Kommentar

Elon Musk kifft im Interview: Können Rockstars Unternehmen führen?

Das Interview mit Elon Musk wurde im Januar in Kalifornien aufgenommen. Für Musk und Tesla kommt es zu einem sehr ungünstigen Zeitpunkt. (Screenshot: YouTube)

Elon Musk beschimpft Rettungstaucher und Journalisten, schickt mit einem  Tweet die Aktienkurse von Tesla auf Achterbahnfahrt. In einem neuen Interview zieht er am Joint des Moderators. Kann so jemand wirklich ein Unternehmen führen?

Seit gestern Nacht gibt es auf YouTube ein Interview mit Elon Musk, aufgenommen vom Sportkommentator und Stand-up Comedian Joe Rogan. Das Interview dauert 2 Stunden und 37 Minuten und mitten drin zündet sich Joe Rogan einen fetten Joint an und reicht ihn Elon Musk rüber, der auch mal zieht. Whisky gibt es dazu auch.

In Kalifornien, wo das Interview stattfand, ist Marijuana legal. Für Elon Musk und seinen ohnehin schon krisengeschüttelten Autobauer Tesla beginnt damit ein neues Medien-Drama. Parallel zu allen anderen Dramen, in die Musk gerade verwickelt ist. Wenn man sich das Interview so anschaut, dann fragt man sich unweigerlich: Ist dieser Mann, der da im Studio sitzt, eher eine Art Tech-Rockstar oder noch Manager? Und ist er noch in der Lage, ein Unternehmen zu leiten? Nicht irgendein Unternehmen, nein, Tesla, den wertvollsten Autoproduzenten Amerikas, mit mehr als 37.000 Angestellten.

Die Frage, ob Elon Musk Tesla noch führen kann, steht dabei nicht erst seit gestern im Raum. Im Sommer schaffte Elon Musk es kaum aus den Schlagzeilen herauszukommen. Unter anderem beschimpfte er einen der Taucher, die Kinder aus der thailändischen Höhle gerettet hatte, per Twitter als „Pädo“. Kurz darauf schickte er mit einem Tweet die Aktienkurse Teslas auf Achterbahnfahrt. Er schrieb darin, er wolle die Tesla-Aktien wieder von der Börse nehmen. Und für ein Aktienunternehmen ist es ein riesiges Ding, wenn die Aktien wieder von der Börse genommen werden.

Kurz nach dem Börsen-Tweet, rief Elon Musk ohne Vorwarnung bei der New York Times an. Und schüttete dem Redakteur David Gelles sein Herz aus. Er erzählte von 120-Stunden-Wochen, von Schlafmitteln und von der Hochzeit seines Bruders, die er fast verpasst hätte. Und, ach ja, den Börsen-Tweet hätte er im Auto geschrieben, auf dem Weg zum Flughafen. Der Kommentator Bret Stephens nannte ihn schon den „Donald des Silicon Valley“.

Elon Musk geht es gerade nicht besonders gut. Und das sagt er auch selbst. Nach dem Interview in dem er kifft und trinkt, wird es noch mehr Druck auf ihn und seine Firma Tesla geben. Und die Frage ist, ob und wie er damit fertig wird. Oder ob damit eine Abwärtsspirale aus Druck und medienwirksamen Ausfällen und neuem Druck entsteht?

Das Interview mit Joe Rogan zeigt die tragische Dualität des Elon Musk: Einerseits ist er genau der Richtige, um ein Unternehmen wie Tesla zu führen. Er hat Visionen für sich und die Welt, will das Klima vor fossilen Brennstoffen retten und warnt eindringlich vor den Gefahren der künstlichen Intelligenz.

Andererseits zerschellt er mit seiner eigenwilligen Persönlichkeit an den Anforderungen der Business-Welt. „Die Leute verstehen nicht, was ich mit meiner Zeit mache. Die denken ich wäre ein Business-Typ oder sowas,“ sagt er in dem Interview.

In einer besseren Welt könnte jemand wie Elon Musk vielleicht ein Unternehmen wie Tesla führen und würde dabei weder ausfällig werden noch am Stress zu Grunde gehen. So wie die Geschäftswelt gerade jetzt ist, müsst er erstmal nur als Manager funktionieren. Das tut er nicht. Deswegen gehen da im Zweifel gerade beide zu Grunde, Musk und Tesla.

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5 Kommentare
Oliver Walter
Oliver Walter

Rockstars? Vielleicht.
Geistesgestörte Soziopathen? NEIN!

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Dat Boi
Dat Boi

juuunge, entspann dich :D :D

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CBD

Wenn man sich ansieht was in der „Manager Welt“ so abgeht ist am Joint ziehen und Whiskey trinken echt zu vernachlässigen. Dass er ab und an verbale Entgleisungen hat ist nicht von der Hand zu weisen aber am Ende des Tages hat er als Underdog ein geniales und zeitgemäßes Produkt entworfen an dem sich heute verdammt viele große Fische messen lassen müssen…. Just my 2 cents…

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Alexander Heuwinkel

Echte Genies sorgen immer für extreme Polarität, auch unter Unternehmern. Die heutige weichgespülte Welt braucht eigensinnige und manchmal auch eigenartige Genies wie Elon Musk.

Das er mal an einem Joint zieht, davon wird weder die Welt noch die Company Tesla zugrunde gehen. Wenn dem so wäre müssten sicher einige Konzerne dicht machen. „Mag ja sein, aber mein Gott, wenn schon dann doch bitte klammheimlich im dunkeln Zimmer!“
In den Achtzigern durften Politiker, Stars und andere Gäste sich in einer Fernsehsendung / Interview noch natürlich benehmen, also auch rauchen oder trinken wenn man auch sonst diese Angewohnheiten gerne frönt. Heute muss alles scheinheilig, weichgespült und schön sauber sein. Lieber unecht als echt. Leider macht das auch vor der politischen Presse nicht Halt. Alles Einheitsbrei! Ich selber kiffe schon seit fast 2 Jahrzehnten nicht mehr, aber es wird nicht ohne Grund überall legalisiert. Warum sorgt das also beim T3N Redakteur (und sicher auch vielen anderen Redakteuren) für einen riesigen Aufschrei? Naja, man sagt ja auch schlechte Presse kann als gute Werbung genutzt werden, wir werden sehen.

Sicher nicht die einfachste Zeit für Musk, aber er und sicher auch die meisten seiner Firmen werden es überleben, er ist ein echter Unternehmer. Das was er „unternimmt“ oder sagt muss ganz sicher nicht jedem schmecken ;)

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T.Werna

Normal warum sollten Firmenbosse nicht auch mal Kiffen, so sieht zumindest jede Person das Kiffer nicht faul sind oder nichts könner sind, die amis sind einiges mehr weiter wie wir.
Alle sind andauernd wie Schauspieler und schauen das ja niemand sieht was sie echt tun im Leben.Deshalb ist das verdammt verdammt gut das er das tut.

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