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Elektromobilität: VW, Daimler und BMW fordern milliardenschwere Staatshilfen

(Foto: Volkswagen AG)

Die deutschen Autoriesen wollen Staatshilfen in Milliardenhöhe, damit die EU-Klimaziele erreicht werden. Bis 2030 müssen dafür sieben Millionen Elektroautos auf die Straße gebracht werden.

Geht es nach den EU-Klimazielen, muss die deutsche Autoindustrie bis 2021 den Durchschnittsverbrauch ihrer Neuwagen um ein Drittel senken. Bis 2030 wird eine Reduzierung um weitere 37,5 Prozent fällig. Sieben Millionen Elektroautos müssten dazu in elf Jahren auf der Straße sein. Ziele, die die deutschen Autoriesen eigenen Angaben nach nicht ohne finanzielle Unterstützung aus Berlin schaffen. Daimler, BMW und VW sollen daher Kaufprämien und Steuererleichterungen in Milliardenhöhe fordern, wie das Handelsblatt schreibt.

Deutsche Autoriesen wollen Staatshilfen

Ende Mai sollen die deutschen Autoriesen im Branchenverband VDA ein entsprechendes Eckpunktepapier auf die Beine stellen wollen, so das Handelsblatt unter Berufung auf Konzernkreise. Die Allgemeinheit, so laut der Zeitung die Meinung der Automanager, solle die Verkehrswende mitfinanzieren. Die Regierung müsse Anreize schaffen, damit die Deutschen auf Elektroautos umstiegen, heißt es.

Dazu ist neben möglichen Prämien und Steuererleichterungen auch ein massiver Ausbau der Ladeinfrastruktur notwendig. Aktuell sind trotz der Förderung der Elektromobilität in Deutschland lediglich 16.000 Ladepunkte gebaut, nur etwas mehr als 1.000 in Betrieb. Experten fordern aber, dass es bis 2030 in Deutschland insgesamt 8,4 Millionen Ladepunkte gibt. Allein der Bund müsse dafür pro Jahr 40.000 Ladestellen aufbauen. Auch niedrige Strompreise wünschen sich die Autobauer – ähnlich wie im Elektroauto-Boomland Norwegen.

Diese Elektroautos gibt es schon – oder erscheinen bald
Klein und flink ist der Cityhopper E-Up. Mit seinem Preis von über 25.000 Euro ist das Modell aber um einiges teurer als der Einstiegspreis des normalen Up. Mit einem 82-PS-Motor ist der Wagen jedoch auch stärker ausgerüstet – aber für einen Kleinstwagen bleibt der Preis äußerst happig. (Foto: VW)

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Die Bundesregierung steht dem Thema Förderung der Elektromobilität übrigens positiv gegenüber. Angela Merkel, so das Handelsblatt, habe den Autobauern indirekt ihre Unterstützung signalisiert. Verkehrsminister Andreas Scheuer hat für 2020 eine weitere Milliarde Euro für den Ausbau der Ladeinfrastruktur von Finanzminister Olaf Scholz gefordert – bisher aber ohne eine Zusage. Scholz wiederum hatte zuletzt erklärt, er wolle die Mobilitätswende mit steuerlichen Anreizen stärker unterstützen.

Ebenfalls interessant: VW – Elektroantrieb nimmt Schlüsselrolle bei Klimawandel ein

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4 Kommentare
Volker Real
Volker Real

Der e-up kostete zuletzt 23500€ minus 4000€ Prämie, also bereits unter 20000 €
zu haben, aber so genau muss man es wohl nicht nehmen.

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Andreas
Andreas

Das ist mal Selbstbewusstsein. Erst durch Tricksereien den Kunden täuschen, dann durch den „Diesel-Skandal“ Millionen Fahrzeuge entwerten und nun noch mehr Hilfe bei der Elektromobilität durch den Steuerzahler vordern. Sicher bekommt jeder Steuerzahler dann ein günstiges Fahrzeug :-p
Wobei nicht mal geklärt ist, wo denn eigentlich bei der jetzigen Akkutechnologie die benötigte Menge an Rohstoffen überhaupt herkommen soll. Der Abbau dieser ist übrigens auch total Umweltfreundlich und nach den höchsten Standards :-p Wenn man jetzt noch die komplette Energiebilanz eines Elektro-Autos ansieht, dann sieht das ganze nicht mehr so toll aus. Der Strom ist ja sowieso total Umweltfreundlich, da dieser aus der Steckdose kommt.
Wir brauchen ein generelles Umdenken in vielen Bereichen. Die Mobilität ist nur einer davon und dann bitte etwas ganzheitlicher und mit weniger Marketing Schlagwörtern.

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Arit
Arit

Scham ist wirklich nicht angebracht. Die Unternehmen fahren seit Jahrzehnten enorme Gewinne ein. Sie betrügen bei Abgassoftware, boykottieren mindestens ebensolange umweltfreundlichere Alternativen, verschmutzen so zusätzlich die Umwelt und gefährden die Gesundheit der Bevölkerung (der Staat kümmert sich um die anfallenden Kosten) etc. pp

Seit 2007 gab es u.a
5.000 Millionen Euro für die Abwrackprämie
4.000 Millionen Euro direkte Förderung für Elektromobilität
1.528 Millionen Euro Steuervorteile Erd- und Flüssiggas
969 Millionen Euro Forschungsförderung
799 Millionen durch Kauf und Leasing von Fahrzeugen
600 Millionen Euro Kaufprämie für Elektroautos
590 Millionen Euro Steuervorteile Euro-5 / Euro-6-Fahrzeuge
181 Millionen Euro Investitionshilfe

sowie zahlreiche Direktsubventionen an Hersteller und Zulieferer.

Warum all diese Umwege gehen und nicht direkt jedem darbenden VW/BMW/Daimler-Aktionär bspw. 1.000 EUR pro Aktie direkt auszahlen? Kommt wohl fast auf das selbe hinaus und es müssen nicht immer noch mehr Autos gebaut werden. Würde Umwelt vielleicht mehr helfen.

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Steve

lol…Die Dreistigkeit, mit der die deutschen Autokonzerne inkl. GM (Opel) den deutschen Staat wie auch die EU erpressen, geht schon ins Bodenlose. Ich frage mich, was wohl Henry Ford dazu gesagt hätte, der 1920 sein Unternehmen ganz aus eigener Kraft modernisiert hatte, um wettbewerbsfähig bleiben zu können.

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