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Facebook: So umgehen Fake-News-Schleudern die Faktenprüfung

Fake-News-Schleudern unterlaufen Facebooks Faktencheck-System. (Foto: Ink Drop / Shutterstock.com)

Mithilfe externer Faktenchecker versucht Facebook der Verbreitung von Falschnachrichten entgegenwirken. Wie sich zeigt, reicht aber bereits ein Domainwechsel, um diesen Mechanismus zu umgehen.

„Nachrichten. Wahrheit. Ungefiltert.“ Mit diesem Motto warb Yournewswire für das eigene Angebot. Tatsächlich waren die dort verbreiteten Meldungen in vielen Fällen nachweislich unwahr. Für Yournewswire, die auch mal die Behauptung verbreitet hatten, dass der kanadische Premierminister der Sohn von Fidel Castro sei, war es jedoch ein gutes Geschäft. Zumindest bis Facebook anfing, den Wahrheitsgehalt solcher Meldungen von externen Faktenprüfern untersuchen zu lassen und die Reichweite von Seiten einzuschränken, die offensichtlicher Falschmeldungen verbreiten. Das Team hinter der Fake-News-Schleuder hat jedoch einen gar nicht mal übermäßig komplizierten Weg gefunden, weiterhin ohne Reichweiteneinbuße auf Facebook aktiv zu sein.

Nachdem Yournewswire es zunächst mit einfachen Änderungen der Überschriften versucht hatte und auch mit einem direkten Einwirken auf die Faktenprüfer nicht erfolgreich war, benannten die Macher ihre Seite einfach um. Yournewswire heißt jetzt News Punch und ist im Rahmen der Umbenennung auf eine neue Domain umgezogen. Wie das US-amerikanische Poynter Institute meldet, hat das bereits ausgereicht, um vormals als unwahr markierte Meldungen ohne einen entsprechenden Hinweis und dem daraus resultierenden Reichweitenverlust erneut auf Facebook zu verbreiten.

Facebook: System der Faktenprüfung wird mit Domainwechsel umgangen

Von 45 Yournewswire-Meldungen, die Poynter zur Zeit der ursprünglichen Veröffentlichung als unwahr eingestuft hatte, finden sich zwölf auf der neuen News-Punch-Website. Alle Artikel tragen dieselbe Headline und keiner davon wird auf Facebook als unwahr markiert. Wer die entsprechenden Artikel teilt, bekommt demnach auch keinen Hinweis angezeigt, dass die Meldungen nachweislich falsch sind. Und Yournewswire beziehungsweise News Punch ist nicht der einzige Anbieter, der auf die Art vorgeht.

Dieselben Inhalte unter neuem Namen: Aus Yournewswire wurde News Punch. (Screenshot: newspunch.com)

Dieselben Inhalte unter neuem Namen: Aus Yournewswire wurde News Punch. (Screenshot: newspunch.com / t3n)

Schon im März 2018 hatte Buzzfeed News gemeldet, dass immer mehr Anbieter mit wechselnden Domains arbeiten, um die Bemühungen von Facebook zu unterlaufen. Am Beispiel des Traffic-Verlaufs einer Website konnte die US-amerikanische Publikation nachweisen, wie schnell Traffic von einer der insgesamt sechs genutzten Domains zur nächsten wandern konnte. Das wiederum zeigt auch, wie wenig Facebook-Nutzerinnen und -Nutzer offenbar auf die URL von geteilten Inhalten achten.

Immerhin scheint aber auch Facebook das Problem auf dem Schirm zu haben. Wie Poynter berichtet, hat das soziale Netzwerk nach eigenen Angaben bereits Schritte eingeleitet, um der Vorgehensweise von Yournewswire und anderen einen Riegel vorzuschieben. Facebook hat kürzlich auch ein neues Werkzeug vorgestellt, das Seitenbetreiber darüber informiert, wie oft nachweisliche Falschmeldungen über ihre Seite geteilt werden. Das funktioniert aber auch nur dann, wenn der fragliche Inhalt wirklich als unwahr erkannt wird.

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