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Facebook überwacht die kritischen Nutzer

Facebook. (Bild: Shutterstock/Michael Candelori)

Wer sich kritisch gegenüber Facebook äußert, landet auf einer Liste und wird überwacht – inklusive Aufenthaltsort. Um auf dieser Liste zu landen, reicht unter Umständen schon ein einzelner Kommentar.

„Fuck you Mark“ oder „Fuck Facebook“ soll schon reichen, um auf Facebooks Liste kritischer Personen zu landen. Wer auf dieser Liste steht, wird von einem speziellen Team überwacht, wie der US-Fernsehsender CNBC unter Berufung auf Berichte mehrerer Mitarbeiter von Facebook berichtet. Laut Facebook dient dieses Vorgehen der Sicherheit der Büros, Führungskräfte und Mitarbeiter.

„Be on the lookout“

Die Liste heißt BOLO, was für „be on the lookout“ steht. Dem CNBC-Bericht zufolge sammelt Facebook von den darauf geführten, also vermeintlich gefährlichen Personen Daten wie Fotos, Profildaten und den aktuellen Standort. Die Liste bestehe seit 2008 und enthalte hunderte Namen. Landet ein neuer Name auf der Liste, sendet Facebook demnach einen Report mit einer kurzen Begründung und Daten wie Name, Foto und Standort an das Sicherheitsteam.

Eigentlich sollen nur Personen, die Facebook direkt drohen, überwacht werden. Deshalb betrachtet Facebook das Vorgehen als völlig unproblematisch. Das Überwachungsteam sei nötig, um die Sicherheit der Mitarbeiter zu gewährleisten, wie ein Facebook-Sprecher gegenüber dem CNBC erklärt hat. Er würden übliche Maßnahmen angewendet, um glaubwürdige Androhung von Gewalt gegenüber Mitarbeitern oder dem Unternehmen zu beurteilen und entsprechend zu reagieren. Die Datenschutzauflagen und Allgemeinen Geschäftsbedingungen würden dabei eingehalten.

Einzelne Kommentare reichen, um als Gefahr zu gelten

Einige der als gefährlich eingestuften Personen sollen tatsächlich mehrfach das Firmengelände betreten haben. Aber auch einzelne Kommentare können reichen, um auf der BOLO-Liste zu landen. Mitarbeiter, die gekündigt wurden, würden ebenfalls standardmäßig auf der Liste landen.

Auch über diese Liste hinaus nutzt Facebook das Monitoring-Programm, wie ein skurriler Fall zeigt, den ein ehemaliger Facebook-Mitarbeiter dem CNBC geschildert hat. Demnach sei das Sicherheitsteam alarmiert worden, als einige Praktikanten sich von einem Campingplatz statt von zu Hause aus ins System eingeloggt hätten. Nach einer Analyse ihres Standorts und Chatverlaufs stellte sich heraus: Die Gruppe hatte sich gemeinsam zum Schwänzen verabredet.

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