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„Energievernichtung sondergleichen“: Experten kritisieren Bitcoin scharf

(Grafik: Shutterstock)

Während Experten Blockchain, die Technologie hinter Bitcoin, für viele Wirtschaftsbereiche spannend finden, wird die Kryptowährung selbst kritisiert. Grund: der hohe Energiebedarf.

Bitcoin: Scharfe Kritik an der Kryptowährung

Bitcoin boomt und hat allein in diesem Jahr enorm an Wert zugelegt. Während manche Beobachter der Kryptowährung weitere massive Steigerungen voraussagen, erinnert der Hype andere an die Spekulation mit Tulpenzwiebeln in den Niederlanden des 17. Jahrhunderts. Der JP-Morgan-Chef Jamie Dimon etwa hatte Bitcoin sogar als „Betrug“ bezeichnet. Ebenfalls scharfe Kritik an der Kryptowährung äußerten mehrere Experten am Donnerstag im Rahmen einer Podiumsdiskussion der Plattform Digital Business Trends in Linz.

Die hinter Bitcoin stehende Blockchain-Technologie fanden die Experten zwar spannend, denn sie könnte in vielen Wirtschaftsbereichen Einsparungen bringen. Allerdings sei Bitcoin aufgrund des hohen Energieaufwands beim Mining „eigentlich eine dumme Anwendung der Blockchain“, wie Josef Zöchling, Leiter des Geschäftsfelds Energiewirtschaft bei dem Konzern Wien Energie, kritisierte.

Bitcoin soll 2020 Energieverbrauch Dänemarks haben

Zöchling nannte Bitcoin in diesem Zusammenhang gar eine „Energievernichtung sondergleichen“, wie die österreichische Zeitung Die Presse berichtet. Christian Minarovits, Blockchain-Experte bei IBM Österreich, ergänzte: „Im Jahr 2020 könnte der Energieverbrauch des Staates Dänemark notwendig sein, um Bitcoin am Leben zu erhalten“.

Das sind die fünf wertvollsten Krypto-Währungen der Welt
Immer noch unbestritten die Nummer eins unter den Kryptowährungen: Bitcoin mit einer Marktkapitalisierung von rund 280 Milliarden Dollar. (Stand: Anfang Dezember 2018) (Foto: Shutterstock/Julia Tsokur)

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Der Blockchain wiederum räumten die Experten viel Potenzial ein, etwa, um das Internet der Dinge zu beschleunigen oder die Abrechnung zwischen Maschinen zu ermöglichen. Das Einsparpotenzial durch optimierte und beschleunigte Prozesse sei enorm. Ein Anwendungsbeispiel für die Zukunft sind für die Experten autonome Elektroautos, die unterwegs über die an Bord befindliche digitale Brieftasche eigenständig Strom kaufen und ihre Akkus nachladen könnten.

Allerdings, warnte Mikhail Arshinskiy von Deloitte Österreich, sei eine Blockchain-Technologie beim möglichen Unternehmenseinsatz nicht in allen Bereichen angebracht – auch wenn viele dies aufgrund des aktuellen Hypes glaubten. Manchmal tue es auch eine herkömmliche Datenbanklösung, sagte Arshinskiy.

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6 Reaktionen
Carsten

Dann sind Fiat-Währungen ebenfalls (und noch mehr) eine "Energievernichtung sondergleichen“

Energieverbrauch Fiat Geld

Geldherstellung:
Herstellung Druckplatten / Prägevorlagen sowie deren Transport
Herstellung Spezial-Papier / Schürfen / Bergbau und Verarbeiten von Metallen sowie deren Transport
Drucken / Prägen der Scheine / Münzen
Verteilung des physikalischen Geldes von der Herstellung zu den ausgebenden Geschäftsbanken
Vernichtung (von aus dem Verkehr gezogenen Scheinen & Münzen)
sowie die gesamte Infrastruktur der daran beteiligten Firmen und Behörden (vom Vorstand über die Experten bis hin zur Sekretärin und Putzfrau) die überwiegend mit Computern (und Handys) arbeiten (die zwischen 200/8h und 365/24h Strom verbrauchen) und an ihren Arbeitsplätzen zusätzlich Heizung, Strom, Papier und Wasser verbrauchen. Von den Gebäuden mal abgesehen.
Damit ist Fiat Geld erst mal nur hergestellt und verfügbar gemacht. Und nutzt sich ab / geht verloren – daher muss dieser Prozess ständig in Betrieb bleiben, um Nachschub zu produzieren.
Ich würde schätzen, dass allein dieser Teil des Geldlebenszyklusses mehr Energie verbraucht als Bitcoin Mining je verbrauchen wird. Aber da mag ich mich irren.

Um jedoch dieses Geld benutzen zu können, braucht es Banken mit Niederlassungen in jeder Stadt rund um den Globus. Verwaltungsapparate und Kontrollinstanzen. Es braucht Geldautomaten, Geldzählmaschinen, Geldtransporter, Tresore, Umtauschstationen, Kontoauszugsdrucker, … - in jeder Stadt rund um den Globus.
All diese Sachen müssen einerseits Energie- und Ressourcenaufwändig hergestellt werden, andererseits verbrauchen sie durch ständige (365/24) - Bereitschaft und zusätzlich durch die Benutzung nicht wenig Energie. Und alle diese Maschinen können (anders als der Computer mit dem ich meine Bitcoins verwalte) zu keinem anderen Zweck genutzt werden.

Dazu kommt Energieverbrauch (zusätzlich zum Bargeld-Betrieb bereits jetzt) bargeldloses Zahlen: Eine verteile Infrastruktur aus Plastikkarten und EC/ Kreditkartenterminals muss nicht nur Ressourcen-aufwendig hergestellt und weltweit verteilt, sondern mit Energie auch 365/24 betrieben werden. Hinzukommen die Zahlungs-Verifizierungs-, Abrechnungs-, Buchhaltungs-, Verrechungs-, Umrechungs-, und Sicherungssysteme die bei Händlern, Banken, Kreditkartenfirmen, Zahlungsdienstleistern, Versicherungen, … die Zwecks Ausfallsicherheit mehrfach-redundant rund um die Uhr betrieben werden müssen. Hinzu kommen die Online-Banking Systeme, damit die Kunden ihren Kontostand einsehen und auch selbst Transaktionen vornehmen können.
Ob ein bargeldloses Fiat-Geldsystem, bei dem jede Transaktion einzeln über eine ganze Kette von unterschiedlichen Unternehmen verarbeitet worden muss, (Energie-)effizienter ist als eine Blockchain, die Transaktionen zwar mit energieaufwendigen Verschlüsselungsmechanismen absichert, aber diese eben zu auch zu Blöcken zusammenfasst und diese Blöcke dann einmal verifiziert und dokumentiert, wage ich zu bezweifeln.
Und auch ein bargeldloses Fiat-Geld System kommt ja nicht ohne die ganzen Institutionen aus: Banken, Kreditkartenfirmen, Zahlungsdienstleistern, Versicherungen, Zentralbanken. Auch diese verbrauchen Unmengen an Energie für die Mitarbeiter, den Betrieb, die Kommunikation und die (technische) Infrastruktur.

progressivebox

Ich denke es ist nicht die Frage ob, sondern vielmehr welche Kryptowährung sich durchsetzen wird. Grundsätzlich bin ich fest davon überzeugt, dass die Blockchain eine sehr zukunftsweisende Technologie ist und künftig darüber so manches vorstellbar ist. Egal ob Wahlen, Grundbucheinträge, Verträge oder auch Währungen. Verteufeln weil man es nicht versteht ist gefährlich. Wir sollten in Deutschland hier in jedem Fall "reguliert" deutlich mehr aufs Gaspedal treten. Und Dennis Argumente sind absolut plausibel.

lola

Es ist eigentlich wichtig wieviele Bitcoins eh gibt oder geben wird. Bitcoins scheinen das einige auf der Erde zu sein dessen wert mit seiner Anzahl wächst.

Erinnert mich an die Kettenbriefe der 80er Jahre.

Dennis

Kann man nicht auch den Gegenaspekt beleuchten? Wie hoch ist der Energieverbrauch der Bankensysteme inkl. aller notwendig zugehörigen einrichtungen (zB. Politik, Börsen uvm)? Wenn man das schätzt wäre ein Vergleich der Energiekosten pro Einheit (welche auch immer) nach meinem Verständnis doch auch möglich. Steht Bitcoin dann immer noch so schlecht da?
Und überwiegen die Vorteile des Bitcoin nicht das schlechte Gefühl der sog Energieverschwendung? Ich finde sogar die Nutzung der Wärmeenergie in Island ist eher das Gegenteil, hier wird die Energie, die als Strom nicht transportierbar ist, sinnvoll als Währung in die ganze Welt getragen.

Thomas D.

Als ob Bitcoin eine richtige "Währung" wäre. Eine Währung hat eine Aufgabe: Sie ist Schmiermittel bei allen Arten von Wirtschaftsbeziehungen und ermöglicht den einfachen Austausch von Werten (Zahlung) und eine gewisse Wertaufbewahrung.

Und Bitcoin? Die Zahlungsfunktion ist da, aber weitgehend irrelevant im Vergleich zum Aufwand und Hype der darum betrieben wird. Der Bitcoin ist viel zu volatil und beim aktuellen Kurs würde auch kaum jemand durchblicken, wie viel er jetzt für einen Liter Milch und ein paar Äpfel zahlen müsste und ob die Milch jetzt teurer oder günstiger geworden ist.

Die Wertaufbewahrung sieht auf den ersten Blick besser aus (massive Deflation), aber wie sieht es langfristig aus? Setzt die Technik sich durch? Wird sie ersetzt durch was performanteres? Wird sie ggfs. sogar reguliert oder verboten? So schnell wie er gestiegen ist, kann er auch wieder fallen und die letzten beißen dann die Hunde.

Bitcoin sind eine Spielerei und weit entfernt von einem wirklich stabilen und alltagstauglichen Zahlungsmittel.

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