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Online-Sicherheit: Ex-Mitarbeiter verklagen Microsoft wegen Psychostress

Zwei Ex-Mitarbeiter des Online-Sicherheitsteams von Microsoft verklagen den Konzern. Die Überwachung von E-Mails und Bing soll bei ihnen eine posttraumatische Belastungsstörung ausgelöst haben.

Microsoft: Ex-Mitarbeiter klagen über hohe psychische Belastungen

Mitte Dezember 2016 hat ein Bericht des Magazins der Süddeutschen Zeitung über die Zustände bei den Löschteams, die die Inhalte auf Facebook überwachen, für Aufsehen gesorgt. Demnach klagen viele der Mitarbeiter über Stress, Überlastung und eine mangelnde psychologische Betreuung angesichts der vielen gewaltverherrlichenden oder anstößigen Inhalte, die Tag für Tag über die Bildschirme flimmern. Ähnliches berichten jetzt auch zwei Ex-Mitarbeiter von Microsofts Online-Sicherheitsteam.

Mitarbeiter überwachen Microsoft-Suchmaschine Bing und E-Mail-Inhalte. (Screenshot: Bing/t3n)
Mitarbeiter überwachen Microsoft-Suchmaschine Bing und E-Mail-Inhalte. (Screenshot: Bing/t3n)

Henry Soto und Greg Blauert, die von 2008 an E-Mails und Inhalte bei Diensten wie der Microsoft-Suchmaschine Bing überwacht haben sollen, verklagen den Softwarekonzern, wie zuerst die Website Courthouse News berichtete. Die Klageschrift kann man hier im Original lesen. Ihre Arbeit, bei der sie auch Kinderpornos und schreckliche Gewaltszenen gesehen hätten, habe bei ihnen eine posttraumatische Belastungsstörung ausgelöst.

Klagegrund ist aber, dass die beiden ehemaligen Microsoft-Mitarbeiter sich angesichts der täglichen Belastungen zu wenig vorbereitet gefühlt hätten. Zudem würden sie keine Entschädigung erhalten, da die posttraumatische Belastungsstörung nicht als Berufskrankheit eingestuft sei.

Ex-Microsoft-Mitarbeiter: Arbeit hat Spuren hinterlassen

Soto, der einer der ersten Angestellten des vor knapp neun Jahren neugegründeten Microsoft-Teams war, wusste nach eigenen Angaben nicht, was auf ihn zukommen würde. Zu den Aufgaben gehörten laut Klageschrift unter anderem die Unterstützung der Behörden bei der Zerschlagung von Verbrecherringen oder das Anschauen von unvorstellbarer Gewalt, etwa Videos von sterbenden Menschen. Bei Soto habe das erhebliche Spuren hinterlassen.

Die beiden Männer fordern von Microsoft eine Entschädigung und ein Versprechen des Konzerns, die Bedingungen der Mitarbeiter in den Online-Safety-Teams nachhaltig zu verbessern. Microsoft hat den Vorwürfen seiner beiden ehemaligen Mitarbeiter derweil widersprochen. Für den Konzern sei das Entfernen von kritischen Inhalten genauso wichtig wie die psychische Gesundheit seiner Mitarbeiter. Dabei lerne Microsoft täglich dazu.

Mehr zum Thema:

via www.businessinsider.de

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