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Innovatives E-Auto-Konzept verbannt Motor und Co. in den Reifen

Alle Komponenten im Reifen des Elektroautos. (Bild: Ree)

Das israelische Startup Ree hat ein alternatives Konzept vorgestellt, wie Elektroautos künftig gebaut werden könnten. Dabei verschwinden Komponenten wie Motor oder Steuerung in den Reifen.

Ree, ein Startup aus Israel, hat einen Weg gefunden, wie sich künftig beim Bau von Elektroautos viel Platz sparen ließe. Das am Dienstag vorgestellte Konzept basiert, vereinfacht gesagt, auf der Idee, einfach alle für die Fortbewegung notwendigen Komponenten in die Reifen – beziehungsweise in den Radkasten – einzubauen. Dies würde es den Fahrzeugdesignern ermöglichen, Karosserien zu entwerfen, in denen mehr Personen oder Ladung Platz finden würden, wie C-Net berichtet.

Die Idee, den Antrieb in ein Rad zu integrieren, ist dabei gar nicht neu. Eindrucksvoll ist das etwa im 1922 von Fritz Gockerell konstruierten Megola-Motorrad umgesetzt. Hier findet sich die Antriebseinheit mit fünf Zylindern im und am Vorderrad. Bei dem Elektroauto-Konzept von Ree würden einzeln angetriebene Motoren in jedem Rad sitzen, was eine bessere Verteilung des Drehmoments ermöglichen würde – und damit wohl auch mehr Fahrsicherheit und Kontrolle.

Diese Elektroautos gibt es schon – oder erscheinen bald
Klein und flink ist der Cityhopper E-Up. Mit seinem Preis von über 25.000 Euro ist das Modell aber um einiges teurer als der Einstiegspreis des normalen Up. Mit einem 82-PS-Motor ist der Wagen jedoch auch stärker ausgerüstet – aber für einen Kleinstwagen bleibt der Preis äußerst happig. (Foto: VW)

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Zudem befände sich bei der Idee von Ree nicht nur der Motor im Reifen, sondern gleich auch die Steuerung, die Federung, der Antriebsstrang, die Bremsen sowie die Sensorik und elektronische Komponenten. Wie der Aspekt der Aufhängung gelöst werden könnte, lässt sich laut C-Net an einem anderen Projekt des Startup-Gründers, Softwheel, ablesen. Softwheel soll etwa Rollstuhlfahrern durch ein im Rad befindliches Aufhängungssystem – anstelle starrer Speichen – ein angenehmeres Fahrgefühl ermöglichen.

Elektroautos mit beliebigen Karosserien

Die Batterie wäre bei dem Ree-Konzept freilich nicht in den Reifen untergebracht, sondern würde den Boden mitbilden. Darauf ließe sich dann aber eine Karosserie nach Wunsch aufsetzen. Das Elektroauto-Konzept würde also ein modulares und skalierbares Bauen ermöglichen, so die Idee des Startups. Vorstellbar wären E-Autos solcher Machart etwa als Teil einer selbstfahrenden Taxi- oder Bus-Flotte. Ob und wann ein solches Elektroauto den Status eines Serienmodells erreicht, ist aber derzeit nicht absehbar.

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2 Kommentare
DRTechnology
DRTechnology

Das sehe ich persönlich sehr kritisch. Ich denke diese Technologie hat keine Zukunft.
Über den hier vorgetragenen Fokus, wurde schlicht die Betrachtung der Verktorengeschwindigkeiten am Rad und deren Massen aussen vor gelassen.
Die Bewegungsenergie Ekin=m/2 *vQuadrat sorgt dafür, dass jedes Gramm am Rad entsprechend Energie benötigt. Diese ist am Kontaktpunkt des Rades mit der Fahrbahn = 0, auf der oberen Seite aber im Quadrat zum sonstigen Gewicht am restlichen Fahrzeug notwendigerweise aufzuwenden.
Das Auto fährt 100km/h, das Rad hat aber an höchsten Punkt eine Vektorgeschwindigkeit von 200 km/h.
Fahrzeuggeschwindigkeit + Geschwindigkeit am Radumfang.
Dazu kommt, dass diese drehenden Massen permanenter Beschleunigung unterliegen, sowohl positiv und negativ.
Leider heben diese sich nur in der Theorie vollständig auf.
Im Motorsport trägt man dieser Tatsache stets Rechnung, z. Bsp. mittels ultra leichten Felgen, Kohlefaser Karkassen im Reifen, etc. pp.
Ich hoffe, dass nicht wieder in ein weiteres Startup sinnlos Kapital gepumpt wird, sondern man den Fokus auf wirklich zielführende Dinge im Auge behält.
Die Branche steht meiner Erkenntnis nach, kurz vor einem disruptiven Schock durch entsprechende Technologie. Vieles, womit sich die Newcomer und Etablierte heute noch beschäftigen, wird in sehr naher Zukunft überholt sein worden.
Nur soviel, diese Technologie wird der Schlüssel zu autonomen Fahren, Fahrsicherheit und E-mobilität sein. Warum? Weil der tatsächlich erhebliche Zugewinn an Fahrsicherheit mit drastischer Reduzierung der Rechenleistung direkt einher geht.
BG

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Arne
Arne

Und dabei ist noch nicht mal das gesamte Masse-Feder-Dämpfer-System berücksichtigt. Im Automobilbau ist eines der Entwicklungsziele beim Fahrwerk, die ungefederte Masse, also das was direkt auf der Strasse ist (Reifen, Felge, Bremse etc) so gering, wie möglich zu halten. Bei Fahrbahnunebenheiten wird das ganze schlagartig nach oben beschleunigt. Soweit, so gut. Aber die Massenträgheit verhindert, dass die Bewegung direkt abgebremst, umgekehrt und damit wieder auf den Boden gepresst wird.
Das ganze wird nur für langsame Fahrzeuge sinvoll sein.

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