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Facebook Subscribe-Button: Das Ende des RSS-Feeds

(Foto: LeWEB11 / flickr.com, Lizenz: CC-BY)

Mit dem Subscribe-Button für Websites setzt Facebook erneut ein Ausrufezeichen und könnte sogar das endgültige Aus für die RSS-Feeds einläuten. Facebook weitet damit die Subscribe-Funktion von der eigenen Plattform auf das gesamte Web aus und könnte zur führenden Plattform zum Kuratieren von Webinhalten werden.

 

UPDATE: Bei dem angekündigten Subscribe-Button für Websites handelt es sich wohl nicht wie ursprünglich gemeldet um einen RSS-ähnlichen Button, sondern um eine Verknüpfung zur Subscribe-Funktion bei Facebook. Mit einem Klick auf dem Button kann man also einem Autoren bei Facebook folgen, so wie es der Twitterbutton auch für Twitter macht. Entsprechend ist der folgende Text zum Teil überholt und so nicht richtig. Vielleicht haben wir Facebook damit aber auch auf eine spannende Idee gebracht...

Facebook Subscribe-Button: Ein Button sie alle zu knechten

Als Facebook Anfang September das Subscribe-Feature einführte, war das ein Startsignal für eine deutliche Veränderung der Plattform. Statt des voherigen Zwangs zur gegenseitigen Befreundung konnten die Nachrichten eines Nutzers nun auch einseitig abonniert werden, wenn dieser es zulässt. Gerade für Publisher, Journalisten und Blogger, die Facebook eh schon zum Verbreiten ihrer Inhalte genutzt haben, ist die Möglichkeit zum Abonnieren eine wichtige Weiterentwicklung. Zuvor mussten sie entweder eine Fanpage erstellen oder viele Freundschaftsanfragen annehmen, wollten sie eine möglichst große Reichweite erzielen.

Facebook-Managerin Joanna Shields kündigte am Rande der LeWeb-Konferenz in Paris den Facebook Subscribe-Button für Websites an. (Foto: LeWEB11 / flickr.com, Lizenz: CC-BY)

Jetzt geht Facebook noch einen Schritt weiter und hat einen Subscribe-Button für Websites angekündigt. Wie die Facebook-Managerin Joanna Shields am Rande der Internet-Konferenz LeWeb in Paris erklärte, will Facebook das Kuratieren von Webinhalten direkt auf der Facebook-Plattform ermöglichen. Dazu werde ein implementierbarer Subscribe-Button entwickelt, den Webseitenbetreiber ähnlich wie den Like-Button auf ihre Seiten unterbringen können. Ein Klick darauf und ein Facebook-Nutzer erhält alle Neuigkeiten der Website direkt in seinen Newsstream bei Facebook.

Facebook Subscribe-Button: Direkter Angriff auf die RSS-Feeds

Wem das jetzt alles sehr bekannt vorkommt, der hat sehr wahrscheinlich die Web-Technologie RSS im Hinterkopf. Mit einem RSS Feed lassen sich ebenfalls alle Neuigkeiten der gewünschten Websites zentral einsammeln. Notwendig ist dazu dann lediglich ein RSS-Reader, wie beispielsweise der populäre Google Reader. Doch auch wenn der RSS-Technologie seit vielen Jahren enormes Potenzial zugeschrieben wird und es eine treue Fangemeinde gibt, so ist der Durchbruch auf dem Massenmarkt nie gelungen.

Genauso wenig wie der Durchbruch erfolgte, blieb auch der endgültige Tod von RSS aus. Doch das könnte sich durch den Facebook Subscribe-Button jetzt durchaus ändern. Erstmals gibt es eine wirkliche Alternative zum Kuratieren von Webinhalten nach den selbstdefinierten Bedürfnissen, Vorlieben und Interessen der Nutzer. Sobald der Facebook Subscribe-Button fertig ist, dürfte er sich ähnlich schnell verbreiten wie der Like-Button. Als Websitebesucher hat man dann die Auswahl zwischen RSS und Subscribe, um die Lieblingswebseiten im Auge zu behalten. Wer dabei eh schon Facebook-User ist und die Plattform trotz aller Probleme rund um die Privatsphäre nutzt, für den könnte der Klick auf den Subscribe-Button der nächste logische Schritt sein.

Es wird auch hier wieder Personen geben, die keinen Account bei Facebook betreiben wollen und weiterhin auf RSS setzen wollen. Doch die Zahl der RSS-Nutzer wird unweigerlich weiter sinken - wie weit es runter geht, wird auch von der Umsetzung des Subscribe-Buttons abhängen. Denkbar wäre beispielsweise ein extra Newsfeed, in den nur die abonnierten Inhalte fließen. Somit wäre der EdgeRank als Contentfilter ausgeschaltet und die Nutzer würden auch wirklich alle Inhalte sehen können.

Was haltet ihr von der Idee eines Facebook Subscribe-Buttons? Klasse Sache oder wird euch Facebook dadurch zu mächtig?

Weiterführende Links zum Thema Facebook Subscribe-Button:

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11 Reaktionen
Chris

Mit Comment Nr.1 von Moszeed ist eigentlich alles gesagt.
RSS wird nicht sterben; schon gar nicht durch irgendwelche Facebook-Features.
Warum? Weil es ein "freiheitliches" Format ist, was Facebook nicht ist/hat, und zumindest Poweruser/Journalisten/Blogger/Recherchierende solange nutzen werden, bis es einen Ersatz/Update im Web (nicht in FB) gibt.

Ali Baba

Ich bezweifel das RSS irgendwann durch ein "Social"-Network ersetzt werden kann und halte diese Entwicklung (sämtliche Aktivitäten einem Datenverkäufer anzuvertrauen) für sehr bedenklich. Auch wenn es irgendwann einmal dazu kommt, gibt es zum Glück schon Heute Programme um Webseiten zu folgen die keinen RSS anbieten.

Man muss halt nur schauen das man auch diesen Button wieder in die Blockierliste aufnimmt, denn dieser wird Garantiert wieder auch Nichtnutzer tracken.

Für die Informationgewinnung/Kommunikation braucht man nun wirklich weder Facebook noch Google(+).

Ich hoffe sehr das das irgendwann einmal ein Ende hat.

Marvin

oh mann... da kommt man nach einem verdammt langen und harten tag nach hause - liest ein bisschen die feeds quer - stößt auf einen artikel eines einst geliebten magazins und liest dann einen solch gequirlten schwachsinn! sorry, aber wenn ihr schon immer mehr vorgekauten content aus den vorreiterstaaten jenseits des ozeans wiederkaut, dann tut das doch bitte mit etwas mehr journalistischer klasse und denkt bitte ein bisschen nach, bevor ihr eure schlüsse zieht. danke.

Marcel

Könnt ihr bitte "Das Ende von RSS"-Meldungen fortlaufend nummerieren? Dann weiss ich, ob ich diese Herleitung des Endes schon gelesen habe. Ich würd' sagen ihr steigt mit der Meldung hier bei 836.752 ein.

Falk Hedemann

@Matthias: Da habe ich mich wohl auf eine falsche Spur locken lassen - vielen Dank für Deinen Kommentar. Ich habe den Artikel gerade mit einem entsprechenden Abschnitt ergänzt.

Eigentlich fast schade, denn der von mir irrtümlich beschriebene Button hätte was gehabt ;-)

Matthias Pfefferle

Ich habe mir gerade den Techcrunch-Artikel durchgelesen (http://techcrunch.com/2011/12/07/facebook-to-launch-a-subscribe-button-for-websites/) und da steht nichts von "Webseiten Inhalte" abonnieren. So wie ich das bisher verstanden habe ist der Button nichts anderes als der "Subscibe Button" auf Facebook... nur eben für die eigene Seite. Einmal geklickt folgt man nicht den Seiteninhalten sondern dem User auf Facebook... Oder versteh ich da was falsch?

Mister B

Inwieweit RSS ausstirbt sei dahingestellt. Ich für meinen Teil habe zwar einen Facebook-Account, aber wie einige hier schon schrieben ist der Informationsnutzen daraus eher gering. Bei Twitter ist es doch ähnlich. Wer sich wirklich informieren will und nicht bloß irgendwelche Zynga-Spiele oder ähnliches spielen will, der meidet für Informationen Facebook von vornherein.

RSS wurde schon mehrfach totgesagt und dennoch lebt es, weil hier ein wirklich Mehrwert entsteht anstatt eine Informationsblase die irgendwann platzt, weil es immer mehr wird.

Tobi

Ich mein, es soll jeder machen wie er es will, aber Websitebetreiber die NUR noch den komischen Facebook-Button anbieten gehören echt verprügelt.

Timo

Also ich würde das gerne etwas differenzierter betrachtet sehen. Facebook mag derzeit das größte Social Network sein. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass Facebook allgegenwärtig ist. Im Gegenteil: rein gefühlt sinkt der Informationsnutzen von Facebook durch immer selektiveres Verhalten der Plattform, ich bekomme sichtlich nur noch gefilterte Updates in meinen Newsstream. Das sorgt nicht nur bei mir, sondern auch bei vielen anderen für Frust.

Facebook hat sich keinen alltime-Bonus als Marktführer patentieren lassen und wird es mit Sicherheit auch nicht für immer bleiben. Wegen eines neuen Facebook-Features, das nur dafür sorgen wird, dass die Timelines bei FB noch weiter überquellen werden und Nutzer noch weniger auf einzelne Beiträge achten werden, den Untergang einer etablierten und offenen Technologie zu beschwören, ist komplett über das Ziel hinausgeschossen.

Ich würde in einem Feed für Facebook null komma null Nutzen sehen. Wir haben bereits gesehen, was beispielsweise mit RSS Graffiti geschehen ist: leitet man den gesamten Stream eines Blogs via RSS Graffiti auf die Fanseite, werden einzelne Postings kaum mehr wahrgenommen. Poste ich als Seitenadmin aber nur handverlesen einzelne Links, ist die Awareness wesentlich größer. Und nun stelle man sich vor, ein Blog mit 10+ Artikeln pro Tag wird via Facebook-Feed abonniert. Wieviele Postings davon landen wohl ungefiltert im Stream? Richtig.

Zudem hat RSS sehr viel mehr Einsatzmöglichkeiten als nur die Information von Lesern. Man bedenke allein die diversen Traffic-Aggregatoren wie Networked Blogs und Co, die alle durch RSS-Feeds mit neuem Futter versorgt werden. Und man bedenke allein den deutlichen Input durch Feedburner. Nein, sorry - Facebook ist ganz nett, hat aber mit Sicherheit nicht das Potential, RSS auszurotten. Diese Sichtweise ist mir zu einseitig.

JCG

Das zunehmende Ersetzen offener Protokolle durch proprietäre Mechanismen missfällt mir in hohem Maße.

Gerade bei den Jüngeren hat das Facebook-Nachrichtensystem bereits die E-Mail verdrängt. Wäre RSS/Atom der nächste offene Standard, der durch plattform-proprietäre Mechanismen verdrängt wird, wäre das bedenklich.

Die Masse der Menschen steht einem Ersatz offener, universeller Protokolle durch proprietäre, monolithische Systeme offensichtlich vollkommen kritiklos gegenüber (bzw. denkt erst garnicht darüber nach).

Moszeed

... größter Minuspunkt an dem "button", man benötigt einen Facebook Account.

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