Marketing

Facebook Fans: Aus Offline-Kunden Online-Markenbotschafter machen

(Foto: Photos by Mavis / flickr.com, Lizenz: CC-BY)

Windige Social Media Experten wissen alles über die Generierung von Facebook Fans für eine Marke. Warum es dann oft bei einem iPad-Gewinnspiel endet, bleibt dagegen ihr Geheimnis. Die größten Potenziale liegen allerdings im echten Leben.

Facebook Fans generieren leicht gemacht

(Foto: Photos by Mavis / flickr.com, Lizenz: CC-BY)

Hand aufs Herz: Wer von euch ist schon mal Fan einer Marke bei Facebook geworden, nur um bei einem Gewinnspiel ein iPad 2 oder irgendein anderes Gadget gewinnen zu können? Sehr viele vermutlich. Und wer hat dabei dann auch tatsächlich etwas gewonnen? Sehr wenige wahrscheinlich. Gewonnen hat dabei immer nur der Social Media Experte, der dem Unternehmen weismachen konnte, dass solche Gewinnspiele super dazu geeignet sind, Fans zu generieren. Das stimmt ja auch, aber es gibt da einen kleinen Schönheitsfehler: Die Wahrscheinlichkeit, dass ein so generierter Fan auch wirklich zu einem Kunden wird, ist in etwa genauso groß, wie die Wahrscheinlichkeit, dass dieser bei dem Gewinnspiel ein iPad gewinnt.

Das eigentliche Ziel der Marken, nämlich beispielsweise mit den Fans zu interagieren, sie an die Marke zu binden und sie langfristig zu einem Stammkunden werden zu lassen, der auch noch ein Markenbotschafter ist, wird so sicher nicht erreicht. In einer Studie der Social Commerce Agentur 8thBridge wurden kürzlich die Facebook Fans von Fashion-Marken gefragt, warum sie Fan der Marke geworden sind. Das Ergebnis ist etwas ernüchternd, denn lediglich 13 Prozent wollen damit zeigen, dass sie sich mit der Marke verbunden fühlen und nur 21 Prozent wollen mit der Marke interagieren. Immerhin wollen sich 53 Prozent der Fans über die Marke informieren.

Facebook Fans sind weniger engagiert, als es die Marken gerne hätten (Bild: Crowd Science).

In einer weiteren Studie von Crowd Science kommen die Facebook Fanpages von Marken ebenfalls nicht wirklich gut weg. Lediglich 9 Prozent der gesamten Likes entfallen auf die Fanseiten, die damit auch das Schlusslicht bilden. Nimmt man beide Studien zusammen, so scheinen es Marken bei Facebook schwer zu haben, organisch Fans zu generieren, die auch mit der Marke interagieren wollen.

Aus Offline-Fans Facebook Fans machen

Für die Marken bei Facebook ist das natürlich ein Dilemma, denn ein Großteil ihrer Bemühungen verläuft demnach im Sande. Doch es gibt auch noch einen positiven Aspekt. In einer früheren Studie belegte 8thBrigde den schon oft beschriebenen Fakt, dass die Käufer von Markenprodukten häufig zu Facebook Fans werden und die gekauften Produkte liken. 57 Prozent der Produkte mit einem Like stammen von Käufern dieser Produkte.

Wer ein Markenprodukt kauft, wird eher zum Facebook Fan (Bild 8thBridge).

Als Konsequenz daraus sollten die Marken ihre Marketingstrategien für Offline und Online mit einander verknüpfen und auch bei stationären Verkäufen eine Verbindung zum Facebook-Auftritt der Marke schaffen. Das könnte beispielsweise ein Gutschein für den nächsten Einkauf sein oder ein anderes Goodie. Aber auch ein kleiner Beileger könnte den Offline-Fan einer Marke – denn das ist er ja im Prinzip schon, weil er ein Produkt erworben hat – auch zu einem Online-Fan werden lassen.

Das geht sicher nicht für alle Marken aller Branchen. Aber gerade für Marken, die ihre Produkte über eigene Ladenketten verkaufen, drängt sich diese Strategie förmlich auf. Für Marken ist diese Verbindung und die Präsenz bei Facebook auch deshalb so wichtig, weil sich immer mehr Konsumenten online über Produkte informieren, bevor sie sie kaufen. Dabei spielen vor allem auch Empfehlungen aus dem sozialen Umfeld der potenziellen Käufer eine immer wichtigere Rolle, da sie ihren Freunden und Bekannten mehr vertrauen, als anderen Quellen. Hier schließt sich letztlich der Kreis, denn Facebook ist für Produkt-Empfehlungen aus dem Freundeskreis die ideale Plattform.

Weiterführende Links zum Thema Facebook Fans:

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3 Kommentare
Tom

Natürlich sollten Marketingaktionen Offline und Online miteinander verknüpft werden. Hierzu bieten sich einerseits die Nutzung von QR Codes and, andererseits die Verwendung von Onpacks wie zum beispiel den USB-Webkey, der den Kunden direkt auf die FB Seite oder Produktseite bringt, sobald er den Webkey an den PC anschließt. Mit solchen Alternativen lassen sich viele innovative Aktionen planen. Leider ist dies in vielen Marketingabteilungen noch nicht angekommen.

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