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Everdays: Das „Facebook des Todes”

Das Trauernetzwerk Everdays macht Kodolenzbücher digital. (Screenshot: Everdays)

Das Netzwerk Everdays will Menschen, die einen Angehörigen verloren haben, zusammenbringen und so ein würdevolles Trauern auch online ermöglichen.

Viele Menschen nutzen soziale Netzwerke, um den Tod eines Angehörigen bekanntzugeben oder anderen Nutzern zu kondolieren. Doch Trolle, Werbeanzeigen und Algorithmen, die Traueranzeigen neben Katzenvideos ausspucken, machen Facebook und Co. oft einem ungeeigneten Ort, um online zu trauern.

Everdays will damit Schluss machen und Nutzern eine angemessene Plattform zum Trauern geben. Man könne das Netzwerk als Facebook des Todes bezeichnen, gibt Gründer Mark Alhermizi gegenüber Techcrunch an. Alhermizi weiß aus eigener Erfahrung, wie schwer es ist, mit Trauerfällen umzugehen, wenn die Trauernden weit voneinander entfernt leben und der eine oder andere gar erst Wochen später von einem Todesfall erfährt. Seine App soll Trauernde nun online zusammenbringen.

Wie funktioniert Everdays?

Everdays ermöglicht es Freunden und Familienmitgliedern, eine Community zur gegenseitigen Unterstützung aufzubauen. Nutzer können den Tod eines Angehörigen bekanntgeben, Erinnerungen teilen, Nachrichten austauschen und Veranstaltungen wie Gedenkfeiern und Beerdigungen koordinieren.

Mittels interaktiver, konversationeller Technologie lernt Everdays, für welche Netzwerke wie Schulen, Arbeitgeber, Militärdienst, Vereine und Heimatstädte sich Nutzer interessieren. Wenn eine Familie eine Everdays-Ankündigung erstellt, verwendet die Plattform künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen, um Verbindungen im gesamten Netzwerk mithilfe von passenden Parametern herzustellen. Everdays sendet dann sofort Benachrichtigungen über Todesfälle innerhalb dieser Netzwerke, um die Community-Mitglieder auf dem Laufenden zu halten.

Auf Everdays bilden sich also mehrere parallele Netzwerke von Trauernden, die sich über gemeinsame Verbindungen zu den Verstorbenen bilden. Die Beiträge gehen dabei nicht in einem Berg von Postings unter, sondern können jederzeit wieder besucht werden, um etwa an Jahrestagen auf bestimmte Erinnerungen zurückzublicken. Außerdem bietet Everdays einen Guide, der Nutzern Vorschläge macht, wie sie trauernde Familien und Freunde am besten unterstützen können.

Mehr als 1,5 Millionen Nutzer in den USA und Kanada haben sich bereits über Everdays zu Trauergemeinschaften zusammengeschlossen. Daneben nutzen etwa 800 Bestattungsunternehmen den Service.

Im vergangenen Jahr sammelte Everdays fünf Millionen US-Dollar Startkapital ein und ist als App bisher nur in den USA und Kanada verfügbar. Wann die App weltweit ausgerollt wird, ist noch unklar.

Zum Weiterlesen: Digitales Erbe: So regelst du, was nach dem Tod mit deinen Daten passiert

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