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Forscher finden Parallelen zwischen starker Social-Media-Nutzung und Abhängigkeit

(Foto: Alexander Gustav / Shutterstock.com)

Starke Social-Media-Nutzung führt zu Verhaltensweisen, die sich auch bei Drogenabhängigen oder Glücksspielsüchtigen zeigen. Das ergab eine wissenschaftliche Studie, bei der die Entscheidungsfindung von Facebook-Nutzern untersucht wurde.

Likes, Retweets, Shares: Die Mechanismen sozialer Netzwerke werden von Psychologen immer wieder mit denen des Glücksspiels verglichen. Nur wollen Facebook, Instagram, Twitter und Co. nicht unser Geld, sondern unsere Aufmerksamkeit, die dann wiederum zu Werbeeinnahmen führt. Eine Gruppe US-amerikanischer Verhaltensforscher ist jetzt der Frage nachgegangen, ob diese Mechanismen auf das Verhalten der Betroffenen ähnliche Effekte haben, wie Glücksspiel- oder Drogensucht. Das Ergebnis ist ein klares Ja. „Es bestehen klare Parallelen zwischen den Symptomen von Drogenmissbrauch und anderen Abhängigkeiten und den Symptomen exzessiver Social-Media-Nutzung“, heißt es in dem Paper der Wissenschaftler.

Für ihr Experiment nutzten die Verhaltensforscher zunächst die sogenannte Bergen Facebook Addiction Scale, um festzustellen, wie stark die Probanden auf Facebook aktiv sind. Anschließend mussten die Versuchspersonen den Iowa Gambling Task (IGT) absolvieren. Dabei handelt es sich um ein gängiges Forschungsmittel, um den Entscheidungsfindungsprozess zu untersuchen. Dabei zeigte sich, dass Menschen, die besonders stark auf Facebook aktiv sind, signifikant schlechter im IGT abschnitten. Die Forscher räumen aber auch ein, dass ihre Studie gewissen Schwächen aufweist. So wurde nur die Facebook-Nutzung abgefragt und andere soziale Netze außen vor gelassen. Außerdem gäbe es auch generelle Kritik an der Validität des IGT. Dennoch glauben die Wissenschaftler, dass ihre Studie einen wichtigen Beitrag zur Untersuchung der Auswirkungen sozialer Netze auf das Verhalten der Nutzerinnen und Nutzer leiste.

Exzessive Social-Media-Nutzung könnte zunehmen

„Social-Media-Nutzung ist allgegenwärtig und wächst weiter, was wahrscheinlich dazu führt, dass mehr Menschen Anzeichen exzessiver, problematischer Socia-Media-Nutzung zeigen werden. Derweil arbeiten Firmen weiter an Features, um ihre Social-Media-Plattformen noch fesselnder zu machen“, warnen die Forscher. Sie sehen ihre Studienergebnisse daher als wichtigen Schritt, um Therapeuten, politische Entscheidungsträger und die Tech-Industrie über die möglichen Gefahren aufzuklären. Frühere Studien hatten bereits einen Zusammenhang zwischen Social-Media-Nutzung und Gefühlen von Einsamkeit und Depression festgestellt. 2018 wurde auch in Silicon-Valley-Kreisen die Kritik an sozialen Netzwerken lauter. So sagte beispielsweise der frühe Facebook-Investor Sean Parker über die Plattform: „Nur Gott weiß, was es mit den Gehirnen unserer Kinder macht.“

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