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Facebook: Zeig mir deine Likes und ich sage dir, wer du bist

Die Anzahl der Likes wird fälschlicherweise immer wieder als einziger Indikator erfolgreicher Social-Media-Arbeit interpretiert.

Facebook sitzt auf einem riesigen Datenschatz. Die politische Einstellung, sexuelle Orientierung oder ethnische Zugehörigkeit, das alles lässt sich anhand der Likes der Nutzer bei Facebook analysieren, wie eine Studie britischer Wissenschaftler jetzt belegt.

Likes sagen mehr aus, als man denkt

In einer Studie, an der 58.000 Facebook-Nutzer aus den USA teilnahmen, fanden britische Wissenschaftler heraus, dass sich bestimmte Dinge über Facebook-Nutzer anhand ihrer Likes herausfinden lassen. So ließe sich beispielsweise mit einer 95 prozentigen Genauigkeit voraussagen, ob es sich um einen Weißen oder um einen Afro-Amerikaner handelt. Die Unterscheidung zwischen Männern und Frauen war in 93 Prozent der Fälle richtig.

Über die Likes eines Facebook-Nutzers lassen sich viele Informationen ableiten.

Nun sind diese Erkenntnisse nicht sehr weitreichend, aber sie verdeutlichen, dass das Studien-Setup gut funktioniert. Die Forscher der Universität Cambridge werteten aber nicht nur die Likes der Testpersonen aus, sondern ließen diese auch noch einen Fragebogen ausfüllen. Im Vergleich beider Datensätze gab es zahlreiche Übereinstimmungen und einige sehr interessante Ergebnisse. So sei beispielsweise ein Like für die US-Satiresendung „Colbert Report“ ein guter Hinweis für eine hohe Intelligenz. Das Gegenteil ist der Fall, wenn Nutzer die Seite von „Harley Davidson“ mit einem Like bedacht haben.

Analyse der Likes für Werbetreibende interessant

Die Erkenntnis, dass man bei Facebook nichts posten sollte, was privat bleiben soll, verbreitet sich zwar zunehmend, dürfte aber noch nicht bei jedem Nutzer angekommen sein. Die Like-Studie der Briten erhöht nun nochmals die Brisanz der Facebook-Präsenz, denn über eine zielgerichtete Auswertung der eigenen Likes lassen sich ganz augenscheinlich Informationen über Personen ausgraben, die diese keinesfalls direkt veröffentlicht haben und dies unter Umständen auch niemals tun würden.

Homosexualität hat beispielsweise auch heute noch in Teilen der Gesellschaft mit massiven Vorurteilen zu kämpfen. Es gibt in dem Zusammenhang immer wieder Gerüchte über homosexuelle Fußballer, die sich nicht trauen damit an die Öffentlichkeit zu gehen. Über den Umweg der Like-Analyse könnte nun der Versuch unternommen werden, homosexuelle Fußballer zu identifizieren und unter Umständen auch zu outen.

Ein natürliches Interesse an möglichst genauen Personenprofilen haben auch die Werbetreibenden. Sie könnten die Like-Analyse dazu nutzen, noch genauer Werbung auszuliefern. Je nach Zielsetzung und Art der Werbung muss das nicht automatisch schlecht sein, denn bislang ist das Ad-Targeting bei Facebook noch sehr verbesserungswürdig.

You are what you like

Über die Website YouAreWhatYouLike kann man sich einen ersten Eindruck einer Auswertung der eigenen Likes verschaffen. Vorsichtshalber sollte man bei der Freigabe der Rechte die Sichtbarkeit auf sich selbst beschränken. Bei mir sieht das Ergebnis wie folgt aus:

Eine Analyse der Likes eines Nutzers ordnet ihn in bestimmte Kategorien ein.

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Dein t3n-Team

13 Kommentare
Jürgen

Einfach gar nichts liken!

Antworten
der*andre

Sicher das YouAreWhatYouLike funktioniert?

Ich frag nur, weil wir beide identisch sind oder die Site immer die gleichen 5 (zugegeben ganz schön weichen) Ergebnisse auswirft!

Schnell wieder den Zugriff einschränken.

Antworten
Claudia Weinhold
Claudia Weinhold

Skepsis auf ganzer Linie. Hier findest du einen weiteren Zwilling. Zusammen mit der*andere sind wir schon 3 identische Charaktere.

Klar, wenn man die Menschen so grob clustern will,mag das passen. Für mich aber eher eine nette Spielerei.Im Ergebnis finde ich mich nicht wirklich wieder.

Antworten

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