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Entwickler geben in Unternehmen zunehmend den Ton an – außer in Deutschland

Programmierer spielen immer öfter bei Unternehmensentscheidungen eine entscheidende Rolle. Doch der weltweite Trend ist laut einer Studie von Stripe in Deutschland noch nicht angekommen. (Bild: Best Backgrounds / Shutterstock)

Der Entwickler, das unterschätzte Wesen? Laut einer neuen Studie lässt die Wertschätzung von Programmierern in deutschen Unternehmen im Vergleich zu anderen Ländern noch zu wünschen übrig.

Weltweit verändert sich das Profil des Software-Entwicklers weg vom reinen Techniker hin zur Führungskraft. Das belegt jetzt eine Studie der Payment-Plattform Stripe zur Rolle von Entwicklern in Unternehmen. Die Analyse, die gemeinsam mit The Harris Poll Ende 2017 erhoben wurde, zeigt, dass weltweit 54 Prozent der Entwickler in den letzten fünf Jahren eine wachsende Rolle bei wichtigen Unternehmensentscheidungen in ihrem Betrieb spielten. Befragt wurden im Rahmen der Online-Umfrage insgesamt 1.440 festangestellte Software- und Web-Entwickler, Software-, Web- und Computer-Ingenieure sowie CTO und CIO in den USA, Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Singapur und Australien. In Deutschland wurden 279 Personen befragt.

Macht der Entwickler: Deutschland hat Nachholbedarf

Doch freuen können sich gerade deutsche Entwickler darüber eher nicht. Auch wenn der Trend weltweit in verschiedenen Märkten zu beobachten ist, hinkt Deutschland noch hinterher. Die Entwicklung vollziehe sich hierzulande langsamer als in allen anderen untersuchten Ländern. „Mit unserer Studie wollten wir zeigen, dass Entwickler eine oft unterschätzte Ressource in Unternehmen sind, deren Einfluss aber überall zu steigen beginnt. Dass Deutschland in so vielen Punkten schlechter als der internationale Vergleich abschneidet, hat uns dabei allerdings überrascht“, erklärt Felix Huber, Nordeuropachef von Stripe. „Für die Zukunft des Standorts Deutschland wird es auch entscheidend sein, wie Unternehmen ihre Entwickler einsetzen.“

So gaben nur 18 Prozent der in Deutschland Befragten an, dass Entwickler-Input bei wichtigen Geschäftsentscheidungen sehr stark berücksichtigt werde. Weltweit waren es knapp ein Viertel. Sechs Prozent waren in Deutschland gar der Auffassung, dass Entwickler-Input bei wichtigen Entscheidungen überhaupt nicht berücksichtigt werde. 14 Prozent sagten, dass der Austausch mit nicht-technischen Führungskräften in den letzten fünf Jahren sogar abgenommen hat – im internationalen Vergleich sagten das dagegen nur zehn Prozent.

Der Geschäftsführung mangele es an technischem Fachwissen, gaben 34 Prozent der deutschen Befragten an (Durchschnitt in den befragten Märkten: 32 Prozent). Und immerhin 44 Prozent waren der Meinung, dass ihr Unternehmen die falsche Produkt-Roadmap habe, weil es in der Planung an ausreichendem Input von Entwicklern fehle (Durchschnitt: 39 Prozent).

Mangel an Entwicklern und Nutzung veralteter Tools

Deutsche Unternehmen neigen dazu, veraltete Technologien und Tools zu verwenden, und sie beschäftigen nicht ausreichend Entwickler. Auch bei den Antworten in diesem Bereich schnitt Deutschland schlechter ab als die anderen fünf Länder: 25 Prozent der deutschen Befragten gaben an, dass Entwickler in ihrem Unternehmen nicht die nötigen Ressourcen erhalten, die sie für eine effektive Arbeit benötigen.

Mehr als die Hälfte, nämlich 55 Prozent, sagten, dass Entwickler sich zu häufig auf die Wartung von veralteten Systemen konzentrieren müssen. 39 Prozent waren der Meinung, dass falsche Priorisierung in ihrem Unternehmen ihre größte Herausforderung ist. Und mehr als zwei Drittel, genauer 69 Prozent der deutschen Befragten, gaben an, dass ihr Unternehmen über zu begrenzte Entwicklerkapazitäten verfüge.

Dies hat negative Auswirkungen auf die Innovationsgeschwindigkeit der Unternehmen – einen der wichtigsten Vorzüge der deutschen Wirtschaft: Deutsche Unternehmen bringen zwar am häufigsten neue Produkte auf den Markt – nämlich alle ein bis drei Monate, wie 47 Prozent der Befragten angaben (weltweit sind es nur 39 Prozent). Jedoch sagten 16 Prozent, dass die Geschwindigkeit beim Launch neuer Produkte in den letzten fünf Jahren abgenommen habe – dies ist der höchste Wert aller untersuchten Länder (zehn Prozent weltweit).

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