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Facebook-Daten: 150 Unternehmen hatten Zugang

Facebook-Chef Mark Zuckerberg. (Foto: Frederic Legrand - COMEO / Shutterstock.com)

Eine Recherche der New York Times wirft erneut ein ungutes Licht auf Facebook. Das Unternehmen soll Firmen wie Microsoft, Amazon oder Spotify deutlich mehr Nutzerinformationen gegeben haben, als bislang bekannt war.

Die New York Times berichtet, dass Facebook mehr als 150 Unternehmen deutlich umfangreicheren Zugriff auf Nutzerdaten gewährt hat als bislang eingeräumt. Das sollen interne Dokumente und Aussagen ehemaliger Mitarbeiter belegen. Unter anderem sollen Spotify, Netflix und die Royal Bank of Canada Lese- und Schreibzugriffe auf private Facebook-Nachrichten von Nutzern gehabt haben. Facebook erklärt das in einem Blogbeitrag damit, dass die jeweiligen Funktionen ohne den Zugriff nicht funktioniert hätten. So konnten Nutzer des Spotify-Clients Lieder direkt aus der Software heraus an ihre Facebook-Freunde senden. In jedem Fall hätten die betroffenen Nutzerinnen und Nutzer vorab jedoch ihr Einverständnis erklären müssen.

Als anderes Beispiel für die weitreichende Datenwiedergabe nennt die New York Times die sogenannte „Instant Personalization“, auf die Dienste wie Microsofts Suchmaschine Bing zugreifen konnten. Über die Funktion stellte Facebook den Anbietern Nutzerdaten zur Personalisierung ihrer jeweiligen Angebote zur Verfügung. „Instant Personalization“ wurde nach Kritik 2014 offiziell eingestellt. Wie die New York Times berichtet, hatten aber zumindest Bing, der Musik-Streaming-Anbieter Pandora und die Filmbewertungsseite Rotten Tomatoes durch ein danach getroffenes Abkommen weiterhin Zugang zu diesen Daten.

Facebook: Eigentlich eingestellte Schnittstelle zur Datenweitergabe blieb aktiv

Bing soll noch bis 2017 Zugang zu den öffentlichen Informationen von Facebook-Nutzern gehabt haben, während die beiden anderen Dienste sogar noch im Sommer 2018 auf die Daten zugreifen konnten. Facebook erklärt in einem Blogbeitrag, dem Unternehmen seien keine Missbrauchsfälle durch diese Datenweitergabe bekannt. Gleichzeitig räumt das Unternehmen ein, dass die Schnittstellen auch nach Einstellung „Instant Personalization“ weiterhin aktiv waren. Sprecher von Pandora und Rotten Tomatoes erklärten gegenüber der New York Times, sie wüssten nicht, dass sie einen speziellen Zugang zu Daten hätten. Microsoft erklärte wiederum, die Daten seien zur „Entwicklung von Features“ und nicht zu Werbezwecken verwendet worden. Alle Daten seien aber mittlerweile gelöscht.

Die dritte Kategorie der von der New York Times aufgedeckten Datenweitergabe betrifft sogenannte „Integrationspartner“. Dabei handelt es sich in aller Regel um Gerätehersteller, die Facebook in ihre Software integriert haben. Allerdings sollen laut New York Times auch Yahoo und die russische Suchmaschine Yandex als „Integrationspartner“ gelistet worden sein. Interne Dokumente sollen außerdem belegen, dass Yandex noch 2017 Zugriff auf Facebook Nutzer-ID hatte, obwohl der Konzern da bereits aus Sicherheitsgründen damit aufgehört hatte, die mit anderen Applikationen zu teilen. Ein Yandex-Sprecher erklärte gegenüber der New York Times, die Firma wisse nichts von dem Zugang und könne auch nicht erklären, warum Facebook ihn nicht eingestellt habe.

Datenweitergabe: Fehlende Kontrolle bei Facebook?

Facebook nutzte interne und auch externe Kontrollinstanzen, die einen kritischen Blick auf die Datenweitergabe werfen sollten. Laut New York Times variierte die Form der Prüfung jedoch stark je nach Art der spezifischen Partnerschaft. So wären weder Blackberry noch Yandex irgendwelche Belege dafür bekannt, dass ihre Nutzung von Facebook-Daten je geprüft worden wäre.

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