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Facebook sperrt russische Accounts, die Wahlen in Afrika beeinflussen sollten

Facebook hat rund 200 Fake-Accounts gesperrt. (Foto: Ink Drop/ Shutterstock)

Netzwerke russischer Accounts haben offenbar über Facebook versucht, Wahlen in acht afrikanischen Staaten zu beeinflussen – ihre Strategie war für Facebook neu.

Facebook hat drei Netzwerke russischer Accounts gesperrt, die versucht haben, Wahlen in acht afrikanischen Ländern zu beeinflussen. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, seien fast 200 gefälschte Accounts mit einer Reichweite von einer Million Nutzern gesperrt worden.

Konkret gehe es um Kampagnen in Madagaskar, der Zentralafrikanischen Republik, Mosambik, der demokratischen Republik Kongo, der Elfenbeinküste, Kamerun, Sudan und Libyen.

Neue Strategie machte Netzwerk schwer zu entdecken

Die gefälschten Accounts stehen in Verbindung zu Yevgeniy Prigozhin, einem russischen Geschäftsmann und Vertrauten von Putin. Prigozhin wird ebenfalls beschuldigt, Einfluss auf die letzten US-Wahlen genommen zu haben. Einige Accounts seien schon seit 2014 aktiv gewesen.

Teils hätte das Netzwerk mit Bürgern der jeweiligen Staaten kooperiert, um die geografischen Ursprünge zu verdecken. „Es gibt, wenn man so will, eine Art Bündelung von Kräften zwischen lokalen Akteuren und Akteuren aus Russland“, sagte Nathaniel Gleicher, Head of Cyber Security Policy bei Facebook, gegenüber Reuters.

Dieses Vorgehen sei für Facebook neu und deshalb besonders schwer zu entdecken gewesen. Das Modell, mit lokalen Akteuren zu kooperieren, habe sich möglicherweise als Redaktion auf Facebooks Maßnahme entwickelt, den Standort von Administratoren politischer Accounts zu veröffentlichen.

Über die Accounts seien sowohl Posts zu lokalen Nachrichten und geopolitischen Themen veröffentlicht als auch Inhalte russischer Staatsmedien verbreitet worden. Das Netzwerk habe dabei in unterschiedlichen Staaten verschiedene Strategien verfolgt. Teils hätten sie eine spezielle Partei oder einen Kandidaten unterstützt, andere hätten konkret das Ziel gehabt, Unterstützung für russische Politik zu mobilisieren.

Seit den Wahlen in den USA im Jahr 2016 stehen Facebook, Twitter und Google immer wieder in der Kritik, zu wenig gegen politische Einflussnahme über die Plattformen zu tun. Entsprechend haben sie ihre Gegenmaßnahmen verstärkt.

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2 Kommentare
Russlandskeptiker

Russland mischt überall ein, wo die Westen die Schwäche zeigen. Damit erzeugt man Chaos und weitere Konflikte. Wer liefert die Waffen an Assad-Familie? Russland und UdSSR machen das schon seit Jahrzehnten. Im kalten Krieg haben sie bereits verloren, aber man möchte gerne weiter Weltmacht spielen.

Leider muss man auch feststellen, dass Facebook hier gerne mitspielt. Hätte man es früher nicht erkennen können? Dass man mit so vielen Ingenieuren am Bord die Bots nicht merkt, ist sehr fraglich.

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Benjamin
Benjamin

Sicherlich, jede Nation, die geopolitische Interessen verfolgt, setzt im „War on Information“ alle zur Verfügung stehenden Instrumente und Methodiken ein.
So z.,B. auch das britische Militär mit seiner Spezialeinheit, die 77. Brigade der britischen Armee, diese setzt sich aus Medienspezialisten zusammen, die einen weltweiten Informations-Krieg führen. Auch die USA mit seinen 27.000, in der PR-Abteilung des Pentagon ansässigen PR-Agents, ist in der weltweiten Hackordnung zweifellos keine unbedeutende Nummer.

Die im Artikel aufgezeigten “ fast 200 gefälschte Accounts “ verblassen in Relation zu den Zahlen der Fake- -Accounts, die bspw. unseren Politikern bei Twitter folgen.
Die FAZ hat vor geraumer Zeit einmal die Twitter Follower-Zahlen unserer dt. Spitzenpolitiker unter die Lupe genommen und heraus kam das, „(…) bei noch-SPD-Chef Sigmar Gabriel nur jeder zweite der gut 125.000 Follower authentisch [ist]. Auch Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD), im Kampf gegen Bots und Fake-Accounts in sozialen Netzwerken äußerst aktiv, versendet seine Meldungen überwiegend an Gespenster. Knapp 61.000 seiner Gefolgsleute sind falsch, nur 51.000 echt.“ (FAZ.net)

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