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Facebook verbannt Datenhändler von seiner Werbeplattform

Facebook. (Foto: dpa)

Facebook zieht weitere Konsequenzen aus dem Datenskandal: Die Zusammenarbeit mit externen Datenhändlern, mit deren Hilfe Werbung bisher personalisiert werden kann, wird beendet. Apple-Chef Tim Cook distanziert sich unterdessen klar von Facebook und Mark Zuckerberg.

Nach dem Skandal um Cambridge Analytica sperrt Facebook externe Datenhändler von seiner Werbeplattform aus. Bisher werden zum Teil auch die von Firmen wie Acxiom oder Experian anderswo gesammelten Daten über Nutzer bei der Personalisierung von Werbeanzeigen verwendet. Diese Funktion werde innerhalb der kommenden sechs Monate abgeschaltet, kündigte Facebook in der Nacht zum Donnerstag an. Der Schritt solle den Schutz der Privatsphäre auf Facebook verbessern – auch wenn der aktuelle Zustand dem üblichen Vorgehen in der Branche entspreche, hieß es in einer knappen Mitteilung.

Facebook dreht Datenhändlern den Hahn zu

Zu der Entscheidung gehöre auch, dass Facebook den Datenhändlern keine anonymisierten Daten aus der Plattform mehr zur Verfügung stellen werde, mit deren Hilfe bisher die Effizienz von Werbekampagnen bewertet wird, hat das Wall Street Journal am Donnerstag unter Berufung auf informierte Personen berichtet. Zugleich suche das Online-Netzwerk nach sichereren Wegen, den Unternehmen ein Bild vom Erfolg ihrer Anzeigen zu vermitteln, heißt es.

Acxiom rechnet damit, dass der Umsatz von Facebook durch diesen Schritt im Anfang April beginnenden Geschäftsjahr rund 25 Millionen US-Dollar niedriger ausfallen wird als im Vorjahr. Die Firma hatte im vergangenen abgeschlossenen Geschäftsjahr (bis Ende März 2017) bei einem Umsatz von gut 880 Millionen Dollar einen Gewinn von 4,1 Millionen Dollar gemacht.

Facebook ist in den vergangenen Wochen wegen des Datenskandals um die Firma Cambridge Analytica massiv unter Druck geraten. Die Analysefirma, die unter anderem für das Wahlkampfteam von Donald Trump arbeitete, hatte sich auf unerlaubte Weise Informationen von Millionen Facebook-Nutzern beschafft, die eine Umfrage-App gesammelt hatte. Facebook erfuhr 2015 davon, sicherte aber lediglich zu, dass die Daten gelöscht worden seien. Die betroffenen Nutzer wurden damals nicht informiert – was jetzt nachgeholt werden soll. Zudem schränkte Facebook den Zugang von App-Entwicklern zu Nutzerdaten weiter ein.

Facebook bringt Neuordnung und Vereinfachung der Datenschutzeinstellungen

Am Mittwoch stellte Facebook eine Neuordnung und Vereinfachung der Datenschutzeinstellungen vor, zudem können Nutzer alle ihre Beiträge und Informationen herunterladen und zu anderen Diensten verlagern. Mit den Neuerungen setzt Facebook die EU-Datenschutzgrundverordnung um. In der Ankündigung blieb dies jedoch unerwähnt, sodass sie in Medienberichten oft als Reaktion auf den aktuellen Datenskandal bezeichnet werden. Einige Nutzer haben berichtet, sie hätten beim Herunterladen ihrer Daten entdeckt, dass Videos, die sie mit der Kamera der Facebook-App aufgenommen und danach verworfen hatten, trotzdem auf den Servern des Netzwerks gespeichert blieben. Facebook erklärte dem New York Magazin, man prüfe den Sachverhalt.

Unterdessen wurde bekannt, dass auch die Financial Times und das Magazin Economist auf Dienste von Cambridge Analytica zurückgegriffen haben. Ein Economist-Sprecher sagte der Website Buzzfeed, die Firma habe lediglich eine Einschätzung zur Größe des US-Marktes für Economist erstellt. Man wisse nicht, ob Cambridge Analytica dabei auch auf Facebook-Daten zurückgegriffen habe. Auch die Financial Times erklärte, es sei nur um eine kurze Zusammenarbeit in der Marktforschung gegangen.

Apple-Chef Tim Cook hofft nach Facebook-Skandal auf schärfere Datenschutzregulierung

Apple-Chef Tim Cook geht auf Distanz zu Facebook. (Foto: dpa)

Apple-Chef Tim Cook rechnet nach dem Skandal mit einer schärferen Datenschutzregulierung. Er hätte sich gewünscht, dass Facebook und andere Onlinedienste von sich aus die Datensammlung und das Erstellen von Nutzerprofilen eingeschränkt hätten, sagte Cook in Chicago bei einem Bühneninterview. Selbstregulierung sei aus seiner Sicht immer besser – aber dafür sei es jetzt zu spät.

Zugleich ging der Apple-Chef klar auf Distanz zu Facebook und Firmenchef Mark Zuckerberg: Auch Apple hätte eine Menge Geld mit den Daten der Kunden verdienen können, habe sich aber dagegen entschieden. Apple macht seine Milliardengewinne vor allem mit Geräten wie dem iPhone – und betont stets, dass man deshalb beim Datenschutz viel konsequenter sei. Die Frage, was er in der aktuellen Lage von Zuckerberg tun würde, schnitt Cook ab: „Ich würde nicht in dieser Situation sein.“ dpa

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