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Startups

Startup-Inkubator in der Krise? Epic Companies vor Neustrukturierung

Epic Companies: Der Startup-Inkubator in der Krise. (Screenshot: t3n)

Epic Companies, ein zu ProsiebenSat.1 gehörender Startup-Inkubator, nimmt nur ein Jahr nach seiner Gründung einen massiven Strategie-Schwenk vor. Große Teile der Belegschaft werden in die eigenen Startups ausgegliedert, auch der Expansionskurs blieb offenbar ohne Erfolg.

Epic Companies baut um: Bisheriger Kurs „langfristig gefährlich“

Der zum TV-Konsortium ProsiebenSat.1 gehörende Startup-Inkubator Epic Companies unterzieht sich derzeit einer radikalen Konsolidierungskur. Offenbar dem Erfolgsdruck aufgrund hoher laufender Kosten nicht gerecht werdend, verabschiedet sich das Unternehmen bis auf weiteres vom Inkubator-Ansatz und übergibt große Teile seiner Mitarbeiter in die Hände der bislang sieben Portfolio-Startups.

Nur etwas über ein Jahr nach seinem Start muss der Startup-Inkubator Epic Companies radikal umbauen. (Screenshot: t3n)
Nur etwas über ein Jahr nach seinem Start muss der Startup-Inkubator Epic Companies radikal umbauen. (Screenshot: t3n)

Den Schritt kommentiert Mato Peric, Chef von Epic Companies, so: „Wir wollen nicht in die Falle laufen, Unternehmen gründen zu müssen, um einen großen Overhead zu rechtfertigen", erklärt er gegenüber der Berliner Morgenpost. Und weiter: „Das ist langfristig gefährlich.“ Nicht von der Hand zu weisen ist deshalb, dass der erst vor etwas über einem Jahr gegründete Inkubator vor einer Zukunft mit Fragezeichen steht.

Startup-Inkubator konzentriert sich auf E-Commerce

Epic Companies gehört wie Rocket Internet oder Project A zur deutschen Führungsriege unter den Startup-Inkubatoren. Solche Brutstätten gründen Unternehmen in Serie und holen sich für In-House entwickelte Ideen die operative Expertise von externen Gründern ins Boot. Im Idealfall werden die Startups am Ende meistbietend verkauft. Die Inkubatoren selbst stellen ein in der Regel vergleichsweise hohes Startkapital sowie oft auch Büroräume, Fachpersonal und ein längerfristiges Betreuungsangebot der Gründer durch Netzwerke, Mentoren und Coachings zur Verfügung.

Derzeit führt Epic Companies sieben E-Commerce-Startups unter seinem Dach: Darunter das Sexspielzeug versendende Amorelie, den Tierfutter-Verkäufer Petobel und Valmano, das Uhren und Schmuck anbietet. Hinzu kommen weitere Shops mit Todaytickets, Department47, Discavo und Gymondo. Bis auf Amorelie ist aber – abgesehen von der hohen Präsenz in der TV-Werbung – kaum etwas über den Erfolg der sieben Startups bekannt.

Expansionskurs von Epic Companies gescheitert

Es ist klar, dass ein solches Inkubator-Konzept den Betreibern hohe laufende Kosten beschert. Und: Seit seinem Start im Januar 2013 war Epic Companies stark gewachsen. Zwischenzeitlich sollen nach Unternehmensangaben mehr als 250 Mitarbeiter aus 35 Ländern beim Inkubator beschäftigt gewesen sein. Sogar die Internationalisierung wollte Epic Companies unlängst in Angriff nehmen. So hätte es laut deutsche-startups.de bereits „konkrete Diskussionen mit namhaften Investoren und lokalen Partnern“ gegeben. Doch diese Diskussionen blieben augenscheinlich erfolglos.

Startup-Inkubatoren: Vom Zukunfts- zum Auslaufmodell?

Summa Summarum dürfte also eine Kombination aus hohen laufenden Kosten, Expansionsschwierigkeiten und dem nur schleppenden Erfolg einiger Portfolio-Startups zu dem ursprünglich von Gründerszene vermeldeten Strategieschwenk geführt haben.

„Die Mitarbeiter arbeiten jetzt dort, wo sie gebraucht werden.“

Dass damit auch Entlassungen einhergehen, räumte Epic-Chef Peric gegenüber dem Magazin bereits ein – auch wenn er den Kahlschlag auf der Personalwiese überaus wohlwollend verkauft: So würden die Mitarbeiter jetzt „dauerhaft dort arbeiten, wo sie gebraucht werden“, sagte Peric. „Damit gibt es dort keine Lücken mehr.“ In Wahrheit werden natürlich in erster Linie die Personalkosten von der Holding auf die Startups abgewälzt. Stimmen aus dem Umfeld des Inkubators, nach denen Epic Companies auf einen Bruchteil seiner Belegschaft schrumpft, dementierte Peric gegenüber Gründerszene als „absoluten Quatsch“. Stattdessen sollen auch weiterhin mehr als 200 Mitarbeiter über alle Portfolio-Startups hinweg beim Unternehmen aktiv sein.

Umso mehr will sich Epic Companies nun auf den reinen Investment-Ansatz konzentrieren. So soll es noch in diesem Jahr neue Beteiligungen geben, sogar mehr als im Vorjahr. Der erste Startup-Inkubator mit dieser Kehrtwende ist Epic Companies aber nicht: Zuvor hat sich bereits Team Europe aus Berlin, bekannt vor allem für seinen aus der Taufe gehobenen Bestelldienst Lieferheld, vom Inkubator zum reinen Startup-Investor gemauert. Dazu hatte Team Europe die Belegschaft verkleinert und einzelne Ventures verkauft.

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