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Whatsapp, Jabber oder Signal? EU-Parlament tut sich schwer mit Messaging-Diensten

Whatsapp für iOS. (Foto: BigTunaOnline / Shutterstock.com)

EU-Parlamentarier haben es bei der Wahl ihrer Messaging-App nicht einfach. Nachdem die IT-Abteilung des Parlaments zunächst den Einsatz von Whatsapp empfohlen hat, legt man den Abgeordneten jetzt den Einsatz von Jabber nahe.

Im Unternehmensbereich gehören Instant-Messaging-Lösungen längst zum Alltag. Das EU-Parlament tut sich damit aber offenbar noch etwas schwer. Nachdem Martin Schirdewan und Manon Aubry, die beiden Kovorsitzenden der europäischen Linken, den IT-Support des Parlaments baten, die Desktop-App des Messengers Signal auf den Rechnern der Fraktionsmitglieder und deren Assistenten zu installieren, erhielten sie eine Absage.

„Signal ist keine Standardsoftware im Europäischen Parlament und kann nicht installiert werden, ohne dass es vom Sicherheitsdienst und dem Standardkonfigurationsteam getestet und zugelassen wird“, hieß es in einer E-Mail an die Parlamentarier, die in Auszügen von netzpolitik.org veröffentlicht wurde. Stattdessen wurde den Abgeordneten der Einsatz von Whatsapp empfohlen. Das wiederum bezeichnete der Linken-Abgeordnete Schirdewan im Hinblick auf die Snowden-Enthüllungen als „blauäugig“. Zumal Whatsapp-Betreiber Facebook trotz Ende-zu-Ende-Verschlüsselung Zugriff auf Metadaten hat.

EU-Parlament: IT-Abteilung will Signal prüfen und empfiehlt jetzt doch Jabber

Jetzt hat die IT-Abteilung des Parlaments auf die Kritik reagiert und will Signal auf seine Sicherheit testen. Das geht aus einer Meldung von Heise Online hervor. Bis zum Ende der Prüfung wird außerdem nun nicht mehr länger Whatsapp, sondern Jabber und damit der offene Messaging-Standard XMPP empfohlen. „Wenn mir die Verwaltung des Europäischen Parlaments aus Sicherheitsgründen keinen gängigen Messenger installieren kann, ist das im Jahr 2019 doch ein wenig aus der Zeit gefallen und befremdlich“, kommentiert Schirdewan den Vorgang auf Twitter.

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