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Facebook-Währung Libra: Paypal bekommt kalte Füße

Facebooks Kryptowährung Libra unter Beschuss. (Foto: Shutterstock)

Nachdem Mastercard und Visa zuletzt Bedenken angemeldet hatten, hat mit Paypal der erste mögliche Partner bei Facebooks geplanter Kryptowährung Libra seinen Ausstieg bekannt gegeben.

Der massive politische Widerstand aus den USA und Europa gegen Facebooks geplante Kryptowährung Libra hatte laut US-Medien zuletzt Mastercard und Visa sowie Stripe zum Nachdenken über ihre Beteiligung gebracht. Die Kreditkartenfirmen und der Zahlungsanbieter gehören zu einer ganzen Reihe namhafter Unternehmen, die im Frühsommer als Partner für das Facebook-Projekt präsentiert wurden. Mit Paypal hat jetzt der erste dieser potenziellen Partner seinen Rückzug aus dem Projekt bekanntgegeben, wie The Verge berichtet.

Libra: Paypal bekommt kalte Füße

Einen konkreten Grund nannte Paypal für seinen Rücktritt nicht. In einem Statement hieß es lediglich, dass sich das Unternehmen lieber auf die Weiterentwicklung der bestehenden Mission und der wichtigen Geschäftsbereiche zu konzentrieren. Man bleibe weiter mit Libra in Kontakt und könne sich vorstellen, in Zukunft mit dem Projekt zusammenzuarbeiten. Einem Bericht der Financial Times (Paywall) zufolge soll Paypal vor allem wegen der regulatorischen Unsicherheit kalte Füße bekommen haben. Auch sei Paypal nicht zufrieden damit gewesen, wie die Facebook-Manager mit dem Widerstand aus der Politik umgingen.

Der Libra-Sprecher Dante Disparte erklärte dagegen, dass es einer gewissen Kühnheit und Kraft bedürfe, um an einem so ambitionierten Projekt wie Libra dranzubleiben. Kaum verhohlen warf Disparte Paypal damit vor, nicht über diese Kraft zu verfügen. Die Reise werde lang und herausfordernd sein, so Disparte, und der volle Einsatz für dieses Projekt sei wichtiger als alles andere. „Es ist uns lieber, dass wir über diesen Mangel an Engagement jetzt Bescheid wissen als später“, zitiert The Verge den Sprecher.

Libra-Treffen in Genf

Am 14. Oktober soll im schweizerischen Genf, wo die Libra Association ihr Hauptquartier hat, ein offizielles Treffen der Mitglieder des Projekts stattfinden. Dort wolle Libra auch weitere Einzelheiten zu den angeblich 1.500 Unternehmen liefern, die schon begeistert ihre Teilnahme an dem Projekt angekündigt hätten.

t3n meint:

Ob der Ausstieg von Paypal eine singuläre Entscheidung eines Partners mit kalten Füßen oder der erste Abgang einer Reihe weiterer Partner ist, wird sich zeigen. Aller Parolen von Facebook und Libra zum Trotz sind die offenbar anhaltenden Bedenken der Projektpartner jedenfalls kein gutes Zeichen für den aktuellen Zustand der geplanten Kryptowährung. Zumal sich ja auch Facebook-Boss Mark Zuckerberg zuletzt durchaus zurückhaltend zu einer baldigen Einführung von Libra geäußert hatte.

Jörn Brien

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