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Facebook Watch: Verlage steuern Exklusivinhalte bei

Einige der größten europäischen Verlage sollen Exklusivcontent für Facebook Watch bereitstellen (Foto: Shutterstock).

Facebook und Verlage hatten bislang ein schwieriges Verhältnis. Nun machen sie für den Video-on-Demand-Dienst Facebook Watch gemeinsame Sache.

Bislang hatten Verlage und Facebook ein schwieriges Verhältnis. Zunächst wurde das soziale Netzwerk immer wichtiger für Verlage, um Nutzer zu erreichen. Als der Facebook-CEO, Mark Zuckerberg, teils aufgrund der Fake News-Kritik rund um die US-Wahlen 2016 angekündigt hatte, dass Beiträge von Freunden von nun an höher gewichtet werden als Medienbeiträge, führte das bei Verlagshäusern zu massiven Reichweiteverlusten. Nun scheint sich das angespannte Verhältnis zumindest teilweise zu entspannen. Denn einige der größten europäischen Verlage sollen unter ihrer vollen redaktionellen Verantwortung exklusive Inhalte für den Video-on-Demand-Dienst Facebook Watch bereitstellen. Im Gegenzug sollen die Werbeerlöse geteilt werden und ein zweistelliger Millionenbetrag gezahlt werden. Das geht aus einem Blogartikel des Facebook-Managers Jesper Doub und aus Medienberichten hervor.

Diese Formate stellen deutsche Verlage für Facebook Watch bereit

Axel Springer wird dem Blogartikel zufolge in der täglichen News-Show „Bild Daily“ Journalisten der Bild über aktuelle Themen der Politik, der Wirtschaft, Unterhaltung, Sport und Lifestyle berichten lassen. Darüber hinaus sei das tägliche Video-Format „Welt News“ von Welt Digital, ebenfalls zu Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, geplant.

Der Burda Verlag soll Facebook Watch gleich mit drei Formaten versorgen. So sollen Facebook-Nutzer in der interaktiven Sendung „Focus Life Hacks“ wechselnden prominenten Gästen Fragen zu alltäglichen Problemen stellen können. In der wöchentlichen Nachrichtensendung „Focus News Stories“ soll der Verlag auf die wichtigsten Themen aus Politik, Sport, Internet und Lifestyle eingehen. Das Format „Klaudia Saves The World“ hingegen begleitet Klaudia Giez, bekannt aus „Germany’s Next Topmodel“, bei ihrer Reise um die Welt.

Vier Formate soll der Verlag Gruner + Jahr (G+J) beisteuern. Geplant sei die vorerst 15 Episoden umfassende, von Hannes Holtermann präsentierte und wöchentlich erscheinende Wissenschaftsshow „Superluminar – Das Social Wissensformat“. Ebenfalls 15 Episoden umfassend soll das wöchentliche Format „Local Heroes – Food Heroes Deutschland“ sein. Hier sollen auf einer kulinarischen Reise durch Deutschland gastronomische Highlights vorgestellt werden. Ein Koch-Format soll der G+J Verlag mit „Rücken an Rücken – Das Promikochen“ bereitstellen, indem sechs Prominente am Herd stehen und von einem Profikoch angeleitet werden sollen. In einer weiteren mehrteiligen Sendung sollen sich Fußballlegenden dem Chefredakteur des Fußballmagazins „11 Freunde“, Philipp Köster, stellen. Das Format soll den Titel „Der Fußball, mein Leben & ich“ tragen.

Weitere Formate sollen vorerst von französischen und schwedischen Verlagen kommen.

Zuckerbergs Plan für ein besseres Verhältnis

Jesper Doub verkündet in seinem Blogartikel, dass Facebook Wert auf ein gesundes Nachrichten-Ökosystem lege und den Qualitätsjournalismus stärken wolle. Es sei das Ziel, Verlagen die Möglichkeit zu bieten, neue Formate auszuprobieren, neue Zielgruppen zu erreichen und nachhaltige Ertragsquellen aufzubauen. Aus dieser Motivation heraus seien mehrere Projekte mit Medienhäusern entstanden. Mark Zuckerberg hatte zudem Anfang August in einem Gespräch mit Springer-Chef Mathias Döpfner angekündigt, einen eigenen Bereich für Medieninhalte einrichten und dafür bis zu drei Millionen bezahlen zu wollen, was bislang jedoch noch nicht geschehen ist.

Wahrscheinlich ist jedoch auch, dass Zuckerberg mit den Kooperationen gute Miene zum bösen Spiel machen will. So soll das Unternehmen letzten Monat bereits Gespräch mit Disney, Netflix, HBO und Hulu geführt haben, um seine wahrscheinlich im Herbst erscheinende Streaming-Box „Catalina“ mit Content zu versorgen. Mit den Verlagskooperationen wären für die Streaming-Box demnach erste Partner für Exklusivinhalte mit an Bord.

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