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Nach Facebook-Datenskandal: Cambridge Analytica ist insolvent

Facebook-Datenskandal: Cambridge Analytica tritt ab. (Foto: dpa)

Die für den Facebook-Datenskandal mitverantwortliche Firma Cambridge Analytica ist insolvent. Das Unternehmen sieht sich als Opfer der Medien und Zielscheibe „zahlreicher unbegründeter Vorwürfe“.

Nicht einmal eineinhalb Monate, nachdem ein Whistleblower einen Datenskandal rund um Facebook und Cambridge Analytica an die Öffentlichkeit brachte, hat die britische Analysefirma ihre Insolvenz angekündigt. Entsprechende Verfahren für die Mutterfirma SCL und Cambridge Analytica und dazugehörige Unternehmen in den USA und Großbritannien würden eingeleitet, heißt es in einer Mitteilung.

Facebook-Datenskandal: Cambridge Analytica sieht sich als Opfer

Cambridge Analytica sei in den vergangenen Monaten Zielscheibe „zahlreicher unbegründeter Vorwürfe“ geworden. Die Analysefirma sei für Aktivitäten kritisiert worden, die nicht nur legal seien, sondern längst zum Standard in der Online-Werbung, in der Politik und im Unternehmensbereich gehörten, so Cambridge Analytica weiter. Eine unabhängige Untersuchung des britischen Kronanwalts Julian Malins soll ergeben haben, dass nichts, was die Mitarbeiter von Cambridge Analytica in den Medien über die angeblichen Tätigkeiten ihrer Firma gesehen und gehört haben, etwas mit ihrer Arbeit zu tun gehabt habe.

Malins Bericht soll Cambridge Analytica zufolge zeigen, dass die Mitarbeiter des Unternehmens innerhalb der ethischen und rechtlichen Grenzen tätig gewesen seien. Zu den Vorwürfen des Whistleblowers und dem kompromittierenden Video, das den ehemaligen Cambridge-Analytica-Chef Alexander Nix dabei zeigt, wie er vor Undercover-Journalisten mit schmutzigen Tricks bei der Manipulation von Wahlen prahlt, nahm das Unternehmen in seiner Mitteilung keine Stellung.

Facebook-Datenaffäre schickt Analysefirma Cambridge Analytica aufs Abstellgleis. (Screenshot: cambridgeanalytica.org/t3n.de)

Bisher ist bekannt, dass die Daten von bis zu 87 Millionen Facebook-Nutzern – darunter gut 300.000 in Deutschland – unzulässig in die Hände von Cambridge Analytica geraten sein sollen. Diese Daten habe das Unternehmen dazu verwendet, um unter anderem den Wahlkampf des US-Präsidenten Donald Trump zu unterstützen. Auch in die Brexit-Kampagne soll Cambridge Analytica verwickelt gewesen sein. Inwieweit die Analysefirma tatsächlich erfolgreich Wahlen beeinflussen konnte, ist allerdings stark umstritten. Facebook-Chef Mark Zuckerberg war jedenfalls im Zuge des Skandals vor den US-Senat geladen worden und hatte sich für den Datenmissbrauch entschuldigt.

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