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Unter falscher Flagge: Facebook heimlich in China aktiv

(Foto: Shutterstock-Chinnapong)

Facebook ist seit 2009 in China gesperrt. Dennoch soll der Zuckerberg-Konzern jetzt dort heimlich eine Foto-App veröffentlicht haben – offenbar, um den Markt besser kennenzulernen.

Facebook: Heimlicher App-Launch in China?

Facebook dürfte den meisten Chinesen kein Begriff sein, denn trotz mehrerer Besuche und einer Charmeoffensive von Facebook-Boss Mark Zuckerberg, der etwas Mandarin spricht. Jetzt könnte das Unternehmen unter falscher Flagge in China aktiv geworden sein.

Gemeinsamkeiten vorhanden: Colorful Balloons (links) versus Facebook Moments (rechts). (Screenshots: New York Times)

Wie erst jetzt bekannt wurde, habe Facebook im Mai eine Foto-Sharing-App namens Colorful Balloons an den Start gebracht, die Facebook-App Moments. Bei Colorful Balloons gibt es allerdings verständlicherweise keinen Hinweis auf eine Beteiligung Facebooks. Veröffentlicht wurde die App über die chinesische Firma Youge Internet Technology, deren Chefin Zhang Jingmei auf einem kürzlich entstandenen Foto eines Meetings von Facebook und der Shanghaier Stadtregierung zu sehen sein soll.

Die New York Times wertet die heimliche Veröffentlichung einer App unter falschem Namen als den Versuch eines US-Tech-Riesen, sich Zugriff auf den chinesischen Markt mit seinen mehr als 700 Millionen Internetnutzern zu verschaffen. Ziel ist es offenbar, das spezielle Nutzungsverhalten des Landes kennenzulernen. Facebook möchte wissen, wie chinesische Nutzer Informationen mit Freunden teilen und wie sie auf Social-Media-Plattformen interagieren.

Facebook in China: Risiko Foto-Sharing-App

Facebook hat seine Verbindung zu der App gegenüber der New York Times nicht bestätigt, aber sein Interesse an dem chinesischen Markt bekundet. Das Social Network ginge jedenfalls ein hohes Risiko ein, wenn es tatsächlich hinter der chinesischen Foto-App steckte. Schließlich soll es im Herbst ein Treffen zwischen Konzernvertretern und Offiziellen der Kommunistischen Partei des Landes geben. Auch wenn die Chancen für Facebook auf eine Zulassung in China schlecht stehen, das Vertrauen wäre wohl dahin.

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Wie sehr es Mark Zuckerberg nach China drängt, zeigt auch die ebenfalls von der New York Times Ende 2016 kolportierte Arbeit des Social-Network-Riesen an einem Zensur-Tool, mit dem sich bestimmte Inhalte in bestimmten geografischen Regionen blockieren ließen. Damit könnte Facebook eine der Vorgaben der chinesischen Regierung erfüllen: die Kontrolle über die Inhalte auf der Plattform.

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