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Ratgeber

Drehen, damit es weitergeht: Warum die erste Geschäftsidee manchmal nicht die beste ist

(Foto: Shutterstock)

„Eine gute Idee ist die Mutter des Erfolges“ – viele Gründer entwickeln spannende und innovative Ideen, doch nicht immer bringen die den erwarteten Erfolg.

Neben einer zündenden Idee ist erfahrungsgemäß deren Umsetzung mindestens genauso entscheidend, wenn nicht wichtiger, für die Gründung eines erfolgreichen Unternehmens. Unsere Gastautorin gibt vier Tipps, wie Unternehmer eine Idee weiterdenken und verändern können, um ihre Ziele zu erreichen und ihre Vision umzusetzen.

1. Die Geschäftsidee kurz und prägnant formulieren

Am Anfang ist es wichtig, die eigene Geschäftsidee klar zu definieren. Einfachheit ist hier der Schlüssel: Wenn eine Idee nicht in einem Satz erklärt werden kann, ist sie möglicherweise zu kompliziert. Handelt es sich um ein bekanntes Konzept, liegt eine kurze und einfache Beschreibung oft auf der Hand. Plant man jedoch ein Unternehmen etwa im IT-Bereich, stehen oft komplexe Prozesse hinter der Idee. Dennoch ist es auch hier möglich, diese einfach zu erklären, zum Beispiel indem man den Bezug zum Nutzen des Unternehmens für die potenziellen Kunden herstellt: „Es handelt sich um ein Internet-Geschäft, das die Menschen mit XY versorgt.“ Die Idee kurz und knapp auf den Punkt zu bringen, kann dazu beitragen, sich die eigenen Ziele besser vor Augen zu führen. Erst dann kann der Weg dorthin im Detail geplant und sich mit der technischen Umsetzbarkeit auseinandergesetzt werden.

2. Die Idee diskutieren und Feedback einholen

Eine Geschäftsidee ist zuerst „nur“ ein Geistesblitz, der im Kopf stattfindet. Ihr Wert ist daher schwer zu bemessen, bis sich zumindest Teile davon umsetzen und in der Realität testen lassen. Entgegen dem Glauben, dass man eine Idee niemandem erzählen sollte, damit sie nicht „geklaut“ wird, ist es besonders wichtig, sich externe Unterstützung und Feedback einzuholen. Eine Idee kann sich gerade durch die Diskussion mit anderen weiterentwickeln, reifen und infrage gestellt werden, sei es durch Freunde und Familie, Mentoren oder auch durch Bekannte in ähnlichen Geschäftsfeldern. Da Menschen gerade bei eigenen Projekten häufig nicht objektiv genug sind und mögliche Schwierigkeiten nicht sehen (wollen), kann Rat von außen möglicherweise unnötige Ausgaben oder auch Fehltritte verhindern. Auch bei negativem Feedback muss eine Idee nicht gleich vollständig verworfen werden. Stattdessen sollte vor allem darüber nachgedacht werden, wie sich die negativen Aspekte in etwas Positives umwandeln lassen. So kann eine Diskussion vielleicht den Anschub in eine neue Richtung geben.

3. Wettbewerbsbedingungen und Zielgruppe definieren

Das Rad muss nicht immer neu erfunden werden: Ob man ein Produkt oder Service entwickeln will, um eine Marktlücke zu schließen, oder es darum geht, etwas zu verbessern oder günstiger anzubieten – es sollte in irgendeiner Form potenziellen Kunden einen Mehrwert bieten, sodass ein Kaufanreiz geschaffen wird. Man sollte also bei jeder Geschäftsidee die Frage danach, ob das Produkt oder der Service wirklich benötigt wird, mit Ja beantworten können. Dafür ist eine gründliche Marktanalyse unerlässlich, die am Anfang jeder Geschäftsidee durchgeführt werden sollte. Hier ist nicht die Bestimmung der Größe des potenziellen Marktes entscheidend, sondern vielmehr die Frage nach Wettbewerbern, dem Bedürfnis für das eigene Produkt beziehungsweise Service und der Zielgruppe. Nur wenn die eigene Idee auf ein konkretes Bedürfnis eingeht, kann sich daraus ein nachhaltig erfolgreiches Geschäftsmodell entwickeln. Andernfalls sollte die Geschäftsidee noch einmal hinterfragt werden. Dann ist es ratsam, das eigene Büro zu verlassen, rauszugehen und zu versuchen, die Konsumenten (die letztendlich zu möglichen Kunden werden) zu verstehen, um so zur perfekten Idee zu kommen.

4. Die Kunden in die Entwicklung einbeziehen

Soll für den Endnutzer eine Lösung für ein Problem entwickelt werden, so empfiehlt es sich, ihn möglichst früh in Überlegungen und Umsetzungen einzubeziehen. Sonst läuft man Gefahr, viel Geld in die Entwicklung eines Produktes zu investieren, das womöglich kaum jemand kaufen würde. Nur echte Nutzer können auch echtes Feedback geben, ohne die eigenen Annahmen überhaupt zu kennen. Wer es mit seinem Produkt oder Service schafft, eine Lösung für ein bestehendes Problem anzubieten, die möglichst einfach zu verstehen ist und von den Kunden gerne genutzt wird, kann sich später eher Marktanteile sichern. Um Feedback einzuholen, kann etwa eine Landing-Page eingerichtet und per E-Mail oder in den sozialen Netzwerken verbreitet werden. Auf diese Weise können sich Nutzer bei Interesse mit ihrer E-Mail-Adresse anmelden. Wenn viele Leute interessiert sind, ist es ein gutes Zeichen dafür, dass man auf dem richtigen Weg ist. Zudem sollte die Idee prototypisch umgesetzt werden, um sie so mit echten und relevanten Nutzern zu testen und ihre Reaktion beobachten zu können. Hier genügen zunächst auch einzelne Aspekte. Wertvolle Elemente, die dem Kunden zusagen, sollten beibehalten werden. Bei Aspekten, die nicht so gut ankommen, sollte entsprechend der Kritik nachgebessert werden.

Fazit: Die Nähe zum Kunden ist das A und O

Eine Geschäftsidee kann sich dann zu einem rentablen Unternehmen entwickeln, wenn sich Kunden für sie interessieren und bereit sind, Geld für ein bestimmtes Produkt oder einen Service auszugeben. Das ist besonders dann der Fall, wenn ein Produkt oder Service auf ein konkretes Bedürfnis abzielt und eine Lösung für ein Problem anbietet. Den Kunden von Anfang an mit in die Entwicklung des Unternehmens zu integrieren, bietet daher eine großartige Möglichkeit, sich Feedback zu holen und das Produkt oder den Service den Vorstellungen und dem Bedarf der potenziellen Kunden anzupassen und entsprechend weiterzuentwickeln. Die erfolgreichsten Unternehmen haben viele Prototypen und erste Gedanken verworfen, die augenscheinlich nicht funktionierten. Die Fähigkeit, Kritik anzunehmen und selbst nach mehreren Rückschlägen nicht aufzugeben, sondern weiterzuarbeiten und die Idee zu verändern und neu zu formen, ist daher entscheidend für den Erfolg als Unternehmer.

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