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Facebook verklagt App-Entwickler wegen Klickbetrug

Facebook-Werbung kommt nur dann gut an, wenn sie im passenden Umfeld erscheint. (Foto: Nevodka / Shutterstock)

Apps, die den Werbetreibenden höhere Reichweiten suggerieren, sind ein gutes Geschäft, bei dem mehrere Seiten profitieren. Doch jetzt hat Facebook eine Klage angestrengt, die Signalwirkung haben könnte. 

Facebook hat zwei Entwickler von Android-Apps verklagt, die in ihren Apps Malware mitgeliefert hatten, deren Aufgabe es ist, Werbeanzeigen anzuklicken und so höhere Reichweiten zu suggerieren. Es handelt sich dabei um das in Hongkong ansässige Unternehmen Jedimobi und das in Singapur ansässige Lionmobi. Beide waren Mitglieder von Facebooks Audience Network.

Die Strategie war dabei ziemlich einfach – und nicht wirklich neu. Die Unternehmen hatten einfache Apps für Android-Geräte erstellt, die beispielsweise dazu dienten, den Telefonspeicher aufzuräumen oder den Akkustand abzufragen. Sie waren letzten Endes vor allem Träger der jeweiligen Malware. Warum Facebook den Apps erst so spät auf die Schliche kam, ist unklar – schließlich hatten in der Vergangenheit etliche Nutzer in Bewertungen auf den Malware-Verdacht ihrer Sicherheits-Software hingewiesen.

Facebook gegen App-Entwickler: Erste Klage dieser Art

Facebook hat jetzt nicht nur die Produkte der beiden fraglichen Produzenten aus dem Audience Network verbannt, sondern auch den betreffenden Werbetreibenden die fälschlich in Rechnung gestellten Kosten erstattet. Dass man jetzt die Initiatoren der Apps verklagt, hat wohl auch Signalwirkung. Facebook will damit deutlich machen, dass man einerseits Ad-Fraud unterbinden will, andererseits aber auch einen neuen Verantwortlichen sucht. Denn solche Apps als Adware-Transporter sind ja nicht neu: Anfang des Jahres fanden Sicherheitsforscher mehr 200 Google-Play-Anwendungen, die mit Malware infiziert waren und über 150 Millionen Mal heruntergeladen wurden. Und das Phänomen ist übrigens auch kein reines Android-Thema, auch wenn die Möglichkeiten Apples, so etwas unter iOS zu unterbinden, deutlich weitreichender sind.

t3n meint:

Dass die großen Werbenetzwerke den Unternehmen und Mediaplanern gegenüber in der Pflicht sind, ist keine neue Entwicklung. Auch wenn Facebook hier den richtigen Weg geht, indem man dem Ad-Fraud-Treiben nicht tatenlos zusieht, ist Kontrolle immer noch besser als Vertrauen. Schließlich gibt es schon heute eine Vielzahl von Dienstleistern, die Werbetreibende beim Aufspüren falscher Klicks unterstützen können. Doch es hat ein wenig was von „des Kaisers neue Kleider“: Die Mediaagenturen haben oftmals wenig Interesse daran, dem Kunden vermitteln zu müssen, dass ein Teil seiner Medialeistung ins Leere gegangen ist.

Tobias Weidemann

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2 Kommentare
Flo

„Verklägt“, ehm hab ich eine weitere Rechtschreibreform verpasst oder ist Euch da offensichtlich ein Fehler unterlaufen? :-D

Antworten
Tobias Weidemann

Ach komm – frei nach Onkel Hotte „gesägt, tun getan…“ ;-) Danke für den Hinweis, wurde korrigiert.

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