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Die EU-Kommission fordert jetzt digitale Patientenakten

Die Europäische Kommission will, dass die Mitglieder digitale Patientenakten einführen. (Foto: dpa)

Der Austausch von Gesundheitsdaten wird wohl innerhalb der Europäischen Union künftig einfacher funktionieren. Das fordert die Europäische Kommission.

Wegen ein und derselben Erkrankung mehrere Praxen zu besuchen, kann unter Umständen richtig anstrengend werden. Oft müssen Patienten ihren Krankheitsverlauf immer wieder neu beschreiben oder Untersuchungen müssen gar doppelt durchgeführt werden. Die Europäische Kommission hat am Mittwoch eine Empfehlung an die Mitgliedstaaten veröffentlicht, die das ändern soll.

Nach der Vorstellung der Kommission sollten Mitgliedstaaten ein System einrichten, das den grenzüberschreitenden Austausch von Informationen mittels digitaler Patientenakten vereinfachen soll.

Recht auf Zugang zu eigenen Daten soll gestärkt werden

„Neue Technologien im Gesundheitsbereich sollten die Bürger dabei unterstützen, ihre Gesundheit in die eigene Hand zu nehmen“, schreibt die Kommission. Ein einfacherer Informationsaustausch würde die Versorgungsqualität für die Bürger verbessern und ihr Recht auf Zugang zu den eigenen Daten stärken, heißt es in dem Papier weiter.

Digitale Patientenakten würden das Gesundheitssystem modernisieren und nicht zuletzt Kosten einsparen. Schließlich müssten beispielsweise Blutuntersuchungen nicht mehr doppelt durchgeführt werden, wenn verschiedene Teams Informationen in digitaler Form austauschen würden.

Die Gesundheitsversorgung liegt eigentlich in der Hand der Mitgliedstaaten.  In Deutschland läuft die Digitalisierung des Gesundheitssystems nur schleppend. Zwar wurde schon 2003 die elektronische Gesundheitskarte beschlossen, die aber immer noch nicht über alle vorgesehenen Funktionen verfügt. Das neue Ziel lautet, bis 2021 den Zugriff auf einige Patientenakten per Smartphone zu ermöglichen.

Die Europäische Kommission will jetzt einen europäischen Koordinierungsprozess einleiten und hat dafür Grundsätze und technische Spezifikationen festgelegt. Die am Mittwoch veröffentlichte Empfehlung soll die Entwicklung der Europäischen Patientenakte anstoßen – dabei sollen Vertreter der Patienten und der Gesundheitsbranche einbezogen werden.

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