 bestätigte Google via Twitter ein größeres Update des Kernalgorithmus, das ab dem 12. März ausgerollt wurde. Google selbst nennt das Update passenderweise „March 2019 Core Update“. Seitenbetreiber berichten im Google-Webmaster-Forum größtenteils von positiven Auswirkungen. Erste Spekulationen gehen davon aus, dass das Update den Expertenstatus von Seiten belohnt oder mit früheren Abstrafungen des Penguin-Updates zusammenhängt.

Der Juni 2019 bescherte uns gleich zwei Google-Updates. Zunächst kündigte Google ein weiteres Core-Update an. SEO konnten hinterher unter anderem einen Anstieg der Ausspielung von Video-Karussells in den Suchergebnissen feststellen. Als zweites Update im Juni beschränkte das Diversity-Update die Anzahl der Suchergebnisse von einer Website in den SERP. Auf den ersten Suchergebnisseiten werden nun nur noch maximal zwei Treffer von einer Domain angezeigt. So soll eine größere Vielfalt in den Suchergebnissen erreicht werden, was vor allem kleineren Seiten hilft, sich gegen große Konkurrenten zu behaupten.

Ein weiteres Core-Update im September 2019 schien kaum Auswirkungen gehabt zu haben. Leichte Veränderungen konnten lediglich bei Seiten im Finanz- und Gesundheitsbereich festgestellt werden.

Umso größere Auswirkungen zeigte das Bert-Update im September 2019. Der Rollout erfolgte zunächst in den USA und erreichte im Dezember 2019 schließlich auch Deutschland. Betroffen war etwa jede zehnte Suchanfrage und Google selbst nannte das Update „einen der größten Sprünge in der Geschichte der Suche“. Bert ist der Name einer KI-Software und steht für „Bidirectional Encoder Representations from Transformers“. Sie soll dabei helfen, den Zusammenhang einzelner Wörter einer Suchanfrage besser zu verstehen, wie etwa die Präpositionen „für“ und „nach“.

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