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Facebook: unverzichtbarer Problembereiter [fbcamp]

23 Millionen aktive Nutzer in Deutschland, die im Durchschnitt mehrere Stunden monatlich auf der Plattform verbringen – an Facebook ist für Unternehmen und damit auch für Agenturen kein Vorbeikommen mehr. Beim fbcamp in Hamburg standen allerdings weniger „Best Practices" im Vordergrund als die täglichen Tücken und Ärgernisse mit dem sozialen Netzwerk.

 

Thomas Schwenke referiert über Fehler beim Facebook-Marketing

So hielt Rechtsanwalt Thomas Schwenke (Spreerecht) eine äußerst gut besuchte Session zu den rechtlichen Fallstricken für Facebook-Seitenbetreiber. Schwenke publizierte gerade erst ein Buch zum Thema, in einem Fachartikel für t3n.de beschrieb er außerdem „die 20 häufigsten Fehler beim Facebook-Marketing".

Die Probleme gingen schon los bei der Impressums-Pflicht, die auch für Fanpages gelte und dort längst nicht so sorgsam beachtet wird wie heutzutage üblicherweise auf Websites. Um rechtlich auf der sicheren Seite zu sein, sollte das Impressum oder ein Link dorthin in der Info-Box unterhalb des Coverbildes platziert sein.

Das neue Coverbild sei ebenfalls ein häufiger Ort von Verstößen gegen deutsches Recht oder gegen die Facebook-Richtlinien. So gibt es einen fast obligatorischen rechtlichen Konflikt bei der Nutzung von Stock Images im oder als Coverbild. Denn beim Hochladen eines Bildes bei Facebook räumt man Facebook laut AGB ein Nutzungsrecht am Bild ein, obgleich laut AGB von Stock-Image-Anbietern die Einräumung von Nutzungsrechte an Dritten nicht möglich ist.

Unternehmen nutzen Coverbilder außerdem häufig für Produktwerbung, für Kontaktinformationen oder für Hinweise, die Page zu liken – all das ist (inzwischen) untersagt und wird von Facebook auch verfolgt. Längst nicht immer seien die regeln aber so eindeutig, erklärte Schwenke: Facebook-Regeln seien ähnlich wie Gesetze häufig wage formuliert und böten viel Interpretationsspielraum. Umso wichtiger sei es, nach links und rechts zu schauen und auch zu berücksichtigen, wie die Regeln in der Vergangenheit angewandt  wurden.

Aber auch wenn alles richtig gemacht wird: Begehen Fans im Stream Gesetzesverstöße, kann man als Seitenbetreiber dafür zur Rechenschaft gezogen werden – vor allem, wenn sie offensichtlich Kenntnis von einem Posting haben (geäußert etwa durch einen Like oder einen Kommentar). Nicht nur Beleidigungen oder unrechtmäßig eingebundene Bilder seien hier problematisch: Selbst das automatisch angezeigte Vorschaubild zu einem Link könne eine Abmahnung nach sich ziehen.

Klagen über Nutzer und Unternehmen

Bei der Session „Selbsthilfegruppe für Community-Manager" klagten sich die Teilnehmer gegenseitig ihr Leid  mit ungehobelten oder ignoranten Nutzern. So herrsche vielfach immer noch eine „Full-Service-Mentalität", nach der auch Samstagabends noch eine Reaktion auf Social-Media-Interaktion erwartet werde. Nutzer müssten akzeptieren, dass es auch im Social Web „Öffnungszeiten" gebe, und entsprechend erzogen werden, so die einhellige Meinung. Eine Social-Media-Managerin riet dazu, mehr auf Monitoring zu setzen und sich mit Postings eher zurückzuhalten, um gar nicht erst den Eindruck von jederzeitiger Interaktion entstehen zu lassen.

Vielfach bemäkelt wurde, viele Nutzer hätten überhaupt kein Rechtsbewusstsein  auch an der elementaren Kenntnis des deutschen Urheberrechts mangele es. So berichtete ein Social-Media-Manager von einem Nutzer, der ein Bild in einen Newsstream gepostet hat, das mit einem Wasserzeichen des Fotografen versehen war. Als der Seitenbetreiber darauf hinwies und die Löschung des Postings ankündigte, reagierte der Nutzer unwirsch – im Bild sei doch sogar die Quelle genannt.

Auch eine Session über Wettbewerbsanalyse von Alexander Peiniger (Allfacebookstats) hatte Züge einer Selbsthilfegruppe. Agentur-Vertreter klagten, auf Unternehmensseite herrsche immer noch der Glaube von der absoluten Wichtigkeit der Fananzahl – dabei sei der Interaktionsgrad die eigentlich wichtige Größe. Umso größer das Unternehmen und umso höher die berufliche Ebene des Gesprächspartners, desto mehr werde auf ein starkes Fanwachstum gepocht. Nicht zuletzt darum ist der Kauf von Facebook-Fans in der Agenturszene weit verbreitet, das Thema klang im Gesprächen am Rande des fbcamp immer wieder an.

fbcamp: „Zuspruch als Auftrag"

150 Teilnehmer zählt das fbcamp, die zweitägige Veranstaltung war innerhalb kürzester Zeit ausverkauft. Mitorganisator Stefan Evertz musste zuletzt nach eigenen Angaben sogar Sponsorenanfragen ablehnen, weil damit gekoppelte Frei-Tickets nicht mit der Kapazität der Location zu vereinbaren gewesen wären. Das Publikum sei eine gesunde Mischung aus Agenturen und Dienstleistern, aber auch Social-Media-Managern aus Unternehmen und Entwickern. Obwohl es sich nicht um klassisches Barcamp-Publikum handelte –  erkennbar nicht zuletzt an einer bemerkenswert hohen Frauenquote –, klappte die barcamptypische Selbstorganisation reibungslos: Am ersten Tag wurden ganze 27 Sessions angeboten. Entsprechend wird das erste fbcamp nicht das letzte gewesen sein: Stefan Evertz verspricht eine Fortführung der Eventreihe, mochte aber noch keinen Termin nennen.

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Eine Reaktion
Cem Basman

Ich kaufe ein "c" und ergänze "Best Pratices".

PS: Kommentar gerne anschliessend löschen :-)

PPS: Schöner Bericht für die Daheimgebliebenen übrigens, Johannes.

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