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Expertenanhörung: Keine Einigkeit über 5G-Beteiligung Huaweis

(Foto: Shutterstock)

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Bei einer Expertenanhörung im Auswärtigen Ausschuss des Deutschen Bundestags wurde die Frage nach den Risiken einer Beteiligung Huaweis am 5G-Ausbau Deutschlands uneinheitlich beantwortet.

Die mehr diffuse Sorge, dass der chinesische Staat den Telekommunikationskonzern Huawei missbrauchen könnte, um hierzulande Daten abzugreifen oder zu manipulieren, konnte auch die heutige Anhörung namhafter Experten vor dem Auswärtigen Ausschuss unter Vorsitz des CDU-Politikers Norbert Röttgen nicht beseitigen.

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Schallbruch und Görl plädieren für breite Herstellerbasis

Während Martin Schallbruch von der European School of Management and Technology in Berlin und Prof. Dr. Harald Görl von der Universität der Bundeswehr in München auf eine möglichst breite Anbieterbasis mit Huawei, ZTE, Nokia, Ericsson und Samsung setzen wollen, betonte Mikko Huotari vom Mercator Institute for China Studies die Nähe Huaweis zur chinesischen Regierung.

Ericsson warnt, Huawei verteidigt sich

Einen ähnlichen Standpunkt vertrat Mikko Karikytö, Vertreter des schwedischen Mobilfunkausrüsters Ericsson, indem er die 5G-Technologie als „ultimativen Kern der kritischen Infrastruktur“ eines Landes bezeichnete.

Huaweis David Wang hingegen legte Wert auf die Feststellung, dass sein Unternehmen genossenschaftlich organisiert sei und die Regierung weder Anteile am Konzern halte, noch Gesetze existierten, die Huawei zur Kooperation im Sinne einer Datenherausgabe zwängen.

Görl warnt vor Monokultur und entsprechenden Abhängigkeiten

Insbesondere Harald Görl warnte ausdrücklich vor dem Ausschluss Huaweis, weil das System nach seiner Auffassung alle fünf Anbieter bräuchte, um nicht schlussendlich von einzelnen Herstellern abhängig zu werden. Zudem seien moderne Kommunikationssysteme zu komplex, um sie in der Hand eines einzelnen Unternehmens oder eines Staates organisieren zu wollen. Nach seiner Auffassung wäre eine Monokultur der „Worst Case“. Sie würde uns „um die Ohren fliegen.“

Auch Martin Schallbruch von der European School of Management and Technology in Berlin äußerte sich ähnlich. Nach seiner Auffassung sollte es nicht um Anbieter, sondern um Anforderungen gehen. Die beste Vorgehensweise wäre seiner Meinung nach eine „herstelleragnostische.“ Insgesamt sei 5G ohnehin eine Technologie mit großer Angriffsfläche, die auf permanente Softwareaktualisierungen angewiesen sei.

Die deutschen Mobilfunkbetreiber hatten sich bereits im Vorfeld mehrfach gegen einen Ausschluss Huaweis ausgesprochen. Insbesondere habe man bislang keine Sicherheitsprobleme identifizieren können, so der Tenor. Der ebenfalls geladene Experte von der Deutschen Telekom, Thomas Tschersich, Leiter Group Security, war allerdings trotz Zusage nicht zur Anhörung erschienen.

Passend dazu: Keine Hinweise auf 5G-Sicherheitslücken: Emirate vertrauen Huawei

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