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Zahlreiche Daten automatisch an Facebook geschickt – auch unter iOS-Apps

Werbe-IDs kommunizieren auch unter iOS mit Facebook für das Targeting. (Foto: achinthamb / Shutterstock Inc.)

Nicht nur Android-Apps kommunizieren ungefragt mit Facebook, sondern auch solche unter iOS. Doch hier ist die Situation aus einem Grund noch deutlich schlimmer.

Vor einigen Tagen hatten wir darüber berichtet, dass laut einer Studie von Privacy International zahlreiche Apps Daten an Facebook schicken – auch dann, wenn der Nutzer keinen Facebook-Account hat oder sonst wie in Kontakt mit dem Unternehmen steht. Jetzt wird bekannt, dass das nicht nur für Android-Smartphones gilt, sondern auch unter iOS vorkommt.

Hierfür hat Mobilsicher.de die iOS-Versionen der beanstandeten Apps, darunter Tinder, Kwit oder Deine SPD unter die Lupe genommen und festgestellt, dass diese ebenso Daten wie Advertising-ID, Gerätetyp und Startzeit beim Start der App an Facebook senden. Genau genommen dürfte es sich dabei um eine Verletzung der DSGVO handeln. Bei anderen Apps wie Schwangerschaft+, Moodpath oder Meine CDU wurde hingegen das Facebook-Modul deaktiviert oder lässt sich erst auf entsprechende Einstellung hin nutzen.

Schuld daran ist vor allem das von vielen Programmierern gerne genutzte Facebook Development Kit und die Werbe-ID, die als Identifier for Advertising (IDFA) auch bei iOS eine wichtige Rolle bei der Zuordnung und Auslieferung von Werbung spielt. Im Prinzip ist eine solche Zuordnung, die beispielsweise auch ermitteln kann, welcher Nutzer sich für eine bestimmte Krankheit oder für Themen wie Schwangerschaft, Depression oder Raucherentwöhnung interessieren dürfte, ein gutes Indiz für eine zielgerichtete Auslieferung von Werbung. Gleichzeitig handelt es sich dabei aber auch um Daten, die viele Nutzer gerade einem Netzwerk wie Facebook nicht anvertrauen wollen – insbesondere dann, wenn sie dort nicht einmal Mitglied sind und nicht wissen können, was Facebook mit den Daten anstellt und ob es sie beispielsweise auch bei Nicht-Kunden speichert.

Facebook-Datenverkehr lässt sich unter iOS kaum unterbinden

Das Perfide: Während sich Android-Nutzer mit Hilfe entsprechender Adblocker und Skript-Unterdrückungs-Tools dagegen schützen können, ist dies bei iOS schwieriger. Hinzu kommt: Anders als bei Android, wo Datenbanken wie die von Exodus Privacy oder Appcensus verraten, welche Apps worauf zugreifen, gibt es bei iOS-Apps keine derartige Recherchequelle.

Bei der Untersuchung handelte es sich um eine kleine (zweistellige) Auswahl an Apps, die untersucht wurden. Welche Apps darüber hinaus mit Facebook korrespondieren und Daten austauschen, ist unklar. Jedenfalls vermutet das Portal Mobilsicher, dass rund jede dritte Android-App dies tut.

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Eine Reaktion
Ein nicht Facebook Nutzer

Was mir in diesem Artikel fehlt: Wie kann man als Android/iOS Nutzer ohne Facebook Account von Facebook eine Auskunft über die gespeicherten Daten bzw. deren Löschung verlangen?

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