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EU verhängt Rekordstrafe von 2,42 Milliarden Euro gegen Google

(Foto: Shutterstock / Benny Marty)

Die EU hat gegen Google die Rekordstrafe von 2,42 Milliarden Euro verhängt. Die Suchmaschine soll den eigenen Shopping-Dienst gegenüber Mitbewerbern bevorzugt haben.

Google: EU verhängt Rekordstrafe gegen den Suchgiganten

Google hat gegen europäisches Wettbewerbsrecht verstoßen. Das hat die EU-Kommission am heutigen Dienstag den 27. Juni 2017 entschieden. Jetzt muss der Konzern eine Rekordstrafe in Höhe von 2,42 Milliarden Euro zahlen. Die bislang höchste von den EU-Kartelwächtern verhängte Strafe belief sich auf knapp über eine Milliarde Euro und musste 2009 vom Chiphersteller Intel bezahlt werden.

Konkret ging es in dem Fall um die Preissuchmaschine Google-Shopping. Durch die direkte Integration in die Suchergebnisse soll der Konzern seine Marktmacht missbraucht, und Konkurrenzanbietern damit geschadet haben. Google hat jetzt 90 Tage Zeit, dieses Verhalten abzustellen. Tut die Suchmaschine das nicht, drohen Googles Mutterkonzern Alphabet weitere Strafen in höhe von bis zu fünf Prozent des täglichen weltweiten Umsatzes.

Google hat nach Ansicht der EU-Kommission ihre Marktmacht missbraucht. (Grafik: EU)

EU-Kartellwächter: So hat Google seine Marktmacht missbraucht

Google startete 2004 in Europa erstmals mit einer Produktsuchmaschine. Die trug den Namen Froogle und war nicht übermäßig erfolgreich. Später wurde der Dienst mehrfach umbenannt und ab 2008 direkt in die Suchmaschine integriert. Gleichzeitig, so die EU-Kommission, sollen Konkurrenzdienste in den Suchergebnissen benachteiligt worden sein.

„Was Google getan hat, ist nach europäischem Kartellrecht illegal. Es hat anderen Firmen die Chance genommen, anhand ihrer eigenen Vorzüge zu konkurrieren und zu innovieren. Und am wichtigsten: Es hat europäischen Konsumenten eine echte Wahl der Dienste und die vollen Innovationsvorteile versagt“, erklärt EU-Kommissarin für Wettbewerb Margrethe Vestager.

Google erklärt indes in einem Statement, dass der Konzern die Entscheidung der EU-Kommission prüfen wird. Dabei wird auch nicht ausgeschlossen, in Berufung zu gehen. „Wenn du Google zur Suche nach Produkten verwendest, versuchen wir dir das zu geben, wonach du suchst. Unsere Fähigkeit das gut zu machen liegt nicht darin, dass wir uns bevorzugen, oder eine andere Seite oder Verkäufer – es ist das Ergebnis harter Arbeit und konstanter Innovation“, so Googles Senior Vice President Kent Walker.

Die EU ermittelt noch in zwei weiteren Fällen gegen Google:

via europa.eu

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7 Reaktionen
Matthias H.

mit 95% Marktanteil bei den Suchmaschinen müssen die zwingend auch Konkurrenz zulassen und nicht nur alles abstauben. Denn mal ehrlich google be*ch*i*t doch alle! @Ribert Lirert hast du einen onlineshop? Wenn das durchgesetzt wird wird wieder Luft für die Onlinehändler und und das ist gut für alle. Bezahlt google denn überhaupt steuern in Deutschland? das ist gleich das nächste. In Irland wo sie angemeldet sind knapp 2-8% oder so. versucht doch mal ein Impressum von dennen zu finden oder eine Telefonnummer! Da liegt so viel im argen bei denen! Den sollte die EU einen extra Google Steuer aufzwingen, das die sehen das die nicht alles machen können.

Ike

Ich bin ja mal absolut kein Freund von der Tante Datenkracke, aber es ist ihr absolut gutes Recht auf ihrer eigenen Seite, ihre eigenen Produkte möglichst optimal zu platzieren.

Konrad

Ne, ist es nicht und das ist auch gut so! Zum einen unterliegt Google den in der EU geltenden Gesetzen/Vorschriften und darf sich darüber nicht einfach hinwegsetzen. Gleiches gilt für europäische unternehmen in den USA. Weiterhin versuchen die EU Kartellwächter eben Missbrauch von "zu großen Unternehmen" (Marktmacht) zu verhindern, auch um Wettbewerbern eine Chance zu lassen. Stellen Sie sich mal vor die Telekom hätte damals nicht Ihre Leitungen für Wettbewerber öffnen müssen. Die Öffnung führt zu mehr Wettbewerb, dieser zu mehr Innovationen von Konkurrenten usw. Ohne dem Schritt würden wir heute vermutlich noch analog telefonieren und mit einem 56 K Modem online gehen (leicht überspitzt dargestellt).

Es muss natürlich noch berücksichtigt werden, dass dieses Verfahren seit über 6 Jahren läuft und Google vermutlich alles getan hat um dieses in die Länge zu ziehen um den maximalen Profit abzuschöpfen. Für die 2.3 Mrd. Euro haben die lange Rückstellungen bebildet und zahlen diese vermutlich aus der Portokasse. Ich persönlich bin gespannt was in den kommenden 90 Tagen passieren wird und wie Google die Vorgaben der EU umsetzt.

Ribert Lirert

Das nennt man dann Kommunismus. Die europäischen Unternehmen bekommen nix gebacken und jetzt ist Google daran Schuld?

Benny

Den Vergleich mit der Telekom kann man gar nicht bringen. Denn da war es ein Monopol und man hatte entsprechend keine Alternativen. Es gibt aber genug Alternativen zu Google und niemand wird gezwungen es zu nutzen. Sieh es doch mal anders rum, jetzt wird Google von der tollen EU dazu regelrecht gezwungen, auf ihrer eigenen Seite, die kostenfrei für die Menschheit zur Verfügung gestellt wird, ihr eigenes Produkt schlechter da zu stellen. Und es wird argumentiert, dass Mitbewerber benachteiligt werden. Lol, diese Gaier der ganzen Preisvergleiche, die oft nur jene Anbieter vergleichen, von denen sie auch eine Provision bekommen, haben doch überhaupt nur wegen Google so viel Umsatz. Der ganze Affiliate Markt kann froh sein, dass Google überhaupt existiert dass sie dadurch gefunden werden, manipulieren was das Zeug hält mit allen Mitteln, Fakelinks, Spam, usw und beschweren sich jetzt auch noch.

Es ist Googles Produkt und da können die machen was sie wollen. Zumal es wie gesagt kein Monopol ist.

Ingo

Google ist aber kein Shop-System, Google ist eine SUCHMASCHINE. in meinen Augen hat Google eine große demokratische Verantwortung, die darin besteht, Informationen unvoreingenommen zu repräsentieren. Die Suchmaschine soll alle und jeden finden, der gefunden werden will. Nach deiner Logik wäre es dann ja auch vollkommen OK, wenn Wikipedia anfängt zu zensieren, oder zu löschen, denn es ist ja "ihre" Seite.

Ausserdem: Wen wundert das eigentlich noch? Wer die absolute Macht hat, wird sie auch nutzen. Das war schon immer so, und wird sich auch nie ändern, es Sei denn, die komplette Menschheit wird ausgerottet und entwickelt sich (hoffentlich) anders. Wer anderes glaubt, ist einfach nur naiv. Dieses Verhalten ist uns in die Wiege gelegt worden. Es entstand durch künstliche Verknappung und somit eingeschränkter Freiheit, hervorgerufen dadurch, das irgendwann, irgendwo irgendein Drecksack mal gesagt hat: "Das ist jetzt mein Eigentum".

Naja, ich will ma nicht zu tief graben.

Grüße ....

Jens

So was kranken... Da könnte ich mich drüber aufregen. Natürlich platziert man sein Produkt besser als das andere wenn man dazu die Möglichkeit hat. Niemand weiß wie sich die Suchergebnisse zusammen setzen....

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