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EU-Pläne: Apple will einheitliches Ladekabel verhindern

Apple will seine eigenen Ladekabel behalten. (Foto: Shutterstock/ abolukbas)

Apple will verhindern, dass die EU einheitliche Ladestecker vorschreibt. Das Unternehmen sieht keinen Bedarf.

Ein Stecker für alle Smartphones – dieses Ziel verfolgt die EU-Kommission schon seit elf Jahren. Mitte Januar hat der Vizepräsident der EU-Kommission Maroš Šefčovič die Diskussion über einheitliche Ladestecker für alle Smartphones wieder angestoßen. Er hatte angekündigt, eine Studie zu den Möglichkeiten der Einführung eines entsprechenden Standards zu veröffentlichen, wie der Spiegel berichtet.

Jetzt ist Apple ihm zuvorgekommen. Das Unternehmen argumentiert in einer Stellungnahme gegen einheitliche Stecker und stützt sich auf eine eigene Studie. „Wir glauben, dass Regeln, die einheitliche Steckertypen erzwingen, Innovationen ersticken anstatt zu fördern und den Verbrauchern in Europa sowie der Wirtschaft schaden würden“, heißt es in dem Statement.

Regulierung wäre nicht gerechtfertigt

Diese Meinung untermauert Apple mit einer eigens in Auftrag gegebenen Studie. Die von Copenhagen Economics durchgeführte Studie kommt zu dem Schluss, dass eine Regulierung der Steckertypen nicht gerechtfertigt ist. Ein solcher Eingriff sei nur dann angemessen, wenn es ein Marktversagen gäbe. Drei verschiedene Steckertypen seien aber keine ernstzunehmende Problematik. Zwei von drei Befragten gaben in der Studie an, ihnen sei ein einheitlicher Ladestecker nicht so wichtig wie Innovationen, etwa bei der Ladegeschwindigkeit.

Apple wehrt sich seit Jahren gegen einheitlichen Stecker

2009 hatte die EU sich schon einmal dafür eingesetzt, die Stecker zu vereinheitlichen. Das Ergebnis war eine freiwillige Verpflichtung, auf die sich 80 Prozent der Hersteller einigten. Diese Verpflichtung sorgte zwar für deutlich weniger Kabel-Wirrwarr, sie lief aber 2012 aus.

Inzwischen hat sich der USB-C-Standard im Android-Bereich durchgesetzt, während Apple auf seinen Lightning-Anschluss setzt – und das auch weiterhin tun will. Schon seit Jahren versucht Apple, ein einheitliches Steckersystem zu verhindern. Kein Wunder: Der Konzern verdient schließlich an seinen patentierten Ladekabeln.

Ganz versperrt Apple sich dem Trend trotzdem nicht und verweist in seiner Stellungnahme auf den USB-C-Netzadapter, der mit allen iPhone und iPad-Geräten kompatibel ist. Diese Kombination sei für die Verbraucher erschwinglicher und bequemer und ermögliche gleichzeitig Innovationen, so Apple.

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6 Kommentare
Benutzer
Benutzer

Ein Apple ist ein Adapter von einem Adapter von einem Adapter von einem Adapter…

Das denen selbst das nicht irgendwie peinlich ist… find ich irgendwie lustig.

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Benkt
Benkt

Titel: „Apple wehrt sich gegen einheitliche Ladegeräte“
Subtitle: „Apple will verhindern, dass die EU einheitliche Ladekabel vorschreibt.“
Im Bericht: „Schon seit Jahren versucht Apple, ein einheitliches Ladekabel zu verhindern.“

Was jetzt? Ladegeräte oder Kabel oder beides? Ich dachte, es geht um die Ladegeräte / Netzgeräte / Charger … nicht um die Kabel. Bringt mal Licht ins Dunkel.

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Benkt
Benkt

Besten Dank, t3n, für die Klarstellung. Not. Zeigt, wie sehr so ein Artikel von der eigenen Mannschaft wertgeschätzt wird, vermutlich, weil 90% copy -> paste -> fertig. Schade.
Auch eine „News-Redakteurin“, hier Helen Bielawa, kann doch mal in die Kommentare schauen, wenn beim Text schon nicht genau geschaut wurde.

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Dieter Petereit

Es geht zum einen um die Ladegeräte, zum anderen um die Stecker. Ein Kabel ist ein Kabel. Wir haben den Beitrag an einigen Stellen klarer gefasst.

Benutzer
Benutzer

Muss man sich hier so künstlich aufregen? Apple boykottiert, ohne wenn und aber.

dennis
dennis

Man weiß doch worauf man sich einlässt. Jeder so, wie er es mag. Hört endlich auf diesen Apple vs. Rest der Welt weiterzuführen.

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