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Nach Datenskandal: Mozilla, Sonos und Commerzbank stoppen Werbung auf Facebook

(Bild: ymgerman / Shutterstock.com)

Als Reaktion auf den Facebook-Skandal haben Mozilla, Sonos und die Commerzbank angekündigt, vorerst keine Anzeigen auf dem sozialen Netzwerk mehr zu schalten. Damit gerät Firmenchef Mark Zuckerberg zusätzlich unter Druck.

Als Reaktion auf den Datenskandal um Facebook und die britische Analysefirma Cambridge Analytica haben gleich mehrere Unternehmen angekündigt, vorerst keine Werbung mehr auf dem sozialen Netzwerk zu schalten. Den Anfang machte Firefox-Hersteller Mozilla. Mittlerweile haben auch Sprecher des US-amerikanischen Lautsprecherherstellers Sonos und der Commerzbank angekündigt, auf absehbare Zeit von Anzeigenschaltungen auf der Plattform abzusehen.

Sonos geht sogar noch einen Schritt weiter als die beiden anderen und teilt in einer Pressemitteilung mit, vorübergehend ihre gesamte digitale Werbung auf Facebook, Instagram, Youtube, Twitter und Google auszusetzen. Gleichzeitig will das Unternehmen mit einer Spende in unbekannter Höhe die Veranstaltung Rightscon unterstützen. Die wird von der gemeinnützigen Organisation Accessnow durchgeführt und beschäftigt sich mit digitalen Bürgerrechten.

Mark Zuckerberg und Facebook stehen unter Druck. (Foto: dpa)

Unterdessen hat ein Commerzbank-Sprecher gegenüber dem Handelsblatt erklärt: „Wir möchten der aktuellen Aufklärung den notwendigen Raum geben und zum gegebenen Zeitpunkt entscheiden, wie wir hier weitermachen.“ Mozilla wiederum hat eine Petition ins Leben gerufen, in der Facebook aufgefordert wird, Drittanbieter-Apps zukünftig den Zugang zu den Daten der Freunde eines Nutzers zu verweigern. Erst wenn die von Mark Zuckerberg geführte Firma die Nutzerdaten besser schützt, wollen die Mozilla-Verantwortlichen über eine Rückkehr auf die Werbeplattform nachdenken.

Facebook: Auch der Druck durch Investoren wächst

Facebook ist weltweit in die Kritik geraten, nachdem mehrere US-amerikanische und britische Publikationen berichtet hatten, dass sich das Unternehmen Cambridge Analytica über eine App Zugang zu den Daten von etwa 50 Millionen Facebook-Nutzern verschaffen konnte. Cambridge Analytica ist vor allem dafür bekannt, mit ihren Datenanalysen den Wahlkampf des umstrittenen US-Präsidenten Donald Trump unterstützt zu haben. Eine verdeckte Recherche des britischen Fernsehsenders Channel 4 zeigte außerdem, dass Cambridge Analytica offenbar auch unmoralische und potenziell illegale Methoden zur Manipulation von Wahlen einsetzt.

Die Affäre hat den Kurs der Facebook-Aktie massiv einstürzen lassen. Außerdem haben Aktionäre in den USA Klage gegen das Unternehmen eingereicht. Ihr Vorwurf: Facebook habe falsche und irreführende Aussagen gegenüber den Aktionären getroffen und sie damit getäuscht. Auch die Aktien anderer sozialer Netzwerke verloren in den vergangenen Tagen an Wert.

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