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Einteilung in soziale Klassen? Das steckt hinter dem Facebook-Patent

Ein Facebook-Patent könnte sozioökonomischen Status von Nutzern feststellen. (Foto: Nevodka / Shutterstock)

Arbeiter-, Mittel- oder Oberschicht? Ein kürzlich veröffentlichtes Patent zeigt, wie Nutzer des sozialen Netzwerkes in soziale Klassen eingeteilt werden können.

Eine große Datenbasis ist essentiell für Facebook, um es Werbetreibenden zu ermöglichen, ihre Anzeigen so gezielt wie möglich auszuspielen. Dabei sind jedoch nicht nur demografische Daten, Musikgeschmack oder die Hobbys von Bedeutung. Auch der sozioökonomische Hintergrund kann ausschlaggebend dafür sein, für welche Inhalte sich Nutzer interessieren. Ein kürzlich veröffentlichtes Patent, das Facebook bereits im Juli 2016 einreichte, gibt nun Aufschluss darüber, wie Facebook den sozioökonomischen Status seiner Nutzer feststellen will.

Arbeiterklasse, Mittelschicht oder Oberschicht?

Das von Facebook angemeldete Patent soll es ermöglichen, die Zugehörigkeit von Nutzern zu einer von drei unterschiedlichen sozialen Klassen zu prognostizieren. Das Patent beschreibt ein System, das anhand von Daten über Bildung, Haushalt, Internetnutzung und andere Faktoren, die Nutzer selbst zur Verfügung stellen, den sozioökonomischen Status bestimmen soll.

Ein im Patent aufgeführtes Beispiel zeigt, wie diese Einteilung aussehen könnte. So kann bei 20- bis 30-Jährigen ausschlaggebend sein, wie viele internetfähige Geräte sie besitzen; bei 30- bis 40-Jährigen wiederum, ob sie Hauseigentümer sind und wenn ja, in welcher Region sich das Haus befindet.

Informationen über den sozialen Status können Anhand eines Entscheidungsbaumes abgeleitet werden. (Screenshot: Fresh Patents)

Auch andere Daten, die Nutzer durch ihre Handlungen auf Facebook zur Verfügung stellen, können für die Beurteilung herangezogen werden; zum Beispiel durch Reiseinformationen, Check-ins oder Fotos. Mit Hilfe von Machine-Learning sollen all diese Daten zu einem „sozioökonomischen Gruppen-Klassifikator“ verdichtet werden.

Ob und wie genau das Patent in der Praxis genutzt wird, ist unklar. „Wir beantragen häufig Patente für Technologien, die wir nie implementieren. Patente sollten nicht als zukünftige Pläne verstanden werden“, teilte ein Facebook-Mitarbeiter der Zeitschrift The Hill mit.

Jedoch ist eine solche Vorgehensweise zur Klassifizierung von Nutzern durch Facebook nicht überraschend, sind doch die Einkommensverhältnisse ausschlaggebend für das gezielte Ausspielen von Werbung.

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