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Scharfe Kritik von Zuckerberg-Mentor: „Facebook bringt uns nicht zusammen, sondern auseinander“

(Foto: dpa)

Vor mehr als zehn Jahren drängte er Mark Zuckerberg, Facebook nicht zu verkaufen. Heute hält Roger McNamee das soziale Netzwerk für gefährlich – und fordert radikale Veränderungen.

Facebook: Roger McNamee fordert Mark Zuckerberg zum Handeln auf

In der Zeit von 2006 bis vor Facebooks Börsengang im Jahr 2012 war der Investor Roger McNamee so etwas wie ein Mentor für den damals Anfang Zwanzigjährigen Mark Zuckerberg. Seine damalige Rolle, die seiner Investmentfirma ein Prozent der Facebook-Anteile eingebracht hat, bezeichnete McNamee später als seine stolzeste Leistung. Heute jedoch hält er Facebook für gefährlich und drängt öffentlich darauf, dass Mark Zuckerberg fundamentale Änderungen an der Plattform vornimmt, um größeren gesellschaftlichen Schaden zu vermeiden.

Die Private-Equity-Firma Elevation Partners hat der begeisterte Musiker Roger McNamee (Foto) unter anderem mit dem U2-Sänger Bono gegründet – den hatte ihm die heutige Facebook-Managerin Sheryl Sandberg vorgestellt. (Foto: Shutterstock)

„Was wir von Zuckerberg brauchen, ist anzuerkennen, dass Facebook eine Verantwortung dafür hat, was andere auf der Plattform tun“, erklärt McNamee in einem von der Washington Post veröffentlichten Beitrag. Nach Aussage des Investors hat er schon 2016 erfolglos versucht Mark Zuckerberg und Facebook-COO Sheryl Sandberg klarzumachen, dass die Algorithmen und das Geschäftsmodell der Firma die Plattform anfällig für Missbrauch machen. Gemeint ist damit vor allem die Einflussnahme auf den US-Wahlkampf durch russische Akteure, die auf Social-Media-Seiten wie Facebook gezielt Fehlinformationen gestreut hatten.

„Dieselben Werkzeuge, die Facebook so suchterzeugend für Nutzer und so effektiv für Werbetreibende machen, sind gefährlich in der Hand von Missetätern“, so McNamee, der nicht daran glaubt, dass dem Problem durch Überprüfung problematischer Facebook-Beiträge beizukommen ist. „Die Firma muss die Prioritäten ihrer Algorithmen verändern und das Geschäftsmodell anpassen“, folgert McNamee und fordert ein aggressives Eingreifen. Dazu gehört für ihn, dass Facebook zu seiner Verantwortung steht und fundamentale Veränderungen an der Plattform vornimmt. Nur so lasse sich größerer Schaden in Zukunft verhindern.

Diese Facebook-Anzeigen sollen russische Gruppen während des US-Wahlkampfes geschaltet haben
(Quelle: US-Repräsentantenhaus)

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Roger McNamee: „Facebook schuldet seinen Nutzern eine persönliche Entschuldigung“

McNamee fordert außerdem, dass Facebook zu jedem Nutzer Kontakt aufnimmt, der von russischer Einflussnahme im Wahlkampf berührt wurde. In einer persönlichen Nachricht müsse die Plattform diesen Nutzern genau erklären, wie es zu der Manipulation kam und wie sie Nutzern und den Vereinigten Staaten geschadet habe. Dazu müssten alle Beweise der Manipulation enthalten sein, um die Menschen in ihren Filterblasen zu erreichen.

Facebook müsse umgehend handeln, um Vorfälle wie bei der US-Wahl 2016 in Zukunft zu vermeiden. Denn sollte Facebook an seinem bestehenden Geschäftsmodell festhalten, sei das eine Gefahr für die Demokratie in den Vereinigten Staaten und in der ganzen Welt. „Zuckerberg und Sandberg haben die Chance Helden oder Bösewichte zu sein. Die Entscheidung liegt bei ihnen.“

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