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Facebook plant Abo-Funktion für Nachrichtenmedien

Immer mehr Menschen beziehen ihre Nachrichten über Facebook. Leider auch Falschmeldungen. (Foto: Anikei / Shutterstock)

Facebook ist in Zugzwang, weil einige Verlage ihr Engagement bei Instant-Articles reduzieren. Jetzt plant das Unternehmen eine Monetarisierungsmöglichkeit für die Verlage.

Kuschelkurs mit den Verlagen oder Antwort auf die Fakenews-Debatte? Facebook arbeitet an einem spannenden Feature, das Google News oder klassischen Newsreadern Konkurrenz machen könnte. Wie das Wall Street Journal erfahren hat, plant das Unternehmen eine Abo-Funktion für verschiedene Nachrichtenmedien für Instant-Articles, die über das klassische Abonnieren der geteilten Nachrichten, wie wir es heute kennen, hinausgeht. So soll es bald eine Verknüpfungsmöglichkeit von Instant-Articles und Bezahlinhalten geben, über die die Verlage auf der Plattform Geld verdienen könnten.

Facebook könnte Verlage für Content entlohnen

Entwickelt wird derzeit offenbar eine Funktion, die speziell auf Mobilgeräte abzielt und die noch im Laufe dieses Jahres vorgestellt werden soll. Facebook soll so zum Zentrum des eigenen Nachrichtenkonsums werden, was gerade in den USA die Stellung von Google News angreifen würde. Das Feature könnte die Verbreitung und Akzeptanz von Paid-Content erhöhen – ein Kunststück, das zumindest hierzulande die meisten Verlage noch nicht erfolgreich gemeistert haben. Offenbar plant Facebook hier ein Metered-Model, heißt: Die Bezahlschranke würde erst nach einigen monatlichen Freiklicks greifen. Ob diese für jedes Medium einzeln gelten oder für alle zusammen ist ebenso unklar, wie die Frage nach der Aufteilung der Erlöse zwischen Facebook und den Verlagen. Dabei dürfte gerade das der springende Punkt sein.

Schwächen in der Sortierung aktueller Ergebnisse

Etwas einfallen lassen muss sich Facebook dann auch mit der Sortierung. Denn in der Tat zeigen sich die heutigen Schwächen von Facebook in Bezug auf den Nachrichtenkonsum vor allem, wenn es um Krisen, aktuelle Entwicklungen, etwa Terroranschläge, geht: Nachrichten, die viel diskutiert wurden, etwa weil es die ersten nach einem Ereignis waren, erscheinen auch dann noch weit oben in der Timeline, wenn die Entwicklungen weiter sind, wenn es schon deutlich neuere Erkenntnisse gibt.

Wahrscheinlich ist, dass Facebook abgesehen von den als glaubwürdig eingestuften Meldungen der Premium-Medien auch weiterhin eine Algorithmus-gesteuerte Einschätzung bezüglich des Wahrheitsgehaltes vornehmen wird, quasi eine datenbezogene Kuratierung. Vor einigen Wochen hatte das Unternehmen eine spezielle Kennzeichnung für Fakenews vorgestellt.

Facebook mit Instant-Articles in Zugzwang

Wenn Facebook die beteiligten Medien hierfür gewinnen kann, profitieren beide Seiten davon: Facebook, weil das Netzwerk es schafft, die Zeit, die die Nutzer dort verbringen und quasi nebenbei auch Werbung zu konsumieren, zu erhöhen und die beteiligten Medien, die ihre Inhalte verbreiten – allerdings ohne eigene Reichweite zu generieren. Denn die Nutzer verbleiben hier bei Facebook. Das ist auch der Hauptgrund, warum Facebook im Zugzwang ist. Einige Top-Medien wie der Guardian und die New York Times hatten ihr Engagement bei Instant-Articles in der jüngsten Zeit zurückgefahren, weil hier kein vernünftiges Geschäftsmodell erkennen konnten (und offenbar der Branding-Faktor nicht stark genug war, um im Gegenzug Inhalte zu verschenken).

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