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Neuer Anlauf: EU-Kommission will einheitliche Ladekabel für Mobiltelefone

(Foto: © Budimir Jevtic - Fotolia.com)

Die EU-Kommission will dem Ladekabel-Wirrwarr bei Smartphones ein Ende setzen. Am Dienstag kündigte die EU-Behörde an, an einer „neuen freiwilligen Verpflichtung” für alle Hersteller zu arbeiten.

Fragmentierung des Markts werde nicht hingenommen: Einheitliche Ladekabel für Smartphones

„Hat jemand ein Ladekabel für Android?“ – diese Frage kennen wir alle nur zu gut. Schon bald könnte sie der Vergangenheit angehören, wenn die EU es tatsächlich schafft, einen einheitlichen Ladestandard für alle Mobilgeräte einzuführen. Die Kommission sei „zuversichtlich“ eine Lösung zu finden, erklärte eine Sprecherin am Dienstag gegenüber der Nachrichtenagentur AFP.

Elżbieta Bieńkowska will die Fragmentierung des Markts für Ladegeräte nicht hinnehmen. (Foto: EC–Audiovisual Service / Photo: Jennifer Jacquemart)

Schon Anfang April hatte die für den europäischen Binnenmarkt, Industrie und Unternehmertum sowie kleine und mittlere Unternehmen verantwortliche Kommissarin Elzbieta Bienkowska dem Europäischen Parlament auf Anfrage mitgeteilt, dass sie eine „erneute Fragmentierung des Markts für Ladegeräte nicht hinnehmen“ werde.

Durch eine neue „freiwillige Selbstverpflichtung“ der Hersteller könne eine Fragmentierung des Markts weiter reduziert werden. Sie würde auch den Verbrauchern zugute kommen, erläuterte die Sprecherin weiter. Des Weiteren könne ein einheitlicher Ladestandard dazu beitragen „Innovationen im Sektor voranzutreiben und Elektromüll zu reduzieren“.

Einheitliche Ladekabel: Hersteller sollen sich einigen

Vollkommen neu ist die Vereinheitlichung der Ladekabel indes nicht: Schon 2009 hatten sich laut EU-Kommissions-Angaben ganze 80 Prozent der Smartphone-Hersteller „freiwillig dazu verpflichtet“ einheitliche Ladekabel für ihre Geräte anzubieten. Diese Abmachung lief jedoch schon 2012 aus.

Viele Smartphones sind mittlerweile mit einem USB-Typ-C-Ladeanschluss bestückt. (Foto: t3n)

Wie Bienkowska dem Parlament versichert, beabsichtige die Kommission einen „kooperativen Ansatz“ zu verfolgen und damit den Herstellern die Entscheidung über die „technischen Merkmale der nächsten Generation einheitlicher Ladegeräte“ zu überlassen. Im Android-Bereich haben sich Unternehmen offenbar mittlerweile überwiegend auf den USB-C-Standard geeinigt, nur Apple setzt bei seinen iPhones weiterhin auf seinen proprietären Lightning-Anschluss.

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via derstandard.at

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2 Kommentare
Thomas
Thomas

Solang bei der Verpflichtung das Wort freiwillig steht, wird sich nichts grundlegend ändern.

Grundsätzlich finde ich die Situation nicht so schlecht. Es gibt schließlich im wesentlichen Micro-USB, Lightning und jetzt neu USB-C. Sonst ist doch nichts mehr übrig. Wenn überhaupt, dann sollte es die Pflicht geben, dass beispielsweise ab 2019 nur noch die USB-C Schnittstelle akzeptiert wird. Die ist schnell genug für die Zukunft, klein genug für die dünnsten Smartphones und in kürze dank Apple sowieso flächendeckend verfügbar.

Jede andere Schnittstelle macht für die Zukunft gesehen keinen Sinn und ich würde mich freuen wenn man Apple den Lightning-Anschluss irgendwie ausreden könnte!

DAS wäre mal Zukunft. Das Handy mit dem gleichen Kabel zu laden womit ich auch mein Macbook laden kann. Einen Kopfhörer mit USB-C (Stichwort High Fidelity) den ich an meinem iPhone ebenso verwenden kann wie an meinem Mac. Eine externe Festplatte die sich an beide Geräte anschließen lässt. Wenn man das Sync-Kabel vergessen hat, zieht man einfach das Ladekabel ab, oder eine externe Festplatte, oder oder oder…

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Michael Johne

Was der Bericht nicht verrät, ist der Grad der Fragmentierung bei den unterschiedlichen Ladeanschlüssen. Ich habe auch den Eindruck, dass auf dem Markt nur eine mindere Fragmentierung herrscht und dass die EU ein wenig das Thema aufbauscht. Wir haben einerseits den MicroUSB-Anschluss, der von den meisten Smartphones (Android, ältere Nokia/Lumia) und den Lightning-Anschluss für iPhones. Bei zwei unterschiedlichen Anschlüssen kann man nicht wirklich von einer ernsten Fragmentierung sprechen, die die EU auf den Plan ruft. Natürlich gibt es nun auch den neuen USB3-Anschluss, der für dessen Smartphones-Inhaber (ich bin einer davon) in Zeiten eines mangelnden Akku-Standes ein kleines Problem werde könnte, was aber natürlich keine Krise wird, nur weil das Akku mal nicht aufgeladen ist. Man muss abschauen, inwieweit der USB3-Anschluss den MicroUSB-Anschluss im Bezug auf das Aufladen von Smartphones verdrängt.

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